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05.08.2014

10:32 Uhr

Weißrusslands Lukaschenko

Europas letzter Diktator und seine Winkelzüge

VonStefan Kreitewolf

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko bietet seine Hilfe im Ukraine-Konflikt an und verfolgt damit nur ein Ziel: Den Fortbestand der letzten Diktatur Europas. Doch Väterchen Russland wird zur Bedrohung.

Weißrusslands Präsidenten Alexander Lukaschenko (l.) und Russlands Kemlchef Waldimir Putin: Die Politiker verbindet eine Hassliebe. dpa

Weißrusslands Präsidenten Alexander Lukaschenko (l.) und Russlands Kemlchef Waldimir Putin: Die Politiker verbindet eine Hassliebe.

Düsseldorf„Die letzte Diktatur Europas“ nannte die ehemalige amerikanische Außenministerin Condoleeza Rice einst den osteuropäischen Staat Weißrussland. Denn alle Macht liegt bei Präsident Alexander Lukaschenko. Von der Globalisierung will er sein Land abschotten, den westlichen Kapitalismus lehnt er ab und plädiert für eine neue Sowjetunion mit einer weißrussischen Teilrepublik.

Oppositionelle werden im Staate Lukaschenko als „vom Westen gekaufte Agenten“ und „Hooligans“ diffamiert und verfolgt. Dass Menschen von den Straßen der Hauptstadt Minsk verschwinden, ist den Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch zufolge keine Seltenheit in einem Land, das sich nicht einmal die Mühe machte, seinen Geheimdienst nach dem Ende der Sowjetunion umzubenennen. Er trägt weiterhin den berüchtigten Titel KGB.

Obwohl Lukaschenko im eigenen Land Menschenrechte verletzt, totalitär regiert und als Vertrauter des gestürzten ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch gilt, soll er nun als Friedensrichter in der Ukraine dienen. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bat ihn am vergangenen Mittwoch um Hilfe im Konflikt mit den pro-russischen Separatisten im Osten des Landes.

Die letzte Diktatur Europas

Geographie

Weißrussland ist ein Binnenstaat in Osteuropa, der an Polen, die Ukraine, Russland, Lettland und Litauen grenzt. Die Hauptstadt von Weißrussland ist Minsk.

Bevölkerung

In Weißrussland beträgt die Bevölkerung einer Volkszählung aus dem Jahr 2009 knapp 9,5 Millionen Einwohner.

Unabhängigkeit

1991 wurde die ehemalige Weißrussische Sozialistische Sowjetrepublik unabhängig und trägt seither den heutigen Namen Weißrussland.

Wirtschaft

Die weißrussische Wirtschaft wurde nicht in eine Marktwirtschaft umgewandelt. Die Regierung bevorzugt eine Planwirtschaft, nach sowjetischem Vorbild.

Präsident

Seit 1994 ist Alexander Lukaschenko Präsident von Weißrussland. Er regiert das Land autokratisch und verfügt über weitreichende Befugnisse.

Bei einem Treffen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk sollen alle Konfliktparteien an einen Tisch gebracht werden – auch Vertreter der Separatisten, die sich bislang kategorisch weigerten, an Friedensgesprächen teilzunehmen. Davon profitiert vor allem Lukaschenko: Er hat die Krise geschickt genutzt, um sein Ansehen in der Region zu verbessern und seinen Wert gegenüber den westlichen Regierungen zu steigern.

Dass ausgerechnet Lukaschenko im Nachbarland zwischen erbitterten Gegnern vermitteln und Frieden bringen soll, ist das Ergebnis einer ausgeklügelten Taktik. Während sich der weißrussische Präsident in der Ukraine als Vermittler gibt, geht er mit Russland enge wirtschaftliche Beziehungen ein, die die jüngsten Sanktionen der EU gegen Moskau untergraben könnten.

