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Welthunger-Index 2017

Wo der Kampf gegen Hunger erfolgreich ist – und wo nicht

VonKevin Knitterscheidt

Weltweit sind rund 815 Millionen Menschen von Hunger betroffen – deutlich weniger als noch im Jahr 2000. Doch die Verbesserungen betreffen nur einige Länder, während andere weiter darben. Eine Übersicht.

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Die Zahl der Hunger leidenden Menschen nimmt erstmals seit zehn Jahren wieder zu. Laut der Welternährungsorganisation FAO stieg sie auf 815 Millionen im Vergleich zu 777 Millionen im Vorjahr. Als Ursache sieht die nichtstaatliche Welthungerhilfe, die jährlich den Welthunger-Index (WHI) berechnet, vor allem kriegerische Auseinandersetzungen. Fortschritte gibt es dabei zwar in einigen Ländern, andere allerdings kommen seit Jahrzehnten nicht vom Fleck. Im Folgenden werden die größten Erfolge und Misserfolge im Kampf gegen den Hunger nach Ländern dargestellt, basierend auf der Entwicklung der WHI-Werte zwischen dem Jahr 2000 und heute. dpa

Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück

Die Zahl der Hunger leidenden Menschen nimmt erstmals seit zehn Jahren wieder zu. Laut der Welternährungsorganisation FAO stieg sie auf 815 Millionen im Vergleich zu 777 Millionen im Vorjahr. Als Ursache sieht die nichtstaatliche Welthungerhilfe, die jährlich den Welthunger-Index (WHI) berechnet, vor allem kriegerische Auseinandersetzungen. Fortschritte gibt es dabei zwar in einigen Ländern, andere allerdings kommen seit Jahrzehnten nicht vom Fleck. Im Folgenden werden die größten Erfolge und Misserfolge im Kampf gegen den Hunger nach Ländern dargestellt, basierend auf der Entwicklung der WHI-Werte zwischen dem Jahr 2000 und heute.

Bild: dpa

In der Zentralafrikanischen Republik toben seit Jahren religiöse Konflikte zwischen der christlichen Mehrheit und der muslimischen Minderheit. Das Land zählt zu den ärmsten der Welt. WHI im Jahr 2000: 50,9 WHI im Jahr 2017: 50,9 Veränderung: keine dpa

Kein Fortschritt: Zentralafrikanische Republik

In der Zentralafrikanischen Republik toben seit Jahren religiöse Konflikte zwischen der christlichen Mehrheit und der muslimischen Minderheit. Das Land zählt zu den ärmsten der Welt.

WHI im Jahr 2000: 50,9
WHI im Jahr 2017: 50,9
Veränderung: keine

Bild: dpa

Im Mai 2009 endete in Sri Lanka der seit 1983 andauernde Bürgerkrieg, in dem tamilische Separatisten einen eigenen Staat forderten. Die Zahl der Opfer wird auf bis zu 100.000 geschätzt. WHI im Jahr 2000: 26,8 WHI im Jahr 2017: 25,5 Veränderung: minus 1,3 AP

Kaum Fortschritt: Sri Lanka

Im Mai 2009 endete in Sri Lanka der seit 1983 andauernde Bürgerkrieg, in dem tamilische Separatisten einen eigenen Staat forderten. Die Zahl der Opfer wird auf bis zu 100.000 geschätzt.

WHI im Jahr 2000: 26,8
WHI im Jahr 2017: 25,5
Veränderung: minus 1,3

Bild: AP

Immer wieder wird die afrikanische Insel Madagaskar von Ausbrüchen der Pest heimgesucht. Die Lebenserwartung der Bevölkerung liegt bei 67,4 Jahren für Frauen und 64,3 Jahren für Männer. WHI im Jahr 2000: 43,6 WHI im Jahr 2017: 38,3 Veränderung: minus 5,3 dpa

Kaum Fortschritt: Madagaskar

Immer wieder wird die afrikanische Insel Madagaskar von Ausbrüchen der Pest heimgesucht. Die Lebenserwartung der Bevölkerung liegt bei 67,4 Jahren für Frauen und 64,3 Jahren für Männer.

WHI im Jahr 2000: 43,6
WHI im Jahr 2017: 38,3
Veränderung: minus 5,3

Bild: dpa

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ gilt als weitgehend geschlagen, doch wurden durch die jahrelangen Kämpfe im Irak weite Teile des Landes völlig zerstört. WHI im Jahr 2000: 26,5 WHI im Jahr 2017: 22,9 Veränderung: minus 3,6 dpa

Kaum Fortschritt: Irak

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ gilt als weitgehend geschlagen, doch wurden durch die jahrelangen Kämpfe im Irak weite Teile des Landes völlig zerstört.

