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26.01.2013

17:08 Uhr

Weltwirtschaftsforum Davos

Ein Funken Hoffnung

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos ist ein zaghafter Optimismus spürbar. Doch es fehlt nicht an mahnenden Stimmen: Der Reformkurs müsse entschlossen fortgesetzt werden – von den USA über Europa bis nach Japan.

Weltwirtschaftsforum in Davos: Jährlich kommen hier die führenden Finanz- und Wirtschaftsexperten zusammen. Reuters

Weltwirtschaftsforum in Davos: Jährlich kommen hier die führenden Finanz- und Wirtschaftsexperten zusammen.

Davos/ParisFührende Finanz- und Wirtschaftsexperten haben zum Abschluss des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos dazu aufgerufen, im Kampf gegen die Schuldenkrise nicht nachzulassen. Es gebe viele Signale der Hoffnung, jedoch sei die Erholung der letzten Monate insgesamt noch zu zart und fragil, erklärte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, am Samstag bei einer abschließenden Podiumsdiskussion über die globalen wirtschaftlichen Aussichten für 2013. Deshalb dürfe keine Regierung - von den USA über Europa bis nach Japan – bei den Bemühungen um Haushaltskonsolidierung Verschnaufpausen einlegen.

2012 geschaffene Instrumente wie der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) müssten voll funktionsfähig gemacht und entschlossen eingesetzt werden, mahnte Lagarde. Sie schließe sich der in Davos erhobenen Forderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken.

Der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD), Ángel Gurría, warnte, es stünden mittlerweile keine zusätzlichen Instrumente zur Krisenbewältigung mehr zur Verfügung. Strukturelle Reformen müssten konsequent weitergeführt werden, wenn ein Rückfall in die Krise verhindert werden soll.

Europäische Politiker hatten zuvor harte Sparprogramme verteidigt, obwohl in einigen Ländern weite Teile der Bevölkerung und insbesondere junge Menschen darunter leiden. Der Teufelskreis der Verschuldung könne nur durch ausgeglichene Budgets durchbrochen werden, sagte Italiens Finanzminister Vittorio Grilli am Freitagabend bei einem Podiumsgespräch. Spaniens Wirtschaftsministers Luís De Guindos erklärte, der politische Wille für den Erhalt der Gemeinschaftswährung sei weiterhin sehr groß.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) rief dazu auf, in den Bemühungen um die Beendigung der Schuldenkrise nicht nachzulassen. „Wir können diese Krise nur lösen, wenn wir auf dem Pfad der nachhaltigen Reformen bleiben“, sagte er. Zugleich zollte er Euro-Krisenländern wie Griechenland, Spanien, Portugal und Irland für deren Reformen Respekt.

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Jedes Jahr aufs Neue vereint sich die Elite aus Politik und Wirtschaft in Davos und diskutiert die Lage der Welt. Politiker tun sich keinen Gefallen, mit zu positiven Aussagen über das angebliche Ende der Euro-Krise.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, würdigte in Davos Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung und strukturellen Reformen, die erste Früchte tragen würden. Fortschritte in der Eurozone seien jedoch längst nicht robust genug, um die Krisenpolitik der Regierungen und der Notenbank beenden zu können.

Zum 43. Weltwirtschaftsforum waren mehr als 2.500 führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur nach Davos gereist. Fast 50 Staats- und Regierungschefs beteiligten sich an Podiumsdiskussionen.

Kommentare (6)

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popper

26.01.2013, 19:14 Uhr

Man muss sich fragen woher Frau Merkel ihre wirtschaftlichen Kenntnisse hat, wenn sie behauptet, Deutschland würde viel für den Binnenmarkt tun. Deutschlands Binnenmarkt ist leergefegt. Der Konsum ist auf niedrigstem Niveau, da die Einkommen der breiten Masse seit 20 Jahren stagnieren. Wie soll da Deutschland Importe aus den Südländern aufnehmen. Es ist doch eher so, dass deutsche Firmen in den Ländern zu Ramschpreisen einkaufen. Diese Behauptung von Frau Merkel, Deutschland würde einen Beitrag leisten, um diese Länder vor ihrem wirtschaftlichen Ruin zu bewahren, ist geradezu grotesk. Offensichtlich begreift Frau Merkel gar nichts von dem, was sie mit ihrer Politik der Wettbewerbsfähigkeitsdeologie anrichtet. Wie können alle wettbewerbsfähig sein in Bezug auf den Außenhandel. Der Wettbewerbsvorteil des einen ist immer der Wettbewerbsnachteil des anderen. Das zu begreifen gebietet die Logik, von der sich Frau Merkel und ihrer Berater oder Redenschreiber längst zum Schaden der Wirtschaft verabschiedet haben. Das ist einfach nur noch absurd, was da inzwischen abläuft.

Account gelöscht!

26.01.2013, 20:18 Uhr

PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!

Dann das Zitat des Tages von Fr. A. Merkel in Chile:
"90% des Wachstums findet außerhalb Europas statt."
Eine Sonderform der Selbsterkenntnis bei ansonsten durchgreifender Ignoranz zu nahezu allen wirtschaftlichen Fakten.
Hierzu meine Selbsterkenntnis: Der Teufelskreis der Verschuldung kann nur durch die Akzeptanz der Staatspleite Griechenlands und auch Zyperns hergestellt werden. Um dies zu wissen benötigt man kein Ökonomiestudium.
Die barbusigen Russinnen des Artikels erinnern ungewollt an den letzten Aufstand der Wandalen und deren Unterwerfung durch römische Legionen. Insofern also ein Protest ggen maskuline russische Oligarchen, die in Zypern investierten.
Auch für die fahrlässige mit Verstand geäußerten Statements von Hr. Moscovici wie Hr. Schäubles gibt es hüben wie drüben die Konsequenz einer Strafverfolgung nach Aufhebung ihrer Immunität "hüben" wie "drüben"!

Account gelöscht!

26.01.2013, 21:57 Uhr

Dragi hat ganz Davos getäuscht. Die Europäische Zentralbank (EZB) will künftig Anleihen des permanenten europäischen Rettungsschirms ESM als Sicherheiten bei ihren Refinanzierungsgeschäften mit den Geschäftsbanken akzeptieren.
Die Ankündigung Draghis die Staatsschulden durch die Notenpresse zu finanzieren ist damit unmittelbar gegeben. Im ESM sind Rettungsgelder, die quasi oberfaul und uneinbringbar sind. Und gleichwohl wird der ganze Schrott aufgekauft. Die EZB hat den Zirkus um Davos geschickt genutzt um die fundamentalste Entscheidung der letzten beiden Jahre fast klammheimlich durchzudrücken. Ab sofort sagt auch der Leineweber: Die Notenpresse wird zur Finanzierung der Staatshaushalte eingesetzt. Das war bis heute noch nicht klar, vgl. fortunanetz 22. August 2012. Jetzt sind alle Dämme gebrochen. Draghi hat in Davos nichts gesagt, das zeigt wie gefährlich er ist. Und den neuern Chef der Euro-Gruppe aus Holland hat er schon in der ersten Dienstwoche vom Deich gejagt. Juncker wollte diese Drecksarbeit wohl seinem arglosen Nachfolger überlassen. So geht Draghi/Juncker heute. Jetzt sind alle geldpolitischen Dämme gebrochen, vgl. fortunanetz. Der monetäre Supergau ist eingetreten. Die direkte Finanzierung des ESM über die EZB. Und das stand nur am Freitag in der FAZ, sonst nirgends!

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