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25.01.2012

12:28 Uhr

Weltwirtschaftsforum

Kapitalismus in der Existenzkrise

Die Finanzkrise bedroht die Grundfesten der Marktwirtschaft. Seit Jahren diskutiert das Weltwirtschaftsforum eine neue, bessere Ordnung. Doch die Zeit für akademische Debatten läuft ab, konkrete Antworten sind gefragt.

Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums passieren einen Spiegel mit aufgedrucktem Schriftzug. dapd

Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums passieren einen Spiegel mit aufgedrucktem Schriftzug.

So viel Unordnung war selten. Ein Blick auf die Themen der letzten Elite-Gipfel in Davos zeigt, wie rat- und orientierungslos wir immer noch nach einer neuen Ordnung für die Welt suchen. Direkt nach der Finanzkrise im Januar 2009 versuchten Manager, Wissenschaftler und Politiker auf dem Zauberberg in den Alpen, die Umrisse einer neuen Weltordnung nach dem Schock des Vorjahres aufzuzeigen. Der Erfolg war bescheiden.

Ein Jahr später sollte die bisherige Ordnung „überdacht, überarbeitet und neu aufgebaut“ werden. Die Weltwirtschaft kam jedoch wieder in Tritt, so dass die Renovierung erneut verschoben wurde. Stattdessen suchten die Vordenker auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) 2011 nach „gemeinsamen Werten für die neue Realität“.

Wenn jedoch im vergangenen Jahr etwas ins Wanken geraten ist, dann sind es unsere Werte – insbesondere die des Westens. Ob Demokratie, Solidarität zwischen Arm und Reich, die Marktwirtschaft oder gleich der ganze Kapitalismus – es gibt fast nichts, was derzeit nicht infrage gestellt wird.

Video

Tag 1 Davos: Alle Augen auf Merkel

Video: Tag 1 Davos: Alle Augen auf Merkel

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„Die große Transformation“ ist das große Thema in diesem Jahr beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Aber auch das beschreibt nur die ungelöste Aufgabe, diese Transformation zu bewältigen. Wir wissen zwar, woher wir kommen. Aber kaum jemand weiß, wohin wir gehen wollen. Die Richtung vorgeben, selbst voranschreiten – das erwartet die Welt gerade von der Führungselite, die sich alljährlich in Davos versammelt. Doch die ringt seit vier Jahren immer noch mit der gleichen Frage: Wie bekommen wir eine aus den Fugen geratene Welt wieder in den Griff?

Die Eröffnungsrede am frühen Abend wird Bundeskanzlerin Angela Merkel halten. Die versammelte Elite aus Politik, Unternehmen und Finanzwelt wird ihr aufmerksam zuhören - denn Deutschland gilt nicht nur als Führungsmacht beim Krisenmanagement, sondern auch als Volkswirtschaft mit Vorbildfunktion.

Kommentare (64)

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Persaldo

25.01.2012, 13:18 Uhr

der heutige "Kapitalismus" nährt sich von Korruption und sollte nicht gerettet werden.
Es braucht erstmal eine solide Wirtschaftsordnung in der EU.

Grundlage hierfür sind EU-einheitliche bürgerliche Gesetze wie Handelsgesetzte etc.
Aber die gibt es bis heute nicht !!!!


In vielen EU-Ländern denkt man nur "europäisch" wenn Deutschland bezahlen soll!

Besonders in Portugal, wie PIGS und Ungarn.

Deshalb sind Diskriminierung, Erschwerung amtlicher Angelegenheiten, "finanzielles Ausnehmen", Betrug, Behinderung, Produktpriaterie, Markenpiraterie, Unterschlagung, Erpressung und Nötigung von Deutschen und Deutschen Firmen dort bis heute selbstverständlich !


Dr.NorbertLeineweber

25.01.2012, 13:51 Uhr

Dr.NorbertLeineweber zu Davos und Schwab:
Klaus Schwab, der Chef des Weltwirtschaftsforums in Davos ist wahrlich einer der dümmsten Chefs, den die Welt je gesehen hat. Er behauptet: "Das kapitalistische System passt nicht mehr in diese Welt." Er stellt also die Sinnfrage, wie andere Scharlatane auch.
Nicht der Kapitalismus ist gescheitert sondern die Politik. Es handelt sich um ein massives Staatsversagen aller an der Wirtschaftspolitik Beteiligten. Dazu habe ich eine schöne Dissertation geschrieben. Wenn Schwab 50 Seiten davon gelesen hätte, könnte er so ein Unfug nicht in den Raum stellen. Die Politik hat die Aufgabe lenkend in den Markt einzugreifen. Wenn sich also Banken an Hedge-Fonds beteiligen dürfen, ist das Staatsversagen, weil systembedrohlich. Wenn Banken ihre Risiken in Zweckgesellschaften auslagern dürfen ist das Staatsversagen, weil wilde Spekulationen begünstigt werden. Wenn die Banken nicht reguliert werden und Derivate und Schrottpapiere kaufen dürfen, ist das Staatsversagen (z.B. Landesbanken).Wenn Notenbanken Immobilienblasen schüren ist das Staatsversagen in Reinkultur, weil Anreize falsch gesetzt werden und keine Sicherheiten verlangt wurden.
Wenn der Solidarpakt ausgehebelt wird, ist das Staatsversagen. Und zwar in jedem einzelnen Schuldnerland und im speziellen ein Totalversagen in Euroland und in allen Europäischen Organisationen (Barroso, Juncker und Van Rompuy). Auch die EZB unter Trichet hat versagt, statt die Schuldnerländer an die Kandarre zu nehmen.
Wo ist das marktwirtschaftliche Problem? Schlichtweg nirgends. Wenn man jetzt noch überlegt wieviel Knete Schwab für die Verbreitung seines Unfugs bekommt, zeigt das allenfalls an, dass das Staatsversagen auf Davos vollumfänglich übergegriffen hat. Dass von allen Teilnehmern einer intelligenter ist als ich, darf wahrlich angezweifelt werden. Die Systemkrise ist eine Staatskrise.

AllesQuatsch

25.01.2012, 14:12 Uhr

wenn es ein staatsversagen ist, dann ist es also ein versagen eines jeden einzelnen, der die vertreter gewählt hat. die sind also auch ein versager, genaso wie ich. ich denke die krise hat rein menschliche instiktive ursachen. der mensch neigt zum übertreiben und ist raffgierig. je höher er kommt umso mehr will er. auf etwas verzichten will er eigentlich nicht. kommt es doch mal zu einem gezwungenem verzicht, ist der nächste große krieg schon am warmlaufen. dann wird ein wenig gemetzelt, damit man auskundschaften kann, wer der mächtigere ist und es kann zu einem systemwechsel kommen und die ganze chose geht von vorne los bis zum nächsten reset. eigentlich ist das problem die menschheit an sich. ob nun kapitalismus, kommunismus oder islamismus oder sonst eine glaubensrichtung. es hängt immer von der gesellschaft ab, wie diese systeme sich entwickeln. politik hat ihren einfluss, aber auch der bürger selbst hat ja einfluss auf die politik. ein hitler konnte ja auch nur an die macht kommen, weil es vom damaligen volke so gewollt war. egal ob propaganda und gehirnwäsche einen einfluss hatten. jeder ist seines eigenen glückes schmied.

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