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28.01.2010

12:45 Uhr

Weltwirtschaftsforum

„Investitionsmöglichkeiten in Haiti sind gut“

VonHermann-Josef Knipper

Für den Chef des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, war es eine der wichtigsten Veranstaltungen in Davos: Der Auftritt des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, der am Donnerstagmittag eine Initiative zur Hilfe für das erdbebengeschädigte Haiti ins Leben rief.

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton wirbt in Davos für die Haiti-Hilfe. Reuters

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton wirbt in Davos für die Haiti-Hilfe.

DAVOS. Clinton gehört seit vielen Jahren zu den Stammgästen des Treffens der Weltelite in den Schweizer Bergen. Zuerst dankte Clinton dem brasilianischen Außenminister Celso Amorim für die riesige Hilfe seines Landes in Haiti, die ähnlich bedeutend sei wie die der USA. Amorim saß mit ihm auf dem Podium und kündigte später eine Beteiligung an der Initiative an.

Dann verkündete Clinton eine Partnerschaft seiner Stiftung mit dem Weltwirtschaftsforum zum Wiederaufbau einer Privatwirtschaft in Haiti an. Er förderte in einem leidenschaftlichen Appell alle Teilnehmer auf, sich daran zu beteiligen. Clinton machte auf die verheerende Lage in Haiti nach dieser "unvorstellbaren Katastrophe" aufmerksam, wo er sich erst vor wenigen Tagen selbst umgesehen hatte.

Da de facto alle Regierungsgebäude zerstört seien, sei nun der Flughafen die neue Schaltzentrale des Landes. Es gebe zu wenig Lebensmittel, zu wenig Wasser, zu wenig Medikamente und Zelte für Hunderttausende. Die Schulen müssten schrittweise wieder geöffnet werden. Wöchentliche Fortschritte müssten erzielt werden, um den Menschen die Hoffnung wiederzugeben. Es seien viel mehr Lebensmittelausgabestellen nötig. Und es müsse schnellstens ein völlig neues Distributionsnetz aufgebaut werden. Clinton: „Wir brauchen sofort große Trucks und Lieferwagen, wir brauchen zusätzliche Mediziner-Teams.“

Die Davos-Teilnehmer forderte er auf, sich am Wiederaufbau Haitis aktiv zu beteiligen: "Wir brauchen private Investments zum Aufbau einer nachhaltigen Volkswirtschaft, Projekte in der Landwirtschaft und im Tourismus. Alles, was vor dem Erdbeben und nach den vier Hurrikans 2008 aufgebaut worden war, ist zerstoert. Haiti hat eine neue Chance verdient. Sie werden überrascht sein, wie gut die Investitionsmöglichkeiten in Haiti sind."

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gewährte dem stark beschädigten Haiti unterdessen einen Notkredit von 114 Millionen Dollar. Haiti sollte das Geld bis Freitag erhalten, teilte der IWF am Mittwoch mit. Damit soll die Wirtschaft des Landes wieder angestoßen werden und die Regierung in die Lage versetzt werden, ihre Arbeit wieder aufzunehmen.

Der IWF erließ Haiti bis Ende 2011 die Zinsen auf den Kredit. Haiti war am 12. Januar von einem verheerenden Erdbeben erschüttert worden, bei dem bis zu 200 000 Menschen ihr Leben verloren.

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