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19.03.2017

08:37 Uhr

Weltraumprogramm

Nordkorea testet neues Raketentriebwerk

Während US-Außenminister Tillerson in China weilt, testet Nordkorea einen neuen Raketenantrieb. Ob dies eine direkte Provokation sein sollte, ist unklar. Doch deutlich wird: Nordkorea verfolgt immer höhere Ziele.

Nordkorea

Kim Jong-un feiert „Wiedergeburt der Raketenindustrie“

Nordkorea: Kim Jong-un feiert „Wiedergeburt der Raketenindustrie“

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TokioNordkorea hat der landeseigenen Nachrichtenagentur zufolge ein neues Raketentriebwerk mit hohem Schub getestet. Machthaber Kim Jong Un lobte den Test, bei dem er selbst anwesend war, als „Ereignis von historischer Bedeutung“ für die inländische Raketenindustrie, teilte die staatliche Agentur KCNA am Sonntag mit.

Die Welt werde bald sehen, welche Bedeutung der Sieg dieses Tages mit sich trage, soll Kim außerdem gesagt haben. Die Tests kennzeichneten das, was bei der Entwicklung von Raketensystemen bald als „März 18 Revolution“ bekannt sein werde. KCNA berichtete, der Test habe den hohen Schub des Antriebs bestätigen und unter anderem auch die Zuverlässigkeit des Kontrollsystems messen sollen.

Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm (2016)

6. Januar 2016

Nordkorea führt seinen vierten Nukleartest aus. Nach eigenen Angaben wurde eine „miniaturisierte“ Wasserstoffbombe getestet. Experten ziehen die Angaben in Zweifel. (Quelle: AP)

7. Februar 2016

Nordkorea schießt nach eigenen Angaben eine Langstreckenrakete ins All.

9. März 2016

Machthaber Kim Jong Un erklärt, sein Land habe verkleinerte Atombomben entwickelt, die auf Raketen platziert werden können.

18. März 2016

Zum ersten Mal seit 2014 feuert Nordkorea eine Mittelstreckenrakete vom Typ Rodong ab. Das Geschoss fliegt rund 800 Kilometer weit, ehe es östlich des Landes ins Wasser fällt.

23. April 2016

Nordkorea schießt eine Rakete von einem U-Boot ab. Aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium heißt es daraufhin, das Geschoss habe eine Strecke von knapp 30 Kilometern zurückgelegt. Pjöngjang erklärt, der Start ziele darauf ab, die Atomsprengkopftechnologien voranzubringen.

22. Juni 2016

Washington und Seoul melden, dass Nordkorea zwei mutmaßliche Mittelstreckenraketen vom Typ Musudan abgefeuert hat. Diese Raketen könnten eines Tages in der Lage sein, weit entfernte Militärbasen der USA in Asien zu treffen. Pjöngjang gibt später bekannt, erfolgreich eine Mittelstreckenrakete getestet zu haben. Diese habe eine Höhe von 1400 Kilometern erreicht, bevor sie wie geplant in 400 Kilometer entfernten Gewässern gelandet sei.

19. Juli 2016

Nordkorea schießt drei Raketengeschossen ab. Zwei davon fliegen 500 bis 600 Kilometer weit. Die Tests sind nach Angaben der Führung in Pjöngjang Teil eines simulierten Präventivschlags auf südkoreanische Häfen und Flugplätze.

3. August 2016

Regierungsbeamten aus Südkorea und Japan zufolge legt eine nordkoreanische Mittelstreckenrakete einen Weg von rund 1000 Kilometern zurück und landet in der Nähe von japanischen Hoheitsgewässern. Es handelt sich vermutlich um eine Rodong-Rakete.

24. August 2016

Eine erneut von einem U-Boot abgefeuerte Rakete ist 500 Kilometer unterwegs, ehe sie nahe Japan ins Wasser stürzt. Kim erklärt, sein Land habe die Fähigkeit erlangt, einen vollausgerüsteten Atomangriff auszuführen. Auch das US-Festland befinde sich in Schlagdistanz.

5. September 2016

Wieder fliegen drei mutmaßliche Mittelstreckenraketen Nordkoreas fast 1000 Kilometer weit, ehe sie in Gewässern nahe Japan landen.

9. September 2016

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen nuklearen Sprengkopf erfolgreich zur Explosion gebracht.

Die Agentur deutete an, dass der Antrieb für Nordkoreas geplantes Raumfahrt- und Satellitenprogramm vorgesehen ist. Pjöngjang will in einem Fünfjahresplan mehrere Erdbeobachtungssatelliten ins All bringen sowie einen weiteren für geostationäre Kommunikation installieren. Dies käme einem wesentlichen technischen Fortschritt gleich.

Die Stationierung eines solchen Satelliten würde aber einen leistungsfähigeren Raketenantrieb erfordern als bisher benötigt. Das Land will zudem sein Raumfahrtprogramm ausbauen und innerhalb der nächsten zehn Jahre zum Mond starten.

Unterdessen kam US-Außenminister Rex Tillerson am Sonntag mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammen. Er sagte, US-Präsident Donald Trump sei viel daran gelegen, in Kommunikation mit Xi zu stehen und diesen bald zu treffen.

Ob Nordkoreas Vorgehen eine Provokation gegen die USA sein sollte, blieb zunächst unklar. Doch während seines Aufenthalts in Asien hatte Tillerson bereits zuvor gewarnt, es lägen alle Optionen auf dem Tisch. Ein Präventivangriff sei nicht mehr auszuschließen.

Nordkorea hingegen ist ein Kritiker der gemeinsamen Militärmanöver der Vereinigten Staaten und Südkorea. Zu Beginn der Übungen vor rund 14 Tagen feuerte Pjöngjang vier verbotene ballistische Raketen ab. Nach südkoreanischen Angaben flogen diese rund 1000 Kilometer weit und stürzten vor der Ostküste Südkoreas ins Meer.

Von

ap

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