Kommentare (11)

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05.08.2014, 11:54 Uhr

Das Allerletzte von USA, EU, NATO und Ukraine und ihre verzweifelten Winkelzüge.
Das verlogene moralinsaure Geplapper bis zuweilen Gehetze des westlichen Mainstream ist bar jeglicher Logik, entbehrt jeglicher Beweiskraft und zeigt nur wie tief er in die Verbrechen rund um die Ukraine Krise verwickelt ist. Seit dem 18.02.2014 sind in der Ukraine vier Großverbrechen unter Wegschauens und teilweiser großzügiger Hilfe des Westens geschehen.
Das erste dieser Verbrechen versuchte man dem geflüchteten Präsidenten Wiktor Janukowytsch anzuhängen und es scheiterte kläglich trotz großer Hetze und Lügen. Seit dem gibt es nichts Neues mehr in Sachen Maidan-Toten. Eine Aufklärung wird es nicht geben, weil es mindestens unerwünscht ist von westlicher Seite!
Das zweite Verbrechen wollte man erst als Unglücksfall verkaufen und dann erfand man einen obskuren und nicht näher zu bezeichnenden Mob als Täter, obwohl hier eindeutig planvolles Handeln erkennbar ist. Eine tatsächliche Aufklärung wird es nicht geben, weil das auch hier vom Westen nicht gewünscht wird!
Das dritte Verbrechen ist der maßlos geführte Bürgerkrieg von Kiew mit schweren Waffen und Fluggerät gegen Zivilisten, die sich zur russischen Kultur zugehörig fühlen, in ostukrainischen Gebieten. Für den westlichen Mainstream zählen diese Opfer nichts, weder die Toten noch die Vertriebenen. Hier findet vom Westen eine eindeutige Unterstützung in fiskalischer und militärischer Hinsicht statt!
Das vierte Verbrechen ist der von Kiew durchgeführte Terrorakt, es war definitiv kein Versehen oder Unglücksfall, gegen den Flug MH-17. Kiew und der Westen halten eindeutige Beweise zurück, beschuldigen aber einmal die Separatisten oder Moskau für dieses Verbrechen verantwortlich zu sein. Mittlerweile kann die Wahrheit nur noch unzureichend vom Westen und Kiew verschleiert werden.
Fortsetzung

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05.08.2014, 11:56 Uhr

Fortsetzung
Der kanadische OSZE-Inspekteur Michael Bociurkiw: "Teile des Flugzeugrumpfes wiesen Merkmale von Maschinengewehr Einschüssen auf, sehr sehr starkes Maschinengewehr-Feuer, welches die dafür typischen Spuren hinterließ. .... Wir haben keine Spuren eines Raketeneinschusses gesehen"
Dennoch versucht man wieder einmal auch in diesem Fall die Weltöffentlichkeit für dumm zu verkaufen und daran wird man weiterhin festhalten!

Ja, eigentlich gehört der völkerrechtswidrige vom Westen gesponserte Staatsstreich, gegen einen demokratisch gewählten Staatspräsidenten, ebenfalls auf diese Liste der Großverbrechen, - denn es ist zumindest ein politisches Großverbrechen!

Wer so handelt hat jedes Vertrauen von echten Demokraten auf ewig verloren, egal welchem politischen Spektrum er angehören mag. Diese Verletzung von humanen und demokratischen Grundsätzen ist nicht tolerabel, - niemals und zu keiner Zeit!!!

Lukaschenko wird am Beispiel Poroschenko lernen wie man die Unterstützung des korrupten und korrumpierten Westens erhält und welcher “Spielregeln“ es bedarf um jede Schweinerei ungestraft durch führen zu können. Vehement gegen Putin und Russland im Allgemeinen zu hetzen, wäre schon mal ein guter Einstieg!

Account gelöscht!

05.08.2014, 12:18 Uhr

Hier die Seite mit dem Original Video, auch über YOUTUBE, vom Interview des kanadischen OSZE-Inspekteur Michael Bociurkiw.

http://www.mmnews.de/index.php/politik/19289-mh17-osze-maschinengewehr-fuer-absturz-verantworttlich

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