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14.09.2013

09:59 Uhr

Weltkriegs-Zwangsanleihe

Griechische Opposition will Milliarden aus Berlin

Stimmenfang in Griechenland: Das oppositionelle Bündnis der radikalen Linken (Syriza) nimmt Deutschland und Kanzlerin Merkel ins Visier. Die Bundesrepublik schulde dem Land noch etliche Milliarden – aus Kriegszeiten.

Syriza-Präsident Alexis Tsipras: Kommt seine Partei an die Macht, will er Deutschlands Schulden eintreiben. AFP

Syriza-Präsident Alexis Tsipras: Kommt seine Partei an die Macht, will er Deutschlands Schulden eintreiben.

Athen/ThessalonikiDie größte griechische Oppositionspartei Bündnis der radikalen Linken (Syriza) will von Berlin die Rückzahlung einer Zwangsanleihe aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges fordern. Dies sagte der Präsident der Partei, Alexis Tsipras am späten Freitagabend. Wenn seine Partei an die Macht kommt, werde er der Regierung in Berlin sagen, es könne nicht sein, dass schlechte Zahler die Griechen als schlechte Zahler charakterisierten.

„Schluss mit den Höflichkeiten, Frau Merkel. Wir schulden Ihnen. Sie schulden uns aber auch. Die Stunde der Abrechnung ist gekommen“, sagte Tsipras vor Tausenden Anhängern bei einer Parteiversammlung. Ausschnitte seiner Rede zeigte das griechische Fernsehen am Samstagmorgen.

Griechenland hatte 1942 für eine Zwangsanleihe an Nazideutschland 3,5 Milliarden US-Dollar zahlen müssen. Nach mehr als 70 Jahren wird in Athen der Wert dieser Zwangsanleihe auf 54 Milliarden US-Dollar (rund 40,6 Milliarden Euro) geschätzt. Die Bundesregierung hat Reparationsforderungen aus Griechenland für die Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg mehrfach als abgegolten zurückgewiesen.

Von

dpa

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