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22.07.2015

08:16 Uhr

„Weisheit und Verantwortung zeigen“

Gorbatschow fordert Verbesserung der Beziehungen zum Westen

Vorwürfe, Sanktionen, Schweigen: Die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland sind auf einem historischen Tiefpunkt. Der ehemalige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow fordert Verantwortung – und Dialog.

Gemeinsam mit Helmut Kohl war Gorbatschow maßgeblich am Aufbau deutsch-russischer Beziehungen beteiligt. dpa

Michail Gorbatschow

Gemeinsam mit Helmut Kohl war Gorbatschow maßgeblich am Aufbau deutsch-russischer Beziehungen beteiligt.

MoskauVor dem Hintergrund der Spannungen wegen des Ukraine-Konflikts hat der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow Moskau und Berlin zur Wiederherstellung des gegenseitigen Vertrauens aufgefordert. Er sei besorgt angesichts der sich verschlechternden Beziehung seines Landes zum Westen, sagte Gorbatschow am Dienstag der russischen Nachrichtenagentur Tass.

Besonders besorgniserregend sei die Beziehung zwischen Deutschland und Russland, sagte der Ex-Sowjetführer. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe „jeder geglaubt, dass Russland und Deutschland nicht zusammenarbeiten können, aber sie haben es geschafft“. Nun sollten die Regierungen beider Länder „Weisheit und Verantwortung zeigen und Vertrauen und Dialog aufbauen“. Es gebe „keine Zeit zu verlieren“, sagte Gorbatschow.

Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sind angesichts des Ukraine-Konflikts auf einem historischen Tiefpunkt. Der Westen wirft Moskau vor, die prorussischen Separatisten in der Ostukraine mit Waffen und Kämpfern zu unterstützen, was Russland bestreitet. Die EU und die USA verhängten eine Reihe von Sanktionen gegen Russland, das wiederum ein Embargo auf europäische Produkte einführte.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Klaus Hofer

22.07.2015, 10:02 Uhr

Die einseitige Parteinahme des Westens - insbesondere Europas - für ein höchst fragwürdiges Regime in der Ukraine widerspricht unseren ureigensten Interessen. Allein die zahlreichen Konfliktherde im Mittleren Osten und die expansive Verbreitung radikal islamistischer Bewegungen gerade auch an der Südgrenze Russlands sollten schon allein Grund genug für ein Umdenken in der Politik gegenüber Russland sein. In der Geschichte sind Konflikte niemals durch feindselige Abgrenzung gelöst worden, vielmehr ist ein Dialog auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und zumindest dem Versuch, die Position des jeweils anderen zu verstehen, angezeigt.

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