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13.01.2009

21:39 Uhr

Weltwirtschaft

Bis in den letzten Winkel

Die Finanzkrise verschont keine Region der Erde. Selbst Länder, die im vergangenen Jahr noch immun gegen die Turbulenzen an den Märkten schienen und kräftig wuchsen, zeigen erste Symptome der Schwäche.

Das Finanzmonster geht auf Reisen. Illustration: Kolja Wilcke

Das Finanzmonster geht auf Reisen. Illustration: Kolja Wilcke

Peru: Wachstumsstar schwächelt

abu SAO PAULO. Als sich die 21 Präsidenten der Pazifikanrainer im November letzten Jahres in Peru trafen, konnten sie nur staunen: Die Sieben-Millionen-Einwohner-Metropole Lima strotzte nur so vor Zuversicht. Von der globalen Finanzkrise keine Spur. Kein Wunder: Bis Oktober letzten Jahres sah es so aus, als würde Peru 2008 erstmals sogar zweistellig wachsen: Knapp zehn Prozent wuchs die Wirtschaft des Andenlands bis Oktober. Das Land profitierte als Rohstoffproduzent bis Mitte des Jahres von den Höchstpreisen für seine Produkte. Das Land exportiert neben Agrargütern und Lebensmitteln vor allem Rohstoffe wie Kupfer, Gold und Zink nach Asien. Deren Preise sind seit September im Sinkflug und hinterlassen nun auch Bremsspuren in der Wirtschaft des Landes. "Peru hat seinen Wachstumszenit überschritten und wird sich jetzt auf härtere Zeiten einstellen müssen", sagt der Investmentbanker Walter Molano von der US-Investmentfirma Broker BCP Sec. Dieses Jahr wird die Wirtschaft aber nach Schätzung der Weltbank immer noch fünf Prozent wachsen. Für 2008 waren es nach Einschätzung der Banken neun Prozent.

Seit einigen Jahren ist das Andenland der Wachstumsstar auf dem Kontinent: Im Durchschnitt 7,5 Prozent im Jahr ist es seit 2004 gewachsen - wobei das Tempo Jahr für Jahr zugenommen hat. Das lag vor allem am Rohstoffzyklus - der jetzt erst mal beendet ist.

Dennoch besteht Hoffnung, dass Peru noch glimpflich davonkommt. Denn Perus Wirtschaft werde die Krise durch staatliche Ausgabenprogramme und anhaltendes Kreditwachstum gut abfedern können, sagt Pablo Morra von Goldman Sachs. Perus Regierung kann aus einer Position der Stärke agieren, weil sie nicht auf ausländische Finanzierungen angewiesen ist: Die Devisenreserven (30 Mrd. Dollar) sind höher als die gesamten Auslandsschulden (22 Mrd. Dollar). Sie betragen fast ein Viertel der peruanischen Wirtschaftsleistung. Präsident Alan Garcia brachte seit Amtsantritt Mitte 2006 den Haushalt ins Plus. Außerdem zahlte Peru seine Schulden beim Pariser Club zurück. Die Ratingagentur Fitch belohnte Peru nach seinen Bemühungen mit der guten Bonitätsnote Investment-Grade.

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