Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.07.2013

15:18 Uhr

Weitere Daten versteckt

„USA sollten flehen, dass Snowden nichts passiert“

Laut Guardian-Journalist Glenn Greenwald hat sich Whistleblower Edward Snowden gut abgesichert. So soll er seine Infos an verschiedenen Orten deponiert haben – Material, das Washington erheblichen Schaden zufügen könne.

Ende der Woche traf sich Whistleblower Edward Snowden mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen in Moskau. AFP

Ende der Woche traf sich Whistleblower Edward Snowden mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen in Moskau.

Buenos Aires/MoskauDer ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat offenbar zu seinem Schutz Informationen an verschiedenen Orten deponiert, die veröffentlicht werden sollen, falls ihm etwas zustößt. Er habe Material, das zum Alptraum für die USA werden könnte, sagte der Journalist Glenn Greenwald vom britischen „Guardian“ der argentinischen Zeitung „La Nacion“. Snowden könne der Regierung in Washington „in einer einzigen Minute“ mehr Schaden zufügen als jede Person zuvor. „Die US-Regierung sollte sich jeden Tag hinknien und flehen, dass Snowden nichts passiert, denn wenn ihm irgendwas zustoßen sollte, würden alle Informationen enthüllt“, sagte Greenwald der Zeitung. „Und diese könnten ihr schlimmster Alptraum werden.“ Greenwald hatte Snowdens Spionage-Dokumente veröffentlicht.

Nach Greenwalds Worten hat Snowden auch detaillierte Informationen darüber, wie der Geheimdienst NSA Lateinamerika ausspäht. Ein Weg sei das Abgreifen von Daten bei einem US-Kommunikationsunternehmen, das Verträge mit den meisten südamerikanischen Ländern habe. Um welches Unternehmen es sich handelt, sagte Greenwald nicht.

Flüchtiger Informant: Snowden zeigt Obamas Amerika Grenzen auf

Flüchtiger Informant

Snowden zeigt Obamas Amerika Grenzen auf

Lateinamerika drohen, Russland beschwören, Deutschland schmeicheln: Für Barack Obama war der Freitag ein hektischer Tag. Edward Snowden zeigte sich der Öffentlichkeit – doch eine Auslieferung ist nicht in Sicht.

Snowden hat umfangreiche Ausspäh- und Überwachungsprogramme des US-Nachrichtendienstes NSA publik gemacht. Die US-Justiz sucht ihn deshalb wegen Geheimnisverrats. In einem Versuch, weiteren Schaden abzuwenden, rief US-Präsident Barack Obama in der vergangenen Nacht Kremlchef Wladimir Putin an. Offiziell hieß es, beide Präsidenten hätten den Fall Snowden erörtert. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte, dass Obama selbst die Initiative ergriffen habe. Details des Gesprächs nannte er nicht.

Kremlchef Putin hatte zuvor erklärt, dass Snowden nicht ausgeliefert werde und nur dann in Russland bleiben könne, wenn er aufhöre, den USA Schaden zuzufügen. Beobachter werteten das als Zugeständnis Russlands an die USA, um die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern nicht noch weiter zu belasten. Der US-Regierung zu schaden, sei nicht Snowdens Anliegen, sagte der in Rio de Janeiro lebende „Guardian“-Reporter Greenwald. „Sein Ziel ist es, die Informationsprogramme aufzudecken, die von Menschen auf der ganzen Welt genutzt werden, ohne zu wissen, dass sie sich damit entblößen und ohne dass sie bewusst zugestimmt haben, ihr Recht auf Privatsphäre aufzugeben.“

Seit dem 23. Juni hält er sich auf einem Moskauer Flughafen auf. Die Regierung von Präsident Barack Obama verlangt seine Auslieferung. Mehrere Staaten in Lateinamerika haben ihm Asyl angeboten. Unklar ist, auf welchem Wege er dorthin gelangen könnte.

Kommentare (63)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.07.2013, 13:02 Uhr

Also das ist nun wirklich alles Verschwörungstheorie!
Womit soll sich Snowden denn abgesichert haben? Die USA sind doch die Guten, wie unser aller Innenminister jetzt durch seinen Kurztrip zum Big Brother nach Washington doch eindeutig bewiesen hat. Wie er dort erfahren hat, hören die Amerikaner und ihre 45 Geheimdienste nicht etwa die deutsche Industrie zum Zwecke des Geheimnisklaus ab - nein, das ist wieder ganz üble Verschwörungstheorie!!! - sie tun das alles nur zu unserem Schutz vor den bösen Terroristen - die sie ihrerseits aber, natürlich wiederum ganz selbstlos, ebenfalls unterstützen, z.B. in Syrien. Gute Menschen helfen eben überall.

Und bei allem sind sie dabei noch so nett und machen das kostenlos, wie man es eben von "drittklassigen" Freunden erwarten kann. Da warten wir schon gebannt darauf welche Geschenke unsere transatlantischen Freude wir durch die Freischwindelszone erwarten dürfen. Wir freuen uns darauf!

Account gelöscht!

14.07.2013, 13:20 Uhr

Was verbindliche Regeln oder gar Verträge wert sind, sieht man doch am deutlichsten in dieser EU. Regeln und Verträge sind doch nur dazu da ständig gebrochen zu werden.

freie_deutsche_Meinung

14.07.2013, 13:34 Uhr

Ist den Kommentatoren eigentlich bewusst, dass der Handelsblatt Server in den USA steht? Also Vorsicht mit den Kommentaren ;-) Wer es überprüfen will, einfach mal die IP 23.51.246.241 zuorden und sich ( nicht mehr ) wundern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×