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31.01.2010

11:58 Uhr

Weltwirtschaftsforum

Rettungsfonds für Banken rückt näher

VonHermann-Josef Knipper

Der von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann vorgeschlagene Rettungsfonds für Großbanken rückt offenbar näher. Vertreter europäischer Großbanken signalisierten am Rande des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos, das am Sonntag zu Ende ging, ihre Unterstützung.

Quelle: Reuters

DAVOS. Die Gespräche über Startdatum und Finanzausstattung des Fonds stecken nach Informationen des Handelsblatts noch in den Kinderschuhen. Schätzungen darüber, wie hoch der Fonds dotiert sein soll, gibt es angeblich ebenfalls noch nicht. "Es geht um mehrere Milliarden Euro", hieß es in Bankerkreisen in Davos. Der Fonds soll nach den bisherigen Überlegungen mit einem überschaubaren Mindestkapital ausgestattet werden, um dann im Krisenfall vorher vereinbarte Zahlungen der beteiligten Institute abzurufen.

Als Präsident des Großbankeninstituts IIF und damit oberster Lobbyist der internationalen Finanzindustrie hatte Ackermann vor zwei Monaten die Idee aufgebracht, dass die Banken auf europäischer Ebene in Eigenregie diese neue Art von Sicherungs- und Liquiditätsfonds auflegen sollten. Mit dem Fonds sollen sich die Institute gegenseitig unterstützen und mit Liquidität versorgen, wenn eine Bank in Schieflage zu geraten droht. Gedacht ist an eine möglichst frühzeitige Intervention, um den Schaden zu begrenzen.

Der Fonds soll zunächst aus den Gewinnen der Banken gespeist werden. Der Vorschlag, dass auch Staatsgelder in den Fonds fließen sollen, um schnellstmöglich das gewünschte Volumen zu erreichen, lehnt die Bundesregierung in Berlin ab. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) bekräftigte diese Position in Davos gegenüber dem Handelsblatt: "Das ist alleine Sache der Banken." Die sehen das anders: Das Modell, so hieß es in Finanzkrisen, funktioniere nur, wenn der Staat eine Minderheitsbeteiligung und eine Art Bürgschaft übernehme.

Ackermann, so hieß es weiter, gehe es mit dem Fonds weniger um Bankenrettung als um Bankenabwicklung. Der Fonds solle das Strukturproblem lösen, daß sogenannte systemrelevante Großbanken nicht in Konkurs gehen können und staatlich aufgefangen werden müssen. Die Banker wollen dies mit einem verbesserten Konkursrecht und anderen Maßnahmen wie Reformen im Derivatehandel kombinieren, um das geordnete Ausscheiden schwacher Banken aus dem Markt zu ermöglichen. Regierungen und Aufsichtsbehörden der G20-Länder suchen derzeit fieberhaft nach Lösungen für die "Too big to fail"-Problematik. Die meisten Regierungen wären mit der Rettung von Großbanken überfordert.

Bei einem Treffen von Chefs diverser Großbanken, Finanzministern und Aufsehern wurde der Ackermann-Vorschlag am Samstag in Davos diskutiert. Darüber hinaus ging es um den Zeitplan bis zur Einführung der neuen Eigenkapitalregeln für Banken, die besonders risikobehaftete Finanzgeschäfte begrenzen sollen. "Ergebnisse wurden nicht erzielt, aber es wurde klar, dass wir schnell und gemeinsam handeln müssen," sagte ein Teilnehmer. Ackermann sagte: "Die Kosten der Kakophonie werden zu groß, wenn wir nichts tun."

Kommentare (3)

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Wolf Kern

31.01.2010, 13:41 Uhr

So, so, noch ein Fonds zur Rettung der bänker-Gehälter!
Schäuble will nach vielen abermaligen viel zu hohen und wie die Finanz-/Wirtschaftskrise zeigt unbegründet hohen bänkergehältern die "banken an den banken-Rettungskosten beteiligen!". Wenn jemand - egal wer - einen Kredit aufnehmen will , muß er unzählie und überzählige Sicherheiten abgeben und SELbSTVERSTÄNDLiCH die Kredite zurück zahlen. Die bänker gerade(!) bekommen die Steuerzahler-Milliarden(!) geschenkt!
Diese notw. Umverteilung verstehe ich, da es sich um Hungernde Menschen und institutionen handelt.

Gott segne unsere Politiker und vielleicht auch klüger werdende Wähler ....!

tbuttner

31.01.2010, 16:29 Uhr

wie ist das noch? Gleich und Gleich gesellt sich gern

Tim

01.02.2010, 02:30 Uhr

Jetzt reichts! Nach vorne schauen, also Schwamm drüber oder was????? NEiN! diesmal nicht lieber Herr Ackermann!! So einfach kommt uns die selbsternannte "Elite" diesmal nicht davon!
2010 wird das Jahr von dem wir noch unseren Enkeln erzählen.

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