Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.05.2017

19:34 Uhr

Weltgesundheitsorganisation

Äthiopier Tedros zum neuen WHO-Generaldirektor gewählt

Die Wahl war spannend, am Ende hat jedoch der Favorit gewonnen: Ein Äthiopier wird neuer Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation. Tedros Adhanom Ghebreyesus setzte sich gegen seine Konkurrenten durch.

Der Äthiopier ist neuer Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und löst seine Vorgängerin Margaret Chan ab. dpa

Tedros Adhanom Ghebreyesus

Der Äthiopier ist neuer Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und löst seine Vorgängerin Margaret Chan ab.

GenfDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekommt mit dem Äthiopier Tedros Adhanom Ghebreyesus (52) erstmals einen Generaldirektor aus Afrika. Der frühere Gesundheits- und Außenminister setzte sich am Dienstag in Genf gegen den britischen Arzt David Nabarro und die pakistanische Kardiologin Sania Nishtar durch. Fast alle 194 Mitgliedsländer beteiligten sich an der geheimen, spannenden Abstimmung. Es waren drei Wahlgänge nötig.

Tedros tritt sein Amt am 1. Juli an. Er löst Margaret Chan aus Hongkong nach zehn Jahren im Amt ab. Es war die erste Kampfabstimmung um den Spitzenposten in der fast 70-jährigen Geschichte der Organisation. Früher hatte sich ein Ausschuss vorab auf einen Kandidaten geeinigt.

WHO-Zahlen: Mehr als zwei Millionen Afghanen psychisch krank

WHO-Zahlen

Mehr als zwei Millionen Afghanen psychisch krank

Die Zahl der psychisch kranker Menschen in Afghanistan steigt. Laut der WHO leiden rund zwei Millionen Afghanen unter Angststörungen oder Depressionen. Psychologen und Psychotherapeuten befinden sich kaum noch im Land.

Tedros hatte versprochen, sich für eine bezahlbare Gesundheitsversorgung für jeden Menschen auf der Welt einzusetzen, egal ob arm oder reich. Er habe in Äthiopien innerhalb von sechs Jahren ein Gesundheitssystem aufgebaut und kenne die Tücken. „Aber damit geben wir den Menschen Hoffnung, das ist eine Investition in die Zukunft“, sagte er. Er werde die WHO-Ressourcen so ordnen, dass die Organisation bei Krisen schnell reagieren könne. Die schleppende Reaktion auf die Ebola-Krise in Afrika hatte den Ruf der WHO 2014 ramponiert. Tedros will die Reformen für mehr Transparenz und Effizienz fortsetzen.

Vor dem Völkerbundpalast protestierten mehrere Dutzend Äthiopier, einige für, andere gegen Tedros. Die Gegner behaupten, Tedros sei korrupt und gehöre zum inneren Zirkel eines repressiven Regimes. Tedros versprach, die WHO und sich persönlich jederzeit rigorosen Prüfern zu stellen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×