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21.01.2015

07:42 Uhr

Weltbank

Heftige Kritik an Äthiopien-Projekt

Ein Kontrollgremium der Weltbank hat heftige Kritik an einem Projekt erhoben: Die Weltbank soll mitverantwortlich für die gewaltsame Vertreibung zehntausender Mitglieder der Anuak durch Soldaten in Äthiopien sein.

Die Weltbank soll ihre eigenen Regeln für Projektgenehmigung, Risikobeurteilung und den Schutz indigener Volksgruppen verletzt haben. dpa

Die Weltbank soll ihre eigenen Regeln für Projektgenehmigung, Risikobeurteilung und den Schutz indigener Volksgruppen verletzt haben.

HamburgInnerhalb der Weltbank gibt es einem Medienbericht zufolge scharfe Kritik an einem Projekt in Äthiopien wegen Menschenrechtsverletzungen. Ein internes Kontrollgremium schreibe der Projektleitung Mitverantwortung für die gewaltsame Vertreibung zehntausender Angehöriger der Anuak-Volksgruppe zu, berichtete am Dienstag der Rundfunksender NDR als Teil des internationalen Rechercheverbands ICIJ, dem auch WDR und Süddeutsche Zeitung angehören.

Er berief sich dabei auf einen unveröffentlichten Berichtsentwurf des Kontrollgremiums der Bank. Dem Bericht zufolge fördert die Weltbank seit Jahren ein Gesundheits- und Bildungsprojekt im Norden Äthiopiens mit bisher knapp zwei Milliarden Dollar. Die Autoren des Berichts würden eine direkte Verbindung zu einem groß angelegten Umsiedlungsprogramm der äthiopischen Regierung sehen, berichtete der NDR.

Die Weltbank habe ihre eigenen Regeln für Projektgenehmigung, Risikobeurteilung und für den Schutz indigener Volksgruppen verletzt und die Betroffenen nicht geschützt. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch berichten seit Jahren von gewaltsamen Vertreibungen und Gewalt durch äthiopische Soldaten.

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Sie sollen die Mitglieder der Anuak geschlagen, vergewaltigt und getötet haben, weil sie Widerstand gegen Umsiedlung in andere Gebiete leisteten. Für das Umsiedlungsprogramm sollen auch Mittel der Weltbank verwendet worden sein. Trotz dieser Berichte setzte die Weltbank ihre Finanzierung des Projekts fort, an dem auch die deutsche KfW beteiligt ist.

„Die Weltbank hat die gewaltsame Vertreibung zehntausender Angehöriger der indigenen Bevölkerung von ihrem angestammten Land ermöglicht“, sagte David Pred, Direktor der Organisation Inclusive Development International, die Anuak-Flüchtlinge vertritt, dem ICIJ.

Die Weltbank wollte zu dem vorläufigen Bericht, der in einigen Wochen erscheinen soll, nicht Stellung nehmen. In früheren Reaktionen hatte die Bank erklärt, es gebe keine Beweise für verbreitete gewaltsame Vertreibungen der mehrheitlich christlichen Anuak.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Sascha Fischer

21.01.2015, 08:55 Uhr

Ich glaube das zeigt erneut relativ klar, welche Ziele die Weltbank und der IWF verfolgen.
Die einen sorgen dafür, dass die Schuldenlast von armen Ländern so erdrückend wird, dass Grunddienste privatisiert werden müssen, die anderen gehen über Leichen um Wirtschaftsunternehmen neue Absatzmöglichkeiten zu verschaffen. Von beiden Institutionen kann man also belegbar sagen, dass das Wohl der Menschen in den Regionen in denen sie intervenieren, die allerletzte Priorität hat.

Herr Wolfgang Trantow

22.01.2015, 16:43 Uhr

Das ist deutsche Entwicklungspolitik!

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