WHI im Jahr 2000: 26,5
WHI im Jahr 2017: 22,9
Veränderung: minus 3,6

Bild: dpa

Der Inselstaat Indonesien wird regelmäßig von Naturkatastrophen heimgesucht: Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis sorgen immer wieder für Tausende Todesopfer. WHI im Jahr 2000: 25,5 WHI im Jahr 2017: 22,0 Veränderung: minus 3,5 dpa

Kaum Fortschritte: Indonesien

Der Inselstaat Indonesien wird regelmäßig von Naturkatastrophen heimgesucht: Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis sorgen immer wieder für Tausende Todesopfer.

WHI im Jahr 2000: 25,5
WHI im Jahr 2017: 22,0
Veränderung: minus 3,5

Bild: dpa

Auch in der Mongolei sind Naturkatastrophen häufig. Der Binnenstaat liegt in einem seismisch sehr aktiven Gebiet, es kommt regelmäßig zu Erdbeben. Dennoch machte der Kampf gegen Hunger hier große Fortschritte. WHI im Jahr 2000: 31,7 WHI im Jahr 2017: 13,4 Veränderung: minus 18,3 dpa

Große Fortschritte: Mongolei

Auch in der Mongolei sind Naturkatastrophen häufig. Der Binnenstaat liegt in einem seismisch sehr aktiven Gebiet, es kommt regelmäßig zu Erdbeben. Dennoch machte der Kampf gegen Hunger hier große Fortschritte.

WHI im Jahr 2000: 31,7
WHI im Jahr 2017: 13,4
Veränderung: minus 18,3

Bild: dpa

Seit sich Armenien 1991 von der Sowjetunion für unabhängig erklärte, hat das Land große Transformationsprozesse durchlaufen. Seit 2001 ist Armenien Mitgliedsstaat im Europarat. WHI im Jahr 2000: 18,4 WHI im Jahr 2017: 7,7 Veränderung: minus 10,7 Reuters, Sascha Rheker

Große Fortschritte: Armenien

Seit sich Armenien 1991 von der Sowjetunion für unabhängig erklärte, hat das Land große Transformationsprozesse durchlaufen. Seit 2001 ist Armenien Mitgliedsstaat im Europarat.

WHI im Jahr 2000: 18,4
WHI im Jahr 2017: 7,7
Veränderung: minus 10,7

Bild: Reuters, Sascha Rheker

Das Schwellenland Peru gilt unter Entwicklungsorganisationen als Vorzeigeland: In den vergangenen zehn Jahren wuchs die Wirtschaft durchschnittlich um 6,4 Prozent jährlich, die Armut ging deutlich zurück. WHI im Jahr 2000: 20,9 WHI im Jahr 2017: 8,7 Veränderung: minus 12,2 dpa

Große Fortschritte: Peru

Das Schwellenland Peru gilt unter Entwicklungsorganisationen als Vorzeigeland: In den vergangenen zehn Jahren wuchs die Wirtschaft durchschnittlich um 6,4 Prozent jährlich, die Armut ging deutlich zurück.

WHI im Jahr 2000: 20,9
WHI im Jahr 2017: 8,7
Veränderung: minus 12,2

Bild: dpa

Noch immer schwelt in der Ukraine der Konflikt zwischen der prowestlich orientierten Regierung in Kiew und den vielfach russlandnahen Separatisten im Osten des Landes. Doch die Hungersituation hat sich in den vergangenen zehn Jahren drastisch verbessert. WHI im Jahr 2000: 13,7 WHI im Jahr 2017: unter 5 Veränderung: minus circa 8,8 dpa

Große Fortschritte: Ukraine

Noch immer schwelt in der Ukraine der Konflikt zwischen der prowestlich orientierten Regierung in Kiew und den vielfach russlandnahen Separatisten im Osten des Landes. Doch die Hungersituation hat sich in den vergangenen zehn Jahren drastisch verbessert.

WHI im Jahr 2000: 13,7
WHI im Jahr 2017: unter 5
Veränderung: minus circa 8,8

Bild: dpa

Wie Armenien erklärte sich auch Aiserbaidschan im Jahr 1991 unabhängig von der Sowjetunion. Konflikte um die Region Bergkarabach, auf die auch Armenien Anspruch erhebt, forderten zahlreiche Tote. Der Konflikt ist nicht gelöst, aber einigermaßen stabilisiert. WHI im Jahr 2000: 27,5 WHI im Jahr 2017: 9,6 Veränderung: minus 17,9 dpa

Größter Fortschritt: Aserbaidschan

Wie Armenien erklärte sich auch Aiserbaidschan im Jahr 1991 unabhängig von der Sowjetunion. Konflikte um die Region Bergkarabach, auf die auch Armenien Anspruch erhebt, forderten zahlreiche Tote. Der Konflikt ist nicht gelöst, aber einigermaßen stabilisiert.

WHI im Jahr 2000: 27,5
WHI im Jahr 2017: 9,6
Veränderung: minus 17,9

Bild: dpa

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