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17.01.2017

08:02 Uhr

Weltwirtschaftsforum in Davos

„Schlichte Antworten reichen nicht aus“

Politiker, Wirtschaftsbosse und Wissenschaftler diskutieren die Herausforderungen der Globalisierung – während Trump „America First“-Ansagen macht. Zum Start machen die Veranstalter klar, was sie von Abschottung halten.

Davos 2017: Der erste Tag

Davos 2017

Der erste Tag

Es knirscht im globalen Machtgefüge. Staatsmänner und Konzernlenker sollen neue Strategien zu entwickeln, um die Herausforderungen zu meistern. Ein Blick auf die großen Themen am ersten Tag des Weltwirtschaftsforums.

GenfDie Herausforderungen der Globalisierung können nach Überzeugung von Philipp Rösler, dem Ex-Wirtschaftsminister und Vorstand des Weltwirtschaftsforums, nur gemeinsam gelöst werden. „Die Antwort auf die Herausforderungen der Globalisierung ist: globale Kooperation, nicht weniger, sondern mehr“, sagte Rösler vor dem Auftakt des Forums an diesem Dienstag in Davos. Ohne direkt auf die protektionistischen Äußerungen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump einzugehen, sagte Rösler: „Wir glauben, dass in einer komplexen Welt einfache, schlichte Antworten wahrscheinlich nicht ausreichend sein werden.“

Rösler stellte die Chinesen als gutes Beispiel heraus. Der chinesische Präsident Xi Jinping werde in Davos über die „Globalisierung und die Notwendigkeit für offenen und fairen Wettbewerb“ reden. „Es ist ein klares Statement seitens der Chinesen, erstmalig hier mit dem Staatsoberhaupt vertreten zu sein, und dann eine Rede zum Thema Welthandel und Globalisierung zu halten“, sagte Rösler. „Und am Freitag ist dann die Amtseinführung in Washington. Es wird sehr spannend sein, das in einem Zusammenhang zu sehen.“

Handelsblatt live in Davos

„Chinesische Elite endlich in Davos“

Handelsblatt live in Davos: „Chinesische Elite endlich in Davos“

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Der Hedgefonds-Manager und Trump-Berater Anthony Scaramucci sei in Davos dabei, sagte Rösler. „Wir werden ihn fragen, was die ersten Maßnahmen in den ersten 100 Tagen sein werden, und wir werden gespannt auf die Antworten sein.“ Bis zum Freitag treffen sich etwa 3000 Spitzenpolitiker, Wirtschaftsbosse und Wissenschaftler in dem Schweizer Wintersportort. Kernthema ist die Zukunft von Freihandel und Globalisierung angesichts der jüngsten Erfolge von Populisten.

„Wenn man sich in der Politik gerade besonders auf das eigene Land konzentriert, die Wirtschaft sich aber in der Welt weiter ausbreitet, dann erreicht man am Ende das Gegenteil von dem, was man will“, sagte Rösler, der als FDP-Politiker von 2011 bis 2013 deutscher Wirtschaftsminister war. „Dann werden weltweit die Unternehmen weiter wachsen, aber immer weniger kontrolliert, weil Politik sich ja nur regional oder national aufstellt.“

Die Welt habe sich nachhaltig verändert, meinte Rösler. „Die klassische Aufteilung zwischen Kommunismus und Kapitalismus gibt es in der Form so nicht mehr. Einfach nur so weitermachen wie bisher, das wird nicht funktionieren.“ Man müsse sich fragen, wie sich eine Marktwirtschaft verändern müsse, wie die Teilhabe am Wachstum für alle möglich gemacht werden könne.

Weltwirtschaftsforum 2017

„Eigentlich weiß ich nicht, was wir zu erwarten haben“

Weltwirtschaftsforum 2017: „Eigentlich weiß ich nicht, was wir zu erwarten haben“

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Enttäuschung über mangelnde Beteiligung deutscher Politprominenz am Forum äußerte Rösler nicht. „Jeder hat Verständnis, dass die Bundeskanzlerin angesichts auch der nationalen Herausforderungen zu Hause gebunden ist“, sagte er. „Umso mehr freuen wir uns, dass wir Wolfgang Schäuble da haben, einen der angesehensten Finanzminister nicht nur in der EU sondern darüber hinaus.“. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sei dabei, ebenso der scheidende Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Lothar dM

17.01.2017, 08:54 Uhr

Die "Elite" liegt falsch und zeugt von ihrer intellektuellen Unfähigkeit. In einer immer komplexer werdenden Welt sind insb. Bemühungen zur Komplexreduktion von Nöten, da ansonsten nichts mehr geht. Ordnungspolitik, d.h. klare Regeln, die bei Nichteinhalten auch klar geahndet werden sind unverzichtbar. Wer Regeln bricht, wie insb. Merkel, der gefährdet nicht nur die Stabilität unseres Landes, sondern des ganzen Kontinents, denn nichts ist mehr berechenbar.

Die Briten haben die größte strategische Herausforderung dieses noch jungen Jahrhunderts erkannt. Die weiter wachsende Weltbevölkerung wird nach Norden drängen, da ist klare Kante gefragt und nicht noch eine Merkel´sche Einladungspolitik, die am Ende einen endlosen Strom von unkontrollierter Zuwanderung induziert. 1/4 des Mittleren Ostens und Afrikas (also hunderte Millionen von Menschen) denkt mittlerweile über Migration nach Norden, insb. Deutschland nach ... wo soll das hinführen? Es müssen endlich Konzepte zur Stabilisierung der 3 Welt gefunden werden, vor allem beginnt das mit Geburtenkontrolle auf globaler Basis. Alles andere ist Symptomdokterei kleingeistiger Politiker ... wie Merkel.

Die ändert nichts an den Problemen des Südens, ruiniert aber zusätzlich den Norden mit ihrer Politik.

Stefan Armbros

17.01.2017, 09:00 Uhr

Wenn an der Globalisierung nicht nur die Eliten verdienen sollen, sondern auch alle anderen, warum traut man sich dann nicht, einen Teil der Globalisierungs- und Technisierungsgewinne als Grundeinkommen zu verteilen? Dann können die Menschen sehen, daß auch sie von diesen beiden Entwicklungen direkt profitieren und den Populisten würde die Existenzgrundlage entzogen.

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