Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.10.2013

15:22 Uhr

Welthunger-Index

Welthungerhilfe fordert mehr Kooperation

Jeder achte Mensch hungert – allen Fortschritten zum Trotz. Um das Leiden langfristig zu mindern, braucht es mehr als schnelle Hilfe bei Krisen. Die Welthungerhilfe fordert nachhaltige Investitionen – und formuliert Wünsche an die neue Bundesregierung.

Ein stark unterernährtes Kind weint. Laut dem aktuellen Welthunger-Index leiden besonders Kinder in Afrika unter mangelnder Ernährung. dpa

Ein stark unterernährtes Kind weint. Laut dem aktuellen Welthunger-Index leiden besonders Kinder in Afrika unter mangelnder Ernährung.

BerlinDie Deutsche Welthungerhilfe hat längerfristige Strategien gegen Dürren, Fluten und andere Katastrophen in Entwicklungsländern gefordert. Dazu gehörten etwa stabile Häuser, Deiche, ein gutes Straßennetz, Impfungen und bessere Anbaumethoden, sagte die Präsidentin der Organisation, Bärbel Dieckmann, am Montag bei der Vorstellung des Welthunger-Index 2013 in Berlin.

Eine gentechnische Weiterentwicklung von Pflanzen und mehr Nahrungsmittel-Exporte in Hunger-Regionen seien dagegen keine geeignete Lösung. Gentechnik werde nicht bei der Reduzierung von Hunger helfen, sagte Dieckmann.

Möglicherweise werde so vielmehr die Abhängigkeit der Kleinbauern von großen Konzernen gestärkt. Exporte aus Industrieländern halte sie „für einen ganz falschen Ansatz“, weil die Menschen vor Ort kein Geld hätten, diese Lebensmittel zu kaufen.

Der eigene Anbau sei für viele Kleinbauern die einzige Einkommensquelle. Stattdessen müsse Nothilfe in akuten Krisen stärker mit Entwicklungszusammenarbeit verschränkt werden, um Regionen gegen die kommende Katastrophen zu wappnen.

Von einer neuen Bundesregierung forderte die Welthungerhilfe, das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nicht abzuschaffen, sondern „seine Kompetenzen in Fragen globaler Nachhaltigkeit zu stärken“.

Ministerien mit ähnlichen Zuständigkeiten müssten verstärkt zusammenarbeiten. „Das gilt auch für die EU-Ebene und das gilt auch für die Uno-Ebene“, sagte Dieckmann. Zudem müssten die Industriestaaten den Klimawandel bremsen. Er könne in den nächsten Jahren zur tiefgreifensten Ursache für Hunger werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×