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04.07.2017

12:52 Uhr

Welthandel

Die große Verunsicherung

VonDana Heide

Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen im Ausland macht sich laut einer Umfrage Sorgen um die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Den Investitionsplänen tut das bisher keinen Abbruch – auch in den USA nicht.

„Wir leben in einer Zeit, in der ein Handelskrieg nicht ausgeschlossen ist“, sagt AHK-Chef Volker Treier. dpa

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„Wir leben in einer Zeit, in der ein Handelskrieg nicht ausgeschlossen ist“, sagt AHK-Chef Volker Treier.

BerlinEs sind Extreme, die die halbjährliche Umfrage unter 4.000 Mitgliedsunternehmen der deutschen Außenhandelskammern (AHK) abbilden. Auf der einen Seite sind die Unternehmen optimistisch, 56 Prozent der Firmen erwarten weltweit bessere Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten. Mehr als ein Drittel meint, dass die mittelfristige konjunkturelle Entwicklung weltweit besser werden wird. „Die konjunkturelle Zuversicht bei Unternehmen im Ausland ist zurück“, sagte AHK-Chef Volker Treier bei der Vorstellung der Umfrage am Dienstag.

Auf der anderen Seite sind die Unternehmen aber auch tief verunsichert. 48 Prozent der befragten Unternehmen sehen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen weltweit als das größte Risiko an - im Herbst 2016 sagten das noch 44 Prozent. Besonders deutlich wird die wachsende Verunsicherung beim Thema Handelsbarrieren. Während im Herbst 2016 noch 16 Prozent dieses Risiko als größtes für ihr Geschäft einschätzten, waren es in der aktuellen Umfrage schon 23 Prozent.

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„Wir leben in einer Zeit, in der ein Handelskrieg nicht ausgeschlossen ist“, sagte AHK-Chef Volker Treier. Vor allem die USA brechen mit ihrem traditionellen Bekenntnis zum Freihandel. Derzeit prüft US-Handelsminister Wilbur Ross im Auftrag von US-Präsident Donald Trump ob Dumping-Preise im Stahlmarkt die US-amerikanische Sicherheit gefährden. Diese Überprüfung könnte in einem zweiten Schritt dazu führen, dass Handelsbeschränkungen für Stahlprodukte erlassen werden. Im weiteren könnten die Sanktionen auch noch auf andere Branchen ausgeweitet werden. Außerdem hatte Trump eine Untersuchung des Handelsdefizites in Auftrag gegeben. Beide Berichte sollten eigentlich bereits fertig sein.

Die Unsicherheit über mögliche Benachteiligungen ausländischer Unternehmen unter der Trump-Administration hat aber offenbar noch keinen sichtbaren Einfluss auf die Investitionspläne der deutschen Unternehmen in den USA. Laut der Umfrage wollen 41 Prozent der deutschen Unternehmen in den USA höhere Investitionen tätigen, 46 Prozent wollen ihre Investitionen auf dem derzeitigen Niveau halten. Die AHK gehen davon aus, dass deutsche Unternehmen in diesem Jahr 40.000 neue Arbeitsplätze in den USA und 200.000 weltweit schaffen werden.

Am Freitag beginnt der G20-Gipfel in Hamburg. Er könnte im Konflikt enden. Das würde die bestehenden Unsicherheiten in der Wirtschaft unterstreichen und womöglich noch verstärken, fürchtet AHK-Chef Treier. Vor allem in den Bereichen Handel und Klimaschutz sind sich die Industrienationen uneins mit den USA. Aber auch jetzt schon spürten die Unternehmen die wachsenden Handelsschranken in der Welt.

Kommentare (1)

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Frau Annette Bollmohr

04.07.2017, 15:24 Uhr

"Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen im Ausland macht sich laut einer Umfrage Sorgen um die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Den Investitionsplänen tut das bisher keinen Abbruch – ..."

Die ständig wechselnden wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ändern ja auch nichts am Investitionsbedarf, um die Bedürfnisse der Weltbevölkerung decken zu können. Der bleibt nicht nur bestehen, sondern steigt sogar noch analog der Bevölkerungszahl.

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