Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.05.2013

10:55 Uhr

Weltverkehrsforum

Private sollen Infrastruktur mittragen

Viele sehen Straßen und Schienen als allgemeine Daseinsvorsorge an, die selbstverständlich vom Staat finanziert wird. Doch das wird bald nicht mehr reichen, glaubt der Generalsekretär des Weltverkehrsforums José Viegas.

Der öffentliche Verkehr fährt „auf Felge“ – das ist zumindest die Message des diesjährigen Weltverkehrsforums in Leipzig. obs

Der öffentliche Verkehr fährt „auf Felge“ – das ist zumindest die Message des diesjährigen Weltverkehrsforums in Leipzig.

LeipzigÖffentliche Verkehrsprojekte können nach Expertenmeinung weltweit künftig nur noch realisiert werden, wenn privates Geld investiert wird. Die öffentlichen Kassen seien leer, doch im Zuge der Globalisierung explodiere die Mobilität, sagte der Generalsekretär des Weltverkehrsforums, José Viegas. Über Modelle für die Infrastrukturfinanzierung der Zukunft diskutieren seit Mittwoch Teilnehmer aus 50 Ländern beim Weltverkehrsforum in Leipzig.

Die Denkfabrik bringt einmal im Jahr Wissenschaftler, Wirtschaftskapitäne und Politiker zur Diskussion über Zukunftsfragen von Transport und Verkehr zusammen. Das diesjährige Thema „Funding Transport“ sei gewählt worden, um die Dimension der künftigen Herausforderungen deutlich zu machen, sagte Viegas.

„Es scheint, dass zu viele Leute in der Politik denken, es braucht nur etwas mehr Geld, aber das ist nicht so“, sagte Viegas. Nach seinen Angaben wird sich der Passagierverkehr in der Luft bis 2030 verdoppeln, der Umfang der Luftfracht verdreifacht sich und der weltweite Containerumschlag wird sich bis 2030 vervierfachen. Allein für den Ausbau von Flughäfen, Häfen und Bahnlinien würden bis dahin nach Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit OECD elf Billionen US-Dollar gebraucht.

Gigantische Bauten auf Steuerkosten

Video: Gigantische Bauten auf Steuerkosten

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Entwicklungs- und die Industrieländer stünden vor einem Wendepunkt. Bei den Entwicklungsländern gehe es um den massiven Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. In den Industrieländern hingegen gehe es um die grüne Entwicklung der Mobilität mit völlig neuer Infrastruktur. „Die neuen Systeme werden auch gut funktionieren, aber sie erfordern riesige Investitionen“, sagte Viegas.

„Wir sind in einer Zeit, in der öffentliche Mittel nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen, aber es gibt privates Geld“, betonte er. Privates Geld wolle indessen bestimmte Rahmenbedingungen. Die Umsetzung von Verkehrsprojekten dauere lange und die Margen seien vergleichsweise niedrig. Für private Geldgeber müsse es attraktiv sein, in öffentliche Infrastruktur zu investieren.

Es müsse auch die Frage beantwortet werden, wie die Kosten fair und transparent verteilt werden könnten. Anliegen des internationalen Treffens sei es vor allem, Erfahrungen auszutauschen, etwa beim Thema öffentlicher und privater Partnerschaften, bekannt als Public Private Partnership, und Entscheidungshilfen für die Politik zu liefern. Das Weltverkehrsforum ist bei der Internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) angesiedelt und Nachfolgeveranstaltung für die frühere Verkehrsministerkonferenz.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Prophet

22.05.2013, 12:19 Uhr

Nein, der Staat stellt die Infrastruktur für Industrie und Bürger zur Verfügung. Dafür zahlen diese Steuern.
Aber heute sammelt die Industrie das erwirtschaftete Geld und investiert davon im Ausland. Das ist Landesverrat. Am Ende zahlt der Bürger die Straße selber, auf der er dann zur Arbeit fährt. Irgend etwas stimmt da doch nicht.

Account gelöscht!

22.05.2013, 13:04 Uhr

Weltverkehrs-Forum?
Was ist das denn nun wieder für ein Quark.
Man braucht kein solches Forum, wenn in Deutschland die Straßen nur noch aus Schlaglöchern vom vorigen Winter bestehen
Sind unsere Politiker eigentlich nicht mehr in der Lage, irgend etwas im Lande selbst zu regeln?
Wenn das so ist, brauchen wir keine Regierung
Bestimmt demnächst irgend ein Land, dass in Deutschland die Straßen gemacht werden müssen, oder wie?
Mein Gott, Thomas Wiezorek hat Recht, wir werden nur von Dilettanten regiert

Prophet

22.05.2013, 13:49 Uhr

Wir brauchen unbedingt eine EU-Schlaglochverordnung und einen Haufen von Kontrolleuren, die die Schlaglöcher vermessen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×