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22.01.2015

14:59 Uhr

Weltwirtschaftsforum in Davos

Einzelhandel hofft auf gutes Geschäft

VonKirsten Ludowig

Während die Mächtigen der Welt sich beim WEF in Davos treffen, macht sich die Geschäftsstraße im Schweizer Alpenort bereit auf umsatzstarke Tage. Denn viele Inhaber hoffen auf ein gutes Geschäft mit der globalen Elite.

Der Schweizer Alpenort Davos: Während des Weltwirtschaftsforums hoffen die Ladeninhaber auf ein gutes Geschäft. AFP

Der Schweizer Alpenort Davos: Während des Weltwirtschaftsforums hoffen die Ladeninhaber auf ein gutes Geschäft.

DavosPromenade heißt die Hauptstraße im Schweizer Alpenort Davos. An der Flanier-Meile liegen nicht nur exklusive Herbergen wie das Steigenberger Grandhotel Belvédère, wo sich während des Weltwirtschaftsforums die führenden Politiker und Wirtschaftslenker treffen – und unzählige Veranstaltungen und Partys stattfinden. Hier sind auch die Geschäfte: Noble Marken wie Bogner, Rolex oder Bally, aber auch ganz normale Läden.

Viele Inhaber hoffen auf ein gutes Geschäft mit der globalen Elite. Davos profitiere stark vom Gipfeltreffen, sagt der Landammann der Gemeinde, Tarzisius Caviezel. Studien schätzten die Wertschöpfung im Bereich von 40 bis 60 Millionen Franken für die lokale Wirtschaft.

Mike Käch steht mit weißer Schürze neben seiner Tochter hinter der Theke von Gourmet Käch, in der sich eine Käsespezialität an die andere reiht. Zwar ist das alljährliche Forum im Januar nicht seine umsatzstärkste Zeit; die ist während des Spengler Cup. Das 1923 zum ersten Mal ausgetragene Eishockey-Turnier, das jedes Jahr zwischen Weihnachten und Silvester in Davos stattfindet, lockt Tausende Fans in die 13.000-Einwohner-Gemeinde. Aber einheimische Leckerbissen wie Irene’s Nusstörtli verkaufen sich zum Weltwirtschaftsforum dann doch häufiger. Und auch die Unternehmen ordern bei Käch feine Käse- oder Fleischplatten und Wein für ihre Veranstaltungen.

EZB steht vor weiteren historischen Schritten

EZB-Rat

Das Führungsgremium der Notenbank entscheidet ab Januar 2015 nur noch alle sechs Wochen über die Geldpolitik im Euroraum, erster Termin dafür ist der 22. Januar. Bisher gab es in der Regel am ersten Donnerstag jedes Monats eine Zinsentscheidung der EZB. Draghi begründete den neuen Turnus mit überzogenen Erwartungen der Märkte: Würden diese enttäuscht, komme es zu Konsequenzen – ohne dass es dafür einen ökonomischen Grund gebe. „Die EZB sollte aber nicht jeden Monat handeln. Deshalb haben wir uns entschieden, dass der Sitzungskalender mit monatlichen Treffen zu eng ist“, erklärte der Italiener Anfang Juli.

Neubau

Ihre neue Zentrale im Frankfurter Ostend hat die EZB bereits im November bezogen, am 18. März 2015 soll sie feierlich eröffnet werden. Das Ensemble aus zwei gläsernen Türmen - 165 und 185 Meter hoch - sowie der denkmalgeschützten ehemaligen Großmarkthalle bietet Platz für 2900 Mitarbeiter. Die Kosten für den Neubau am Mainufer waren mehrfach nach oben korrigiert worden, jüngste Schätzung: 1,3 Milliarden Euro. Die Endabrechnung soll Ende 2015 vorliegen.

Protokolle

Ein weiteres Novum: Die Notenbank wird ab 2015 regelmäßig Zusammenfassungen der Beratungen des EZB-Rates veröffentlichen – und zwar jeweils vor der folgenden Sitzung. Bislang lagen die Mitschriften für 30 Jahre unter Verschluss. Die neue Transparenz sei „ein weiterer Weg, um unsere Maßnahmen und die ihnen zugrundeliegenden Erörterungen zu erläutern“, erklärte Draghi. Schließlich sei das Vertrauen der Bevölkerung in die Geldpolitik immens wichtig.

Stimmrechte

Im EZB-Rat galt bisher das Prinzip: ein Land, eine Stimme. Mit dem Euro-Beitritt Litauens ändert sich das. Ab 2015 wird rotiert. Im Mai darf Bundesbank-Präsident Jens Weidmann deshalb erstmals keine Stimme bei den geldpolitischen Entscheidungen abgeben. Hintergrund ist ein EU-Beschluss von 2003, wonach das Stimmrecht in dem Gremium rotiert, sobald die Eurogruppe mehr als 18 Mitglieder hat. Das soll sicherstellen, dass auch dann rasch und effizient entschieden werden kann, wenn die Währungsunion größer wird. Das System tritt mit dem Eurobeitritt Litauens zum 1. Januar in Kraft.

Anleihenkäufe

Die Inflation ist gefährlich niedrig, das viele billige Geld der Europäischen Zentralbank (EZB) bringt die Wirtschaft bislang nicht wie von den Währungshütern gewünscht in Schwung. Viele Ökonomen rechnen deshalb damit, dass die Notenbank Anfang 2015 den Weg für Anleihenkäufe in großem Stil freimachen wird („Quantitative Easing“, QE). Befürworter hoffen, dass der Erwerb von Unternehmens- und Staatsanleihen durch die Notenbank die Wirtschaft ankurbelt – und zugleich die Inflation wieder in Richtung des EZB-Zieles befördert. EZB-Präsident Mario Draghi betont, dass die Vorbereitungen für neue Eingriffe weit fortgeschritten seien. Ausdrücklich nannte er dabei QE, wobei auch Staatsanleihenkäufe im Rahmen des Mandats der EZB möglich seien.

Zinsen

„Die Zinsen werden niedrig, niedrig, niedrig bleiben. Die Geldflut der Zentralbanken wird anhalten“, prognostizierte Deutsche-Bank-Chefvolkswirt David Folkerts-Landau im Dezember. Europas Währungshüter selbst haben immer wieder bekräftigt, dass sie die Zinsen auf absehbare Zeit nahe Null halten werden. Dass der Leitzins im Euroraum noch unter das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt wird, gilt allgemein als unwahrscheinlich. Draghi selbst hatte eingeräumt, beim Leitzins sei „der untere Rand erreicht“.

Einige von ihnen haben sich links und rechts von Gourmet Käch auf der Promenade angesiedelt. Viele Inhaber vermieten ihre Ladenlokale an Unternehmen, die am Forum teilnehmen. Dann werden kurzerhand die Regale leergeräumt. Dort wo sonst Schuler Bücher zu finden ist, sitzt jetzt die Delegation des US-Softwarekonzerns Salesforce an Tischen über Laptops. Am Schaufenster eines anderen Ladens lehnt ein Schild der Deutschen Börse.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.01.2015, 19:18 Uhr

Einzelhandel hofft auf gutes Geschäft

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Einzelhandel hofft auf gutes Geschäft

UND

Der Bürger hofft auf dem Lotto-Gewinn

ABER

BEIDES WIRD NICHT EINTREFFEN !!!

ARBEITSPLÄTZE FEHLEN IN EUROPA...

Ohne Arbeitsplätze mit REAL-LÖHNE...AUCH KEINE KAUFKRAFT !!!





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