Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.01.2012

17:37 Uhr

Weltbank-Studie

Europäer sind zu faul

Die Europäer arbeiten nicht genug, meint die Weltbank. Im Vergleich zu den USA würden Franzosen, Deutsche und Niederländer etwa einen Monat pro Jahr weniger arbeiten. Dies sei eines der größten Probleme Europas.

Ein Mann entspannt sich. ap

Ein Mann entspannt sich.

WashingtonEines der größten Probleme Europas ist einer Studie der Weltbank zufolge die geringe Lebensarbeitszeit und die daher sinkende Produktivität. „Die Europäer arbeiten weniger Stunden pro Woche, weniger Wochen pro Jahr und weniger Jahre ihres Lebens als Arbeitnehmer in anderen Regionen der Welt“, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung der in Washington ansässigen Organisation.
Die Menschen in den USA etwa arbeiteten verglichen mit Niederländern, Franzosen, Deutschen und Schweden etwa einen Monat mehr pro Jahr, schrieben die Autoren der Studie. Bei Griechen, Spaniern, Ungarn und Polen sei der Abstand sogar noch größer. „Dies bringt die Staatsfinanzen, die ohnehin schon unter den Kosten der hohen Schuldenlast leiden, unter enormen Druck“, heißt es in der Studie mit dem Titel „Goldenes Wachstum: Wie das europäische Wirtschaftsmodell seinen Glanz zurückbekommt“.
Die Geschwindigkeit, in der die Arbeitszeiten in Frankreich, Italien und Spanien seit 1995 reduziert worden seien, sei angesichts der „bescheidenen“ Produktivitätsfortschritte in den vergangenen beiden Jahrzehnten „besorgniserregend“. Laut Studie verschiebt sich der Eintritt ins Berufsleben in Europa immer weiter nach hinten, die Rente beginne immer früher. Wer in Europa einen Arbeitsplatz habe, genieße heute eine nie gekannte Sicherheit. Die Leistungen für die, die keine Arbeit haben, seien relativ großzügig.
„Um auf den Weltmärkten wettbewerbsfähig zu bleiben, wird Europa produktiver und innovativer werden müssen“, urteilte einer der Hauptautoren, Martin Raiser. Es gebe aber auch Länder, die Schritte in die richtige Richtung unternähmen. Dabei lobte er neben Finnland, Schweden und der Slowakei auch Deutschland als positives Beispiel. „Es gibt Länder in Europa, die gezeigt haben, wie diese Probleme zu lösen sind“, sagte Raiser.
Der Weltbank-Studie zufolge müsste ein großer Teil der europäischen Länder die Arbeitszeiten erhöhen und es den jungen Menschen erleichtern, einen Arbeitsplatz zu finden. Zudem müssten die europäischen Regierungen die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter „produktiver“ einsetzen und angesichts der Alterung der Gesellschaft mehr Zuwanderer aus dem Ausland anwerben. Auch gelte es, die Immigranten besser ausbilden: Zurzeit sei rund die Hälfte der Zuwanderer nicht ausreichend qualifiziert.

Von

afp

Kommentare (38)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

25.01.2012, 17:49 Uhr

Das mag auf Europa zutreffen aber sicher nicht auf Deutschland... im übrigen sollte man den Amis mal erzählen dass wir in D 50% des JAhres für den Staat arbeiten. Das glauben die im Leben nämlich nicht! Diese Politik hierzulande gehört an die Wand gestellt!

Übrigens, was Staatsfinanzen und die USA angeht...die Herrschaften haben Schulden wie kein anderes LAnd auf diesem Planeten und drucken munter ihr wertloses Falschgeld welches sie in alle Welt verschleudern!!! Tolle Leistung!

Account gelöscht!

25.01.2012, 17:56 Uhr

Wir sollen mehr arbeiten sollen, um das Niveau der USA zu erreichen?

Ich denke wir sollten die 30h-Woche einführen, um nicht dorthin zu kommen!

Was sagte diese Weltbankchefin kürzlich? Sie stört das für alle Geldflüsse der Staaten an die Banken erst die Parlamentarier gefragt werden müssen!!!!

Das Geld soll bitteschön automatisch an die reichen und Mächtigen gereicht werden.

Die Weltbank gehört zerschlagen! Da sind viele Krisen gelöst, auch Libyen wäre nie überfallen wurden!

Alfred_Neumann

25.01.2012, 17:56 Uhr

Endlich sagt man das, was seit Langem auf der Hand liegt. Mit dem bischen an Arbeitsleistung, das wir erbingen, kann man den Lebensstandard nicht finanzieren, den wir haben wollen. Deshalb schreit ja auch alle Welt nach "mehr Wachstum" - sprich: sollen doch andere für uns schufften.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×