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26.11.2012

20:12 Uhr

Weltklimakonferenz

Minister Altmaier dämpft Erwartungen

Kein guter Start für die Klimakonferenz: Zu Beginn gab es viele Appelle, aber wenig Grund zur Hoffnung. Der Tagungsort Katar wird wegen des hohen CO2-Ausstoßes kritisiert. In zentralen Fragen ist keine Einigung in Sicht.

Umweltminister Peter Altmaier: Schraubt bereits die Erwartungen runter dpa

Umweltminister Peter Altmaier: Schraubt bereits die Erwartungen runter

Doha/BerlinMit einem Appell an die Staatengemeinschaft zu mehr Verantwortung und Kompromissbereitschaft angesichts der rapide ansteigenden Erderwärmung hat am Montag in Doha die Welt-Klimakonferenz begonnen. Es werde eine Vereinbarung benötigt, der sich alle verpflichtet fühlten und die wissenschaftlichen Erkenntnissen genüge tue, sagte die Chefin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres, zum Auftakt des zweiwöchigen Treffens in Doha. In Katar gebe es die Chance, eine sichere und bessere Zukunft für alle Länder auf den Weg zu bringen, sagte sie. Kritik kam am Tagungsort auf: Das Emirat Katar weist weltweit den höchsten Ausstoß an Klimagasen pro Kopf auf.

Die rund 190 Staaten wollen einen Weltklimavertrag vorbereiten, der 2015 beschlossen und 2020 in Kraft treten soll. Allerdings liegen Industriestaaten sowie Schwellen- und Entwicklungsländer in allen zentralen Fragen weit auseinander. Ziel der Staatengemeinschaft ist, die Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Dies gilt als gerade noch beherrschbar. Die erste Woche der Konferenz ist vor allem Umweltgruppen vorbehalten. In der zweiten Woche reisen die zuständigen Minister zur Konferenz an.

Umweltschützer kritisierten die Wahl des Tagungsortes. Katar habe nicht gezeigt, dass es den Klimawandel erst nehme, sagte Wael Hmaidan von Climate Action Network der Nachrichtenagentur Reuters. Der ehemalige Öl-Minister und Gastgeber des Treffens, Abdullah bin Hamad al-Attijah, wies die Kritik zurück. Der CO2-Ausstoß seines Landes gehe überwiegend auf den Energie-Sektor zurück, sagte er. "Ich halte nichts von dem Pro-Kopf-Ausstoß als Maßstab. Er wird meiner Meinung nach berechnet, um die kleinen Staaten als die Bösewichte darzustellen." Katar ist der weltgrößte Exporteur von flüssigem Erdgas und hat sich bislang keine konkreten Klima-Ziele auferlegt.

Bundesumweltminister Peter Altmaier mahnte, nicht zu viel von dem Treffen zu erwarten. "Ich glaube, es ist besser, wenn man die Erwartungen realistisch einschätzt", sagte der CDU-Politiker dem SWR. Die USA hätten gerade eine Wahl hinter sich, die Chinesen einen Regierungswechsel. "Ich kann nicht abschätzen, inwieweit zwei der wichtigsten Länder handlungsfähig sind." Er hoffe, dass wenigstens ein Fahrplan für die nächsten drei Jahre verabschiedet werde. China und die USA sind weltweit die größten Treibhausgas-Produzenten.

Deutschland müsse weiter Vorreiter beim Klimaschutz bleiben, betonte Altmaier. "Das hat moralischen, aber auch wirtschaftlichen Druck auf andere Länder ausgeübt." Der Minister setzte sich auch erneut für eine Reform des Handels mit Kohlendioxid-Verschmutzungsrechten in der EU ein, der derzeit nicht funktioniere. In diesem Punkt trifft er aber ebenso auf Widerstand im Wirtschaftsministerium wie in der Frage einer Erhöhung des EU-Klimaziels.

Die Grünen warfen der Regierung daher vor, Deutschland sei kein Treiber, sondern ein Bremser beim Klimaschutz. "Mit Schwarz-Gelb ist nicht nur kein Staat, sondern auch keine verantwortliche Klimapolitik zu machen", sagte ihr Parlamentarischer Geschäftsführer Volker Beck und beantragte eine aktuelle Stunde des Bundestages zur Klimakonferenz. Auch die Linken im Bundestag appellierten an die Regierung, Deutschland müsse sich bewegen, um den Weg zu einem Erfolg in Doha zu ebnen.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

26.11.2012, 21:19 Uhr

Katar nimmt den "Klimawandel" nicht ernst? Na sowas! Dabei ist das Klima dort bereits ziemlich erwärmt. Die viele heiße Luft, die dort wohl in den kommenden Tagen produziert wird, läßt schreckliche Folgen für das Weltsteuerklima erahnen!
Die zu erwartenden "wissenschaftliche" Erkenntnisse werden nämlich wohl weniger physikalischer denn fiskalischer Natur sein.
Jean Baptiste Colbert, 1619 - 1683, franz. Finanzminister hätte sich sicher totgelacht, hätte man ihm damals gesagt, daß seine Nachfolger im Amt sich irgendwann einmal daran machen, die Luft zu besteuern: "Die Kunst der Besteuerung liegt darin, die Gans so zu rupfen, daß sie unter möglichst wenig Geschrei so viele Federn wie möglich läßt."

WalterMB

26.11.2012, 21:52 Uhr

Es ist zum Lachen, unser Minister Altmaier appelliert an die Verantwortung der Politiker und Menschen (Reihenfolge beachten) gegenüber der Klimaveränderung und ist selber nicht in der Lage die notwendigen Schritte in Deutschland umzusetzen. Betrachten wir ein kleines Beispiel: viele Hausbesitzer haben unter dem Gesichtspunkt CO2 Reduktion in die Umrüstung der Heizungsanlagen auf CO2 freie Wärmepumpenheizung investiert. Die Umlagen für EEG steigen so stark, dass diese WP Heizungssysteme nicht mehr konkurrenzfähig sind und alle auf Gas-Brennwerttechnik gehen (also CO2 Intensiv). Die Umlage der Eneuerbaren Energien müßten ja theoretisch alle Energiesysteme tragen, damit wir in Zukunft CO2 freie Energie Erzeugungs Systeme (auch Wärme zählt dazu) haben. Was macht die Regierung: sie dreht diese Entwicklung zurück durch einseitige Belastung der CO2 freien Heizungssysteme und appelliert an Doha die
Welt zu retten. Es ist zum Todlachen.

Account gelöscht!

26.11.2012, 22:07 Uhr

Wie lange noch wollen wir uns noch die Lügen vom Klimawandel durch Almaier und seine Klimakanzlerin anhören???

Der Irrsinn zur Ausbeutung des deutschen Steuerzahlers nimmt kein Ende, jederhalbwegs naturwissenschaftlich gebildete Mensch erkennt den Schwachsinn, der hier abläuft!

Die so genannte Klimapolitik ist mittlerweile eine regelrechte Pseudoreligion geworden, inklusive eines massiv wirtschaftsschädigenden Ablasshandels.

Bestes Beispiel für die Verarschung ist Al Gore, der selbst ein Unternehmen betreibt, dass mit Emmissionszertigfikaten handelt. Die daraus erwirtschafteten Dollars wurden in Form einer Villa (4 Mio. $) auf Meeresniveau in San Francisco investiert, obwohl der Meeresspiegel steigen soll... ;-)

Informiert Euch über die Entstehung der Klimalüge und bildet Euch dann selbst eine Meinung!

Leute, lasst Euch nicht länger verarschen!!!

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