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25.03.2016

10:38 Uhr

Weiterer US-Gefangener in Nordkorea

Pjöngjang präsentiert angeblichen Spion

Nordkorea hat auf einer Pressekonferenz einen angeblichen US-Spion präsentiert. Der Mann war im Oktober festgenommen worden und musste ein Statement vorlesen, in dem er die Anschuldigungen bestätigte.

Das Regime in Pjöngjang hat einen angeblichen US-Spion den Medien vorgeführt. dpa

Nordkorea

Das Regime in Pjöngjang hat einen angeblichen US-Spion den Medien vorgeführt.

SeoulNeun Tage nach der Verurteilung eines jungen Amerikaners zu 15 Jahren Arbeitslager hat Nordkorea einen weiteren US-Gefangenen präsentiert. Kim Tong Chol sagte am Freitag auf einer Pressekonferenz in Pjöngjang, er habe spioniert, um der nordkoreanischen Führung zu schaden. Er sei bereits im Oktober festgenommen worden.

Die nordkoreanischen Behörden setzen häufig Pressekonferenzen an, um ihre amerikanischen und anderen ausländischen Gefangenen zu zeigen. Diese müssen dann Statements vorlesen, in denen sie ihr Fehlverhalten beschreiben und das politische System Nordkoreas loben. Nach ihren Entlassungen hatten viele dann gesagt, sie seien zu den Aussagen gezwungen worden.

In der vergangenen Woche hatte Nordkoreas höchstes Gericht den 21-jährigen Otto Warmbier verurteilt. Er hatte eingeräumt, versucht zu haben, ein Propaganda-Transparent „als Trophäe“ für eine Bekannte in der Heimat zu stehlen. Für das Oberste Gericht Nordkoreas war damit der Tatbestand eines Verbrechens „gemäß der feindlichen Politik der US-Regierung gegen (den Norden)“ erfüllt.

Nordkorea wirft Washington und Seoul häufig vor, Spione zum Umsturz der kommunistischen Führung ins Land zu schicken, damit Südkorea dann die Kontrolle über die koreanische Halbinsel erringen könne. Derzeit haben sich die Spannungen wegen Pjöngjangs jüngstem Atomwaffentest und eines Raketenstarts ohnehin verschärft.

Erschwerend kommt hinzu, dass Washington und Pjöngjang keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Die schwedische Botschaft in der nordkoreanischen Hauptstadt fungiert in der Regel als Vermittler, wenn US-Bürger in dem abgeschotteten Land in Schwierigkeiten geraten.

Von

ap

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