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16.12.2011

14:09 Uhr

Welthandelsorganisation

Deutschland profitiert von Russlands WTO-Beitritt

VonFlorian Willershausen, Mathias Brüggmann, Georg Watzlawek

Moskaus Einzug in die Welthandelsorganisation setzt russische Unternehmen unter Modernisierungsdruck. Auch für die deutsche Wirtschaft verändert sich viel. Aber die meisten Branchen gehören zu den Gewinnern.

Gazprom-Zentrale in Moskau: Nur wenige russische Konzerne sind auf den freien Handel vorbereitet. AFP

Gazprom-Zentrale in Moskau: Nur wenige russische Konzerne sind auf den freien Handel vorbereitet.

Moskau/Genf/BerlinNach „ewigen“ Verhandlungen hat die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) am Freitag den Beitritt Russlands absegnet. Zwar muss die neue russische Duma die Aufnahmedokumente binnen sechs Monaten ratifizieren – aber bis zum Beginn des Sommers soll endlich auch größte Flächenstaat der Welt am WTO-Tisch sitzen. Zehn Jahre nach der Aufnahme Chinas ist Russland die letzte der großen Volkswirtschaften, die Mitglied der Handelsorganisation wurde.

Die deutsche Wirtschaft begrüßte den Deal: Für den Vorsitzenden des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Metro-Chef Eckhard Cordes, wird „gerade der deutsch-russische Handel durch die Absenkung einer großen Zahl von Zolltarifen und die Vereinheitlichung von Produktnormen und Zertifizierungen einen echten Schub erhalten". Vergangenes Jahr lag das Handelsvolumen beider Länder bei 58 Milliarden Euro. 2011 soll die Rekordmarke von 68 Milliarden Euro aus dem Jahr 2008 übertroffen werden. Er hoffe nun, so Cordes, dass jetzt „eine gemeinsame Freihandelszone zwischen EU und Russland dadurch möglich wird“.

Der Aufsichtsratschef der Gazprom-Tochter Nord Stream, Ex-Kanzler Gerhard Schröder, nannte die Aufnahme „einen Meilenstein für die Modernisierung Russlands und die europäisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen“.

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Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) erklärte, die Aufnahme Moskaus sei „gut für Deutschland, gut für Russland und gut für die WTO“. Deutschland als einer der wichtigsten russischen Handels- und Wirtschaftspartner werde davon in besonderem Maße profitieren, hieß es in einer Mitteilung Röslers aus Berlin.  

Die Mitgliedschaft Russlands und die damit verbundene Anerkennung des internationalen WTO-Regelwerks sowie die Pflicht zur Öffnung der russischen Märkte wird nach Einschätzung Röslers zu stabileren Rahmenbedingungen für Geschäfte mit Russland beitragen. „Das wird die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen beflügeln und für zusätzliche Impulse sorgen.“

So sinkt der durchschnittliche Zollsatz Russlands für Importe von derzeit 10 auf 7,8 Prozent.  Dadurch könnten allein deutsche Firmen nach Schätzungen des Bundeswirtschaftsministeriums bei Geschäften mit Russland rund eine Milliarde Euro pro Jahr mehr verdienen.

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft lobte die WTO-Aufnahme auch wegen des damit verbundenen „Modernisierungsdrucks“. Das Land werde sich neuen Standards und Regeln unterwerfen und transparenter mit Ausschreibungen für Geschäfte und mit Investoren umgehen müssen.  Jedoch muss Russland die Übernahme der WTO-Pflichten erst noch ratifizieren, bis spätestens 15. Juni kommenden Jahres.

Kommentare (1)

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Pro-D

16.12.2011, 14:38 Uhr

Jeder Schritt Russlands in Richtung der (von Deutschland geführten-) EU ist ein weiterer Schritt in Richtung der Achse D/F--Russland--China.

Und diese Achse wird OHNE die Briten auskommen.

Aber das alles kann man einfach in Geheimgesellschaften-III nachlesen. auch wie die Reise weiterhin geht.

Von mir aus, mag man das alles gerne als Verschwöhrungsquatsch abtuen, aAJeder Schritt Russlands in Richtung der (von Deutschland geführten-) EU ist ein weiterer Schritt in Richtung der Achse D/F--Russland--China.

Und diese Achse wird OHNE die Briten auskommen.

Aber das alles kann man einfach in Geheimgesellschaften-III nachlesen. auch wie die Reise weiterhin geht.

Von mir aus, mag man das alles gerne als Verschwörungs-Quatsch abtuen, aber wer nur etwas nachdenken kann, oder wer nicht mehr mit profaner Blindheit geschlagen ist, erkennt leicht, dass es wirkliche fundamentale Entwicklung auf den Punkt gebracht werden.
ber wer nur etwas nachdenken kann, oder wer nicht mehr mit profaner Blindheit geschlagen ist, erkennat leicht, dass es wirkliche fandamentale entwicklungen auf den Punkt gebracht werden.

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