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22.07.2012

14:26 Uhr

Weltweite Studie

Steuerhinterziehung verschlingt 280 Milliarden Dollar

Steuerhinterziehung ist ein globales Problem, das jedes Jahr die Staaten enorme Summen kostet. Nun beziffert eine NGO den weltweiten Schaden, unter dem vor allem die ärmsten Länder der Welt leiden.

Blick auf den Hauptsitz der LGT Gruppe und das Schloss in Vaduz (Liechtenstein). ap

Blick auf den Hauptsitz der LGT Gruppe und das Schloss in Vaduz (Liechtenstein).

LondonDie Reichen der Welt haben einer Studie zufolge Finanzvermögen von 21 bis 32 Billionen Dollar in Steueroasen gebunkert. Dadurch seien den Staaten Einkommensteuern in Höhe von bis zu 280 Milliarden Dollar entgangen, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Untersuchung für die Organisation Tax Justice Network (Netzwerk für Steuergerechtigkeit).

Studienautor James Henry, früher Chefvolkswirt der Unternehmensberatung McKinsey, bezeichnete die dem Fiskus entzogenen Privatvermögen als „großes Schwarzes Loch in der Weltwirtschaft“. Das Problem spielt seinen Forschungen zufolge in den Entwicklungsländern eine besonders große Rolle. So hätten die reichsten Bürger in 139 Entwicklungsländern von den 1970er Jahren bis 2010 nicht ausgewiesene Vermögen über schätzungsweise 7,3 bis 9,3 Billionen Dollar angehäuft.

Das Tax Justice Network ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich den weltweiten Kampf gegen die Steuerflucht auf die Fahnen geschrieben hat. Die Studie verwendet Daten der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Vereinten Nationen und der Zentralbanken. Untersucht werden nur Finanzvermögen. Sachvermögen wie Immobilien, Goldbestände, Jachten und Rennpferde etwa werden nicht berücksichtigt.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Adenauer

22.07.2012, 14:40 Uhr

Es wäre denkbar einfach die größten Steuerhinteriehungsoasen zu schließen. Man mußte nur die "City of London", die "Square Mile im Herzen Londons",die Kanalinseln und andere britische Inseln in das Gebiet der EU eingliedern.
Beim EU Beitritt GBs haben diese den extraterritorialen Sonderstatus erhalten.

Alfred_Neumann

22.07.2012, 15:06 Uhr

Langsam, liebe Freunde. Was steht dahinter ? Ganz offenbar teilt eine Minderheit, die arbeitet und Geld verdient, nicht die Auffassung einer Mehrheit, die an dem fremden Geld partizipieren möchte. Das ist etwa so, als würden zehn Füchse und ein Haase demokratisch darüber abstimmen, was es denn zum Abendessen gibt. Die Frage ist doch: Was legimiert ein weitestgehend parasitäres Lebensmodell auf Kosten der Anderen ? Wir haben uns in Europa einen Lebensstandard geschaffen, der nicht mehr von der Wirtschaftsleistung getragen wird. Das kann so nicht weiter gehen. Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass sich mehr und mehr Leute da ausklinken und nicht mehr mitmachen.

philosoph

22.07.2012, 15:49 Uhr

ob könig, diktator oder tyrann: auch reiche wollen zumindest 1x täglich ihr schnitzel aufm teller. seid doch nicht immer gleich so neidisch. diese leute leben in sehr großer angst, müssen sich und ihren reichtum verstecken! wer will schon so leben...

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