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18.01.2012

06:40 Uhr

Weltbank

Europa rutscht in die Rezession

VonFinn Mayer-Kuckuk

Die Staatsschuldenkrise trifft die Euro-Zone hart. Die Experten der Weltbank rechnen nun mit dem Sturz in die Rezession. Und sollte sich die Krise ausweiten, könnte der Abschwung lange anhalten.

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Experten der Weltbank rechnen damit, dass die Wirtschaft der Eurozone in diesem Jahr schrumpft. „Eine weitere Eskalation der Krise wird keine Ausnahmen kennen“, warnt Andrew Burns, Makroökonom und Hauptautor des aktuellen Weltbank-Berichts zur Konjunktur 2012. Die Wirtschaft der Euro-Länder soll nach seiner Vorhersage um 0,3 Prozent sinken. In ihrem vorigem Wachstumsausblick im Juni hatten die Ökonomen der globalen Institution noch mit einem Plus von 1,8 Prozent für die Eurozone gerechnet.

Falls es zu einer weltweiten Krise komme, könne der Abschwung deutlich länger ausfallen als 2008/2009, befürchtet die Weltbank: „Die reicheren Länder haben nicht mehr die fiskalischen und monetären Ressourcen, um die Banken zu retten oder die Nachfrage anzuregen.“ Die Verlangsamung der weltweiten Wachstums zeige sich bereits jetzt in austrocknenden Warenströmen und sinkenden Rohstoffpreisen, so Burns. „Die Weltkonjunktur hat eine gefährliche Phase erreicht.“

So bewertet S&P die Euro-Länder

Belgien

Aktuelles Rating: AA

Ausblick: negativ

Deutschland

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: stabil

Estland

Aktuelles Rating: AA-

Ausblick: negativ

Finnland

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: negativ

Frankreich

Aktuelles Rating: AA+

Ausblick: negativ

Irland

Aktuelles Rating: BBB+

Ausblick: negativ

Italien

Aktuelles Rating: BBB+

Ausblick: negativ

Luxemburg

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: negativ

Malta

Aktuelles Rating: A-

Ausblick: negativ

Niederlande

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: negativ

Österreich

Aktuelles Rating: AA+

Ausblick: negativ

Portugal

Aktuelles Rating: BB

Ausblick: negativ

Slowakei

Aktuelles Rating: A

Ausblick: stabil

Slowenien

Aktuelles Rating: A+

Ausblick: negativ

Spanien

Aktuelles Rating: A

Ausblick: negativ

Zypern

Aktuelles Rating: BB+

Ausblick: negativ

Die Hiobsbotschaft aus Peking, wo die Weltbank den Bericht am Mittwochvormittag vorgestellt hat, kommt nur wenige Tage nach einer Rückstufung der Bonität mehrerer europäischer Länder durch die Ratingagentur Standard & Poor's. Dies hatte bereits erhebliche Nervosität an den Märkten und in der Politik ausgelöst. In der Eurozone wächst nun der Druck auf die Regierungen, eine Lösung für die Schuldenprobleme der Südländer zu finden – hier sieht auch die Weltbank die Ursache für die sich ausbreitende Wachstumsschwäche.

Europa befinde sich vermutlich schon in der Rezession, warnt der Report. Das werde auch auf die Schwellenländer zurückschlagen und damit umgekehrt wieder das Wachstum in den entwickelten Ländern belasten. „Der Abschwung in Europa and das langsame Wachstum in den Entwicklungsländern könnten sich gegenseitig verstärken“, schreiben die Ökonomen. Das Ergebnis seien womöglich noch schlechtere Konjunkturzahlen als jetzt erwartet - und größere Schwierigkeiten dabei, wieder aus dem Tief herauszufinden.

Kommentare (51)

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Machiavelli

18.01.2012, 06:47 Uhr

Die Überschuldung der Euroländer hat auf die deutsche Wirtschaft wie ein Konjunkturprogramm gewirkt.
Die deutsche Wirtschaft hat sehr stark in diese Länder exportieren können und dadurch an Stärke gewonnen. Leider, wegen des starken Euro, wurden die Gewinne ins Nichteuroausland reinvestiert.
Diese waren aber in Wirklichkeit nur Scheingewinne da nur auf Überschuldung von Euroländer basierend.
Die jetzige erzwungene Entschuldung der Euroländer bewirkt genau das Gegenteil, wir werden daher bestenfalls eine Stagnation wenn nicht gar Deflation erleben.
Nur ein realistisch bewerteter Euro, um die 1,20,- zum US-Dollar, kann die sich abzeichnende Rezession im Euroraum mildern. Für Konzerne die ihre Gewinne außerhalb des Euroraumes investiert haben, gewiss vom Nachteil.
Wünschenswert und auch wahrscheinlich, wegen des Eurowechselkurs, wäre eine moderate Inflation, die das Entschulden der Euroländer erleichtern würde. Nur wer Bundesanleihen mit sehr niedriger Verzinsung unterzeichnet hat müsste dann, wegen der Inflation, Bauchschmerzen bekommen.

Poilu

18.01.2012, 06:51 Uhr

La « règle d'or » ou, puisqu'il faut parler allemand maintenant en Europe, comme exigé par M Kauder (chef du parti CDU de Mme Merkel), "die Schuldenbremse" est un peu ce qu'est la fausse planque aux criminels qui, interrogés par la police et pour prouver leur innocence, mènent celle-ci à une planque dans laquelle bien évidemment le butin ne se trouve pas.
Ainsi vouloir limiter la dette budgétaire d'un pays, sans en limiter le déficit de la balance commerciale, conduit ce pays inexorablement à la pauvreté. La fuite de capital due au déficit de la balance commerciale n'étant ni contrôlée ni interdite, ces pays à la balance commerciale déficitaire vont vivre pendant quelques temps de leur substance avant de sombrer dans la misère totale.
C'est en améliorant la productivité de ces pays que nous pourront sortir de la crise.
Pour arriver à augmenter la productivité il faut protéger l'économie de ces pays de la concurrence des économies plus fortes par des moyens autres que par le dumping des salaires.
Au sein de l'Union Monétaire il est nécessaire d'arriver à une convergence des économies mais aussi des salaires.

http://www.lemonde.fr/societe/infographie/2007/11/29/pourquoi-le-cout-du-travail-francais-est-l-un-des-plus-eleves-d-europe_983752_3224.html

SlingShot

18.01.2012, 06:54 Uhr

die EU wird, wie auch die UdSSR,in ihre eigentlichen Substanzen zerfallen. Unsere sozialistischen Politiker haben nichts, aber auch gar nichts von den Fehlern der UdSSR gelernt.

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