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08.05.2013

20:37 Uhr

Weltwirtschaftsforum weckt Erwartungen

Hebt Afrikas Wirtschaft ab?

VonWolfgang Drechsler

Nach Jahrzehnten des Jammers regt sich in Afrika Hoffnung. Zum Weltwirtschaftsforum präsentiert der Kontinent kräftiges Wachstum. Beim strengen Blick auf die Fakten erweisen sich jedoch viele Hoffnungen als heiße Luft.

Kapstadt beherbergt in den nächsten Tagen das World Economic Forum. Nur wenige Kilometer weiter herrscht bittere Not. Die Siedlung Khayelitsha wurde Ende April von einer Überschwemmung heimgesucht. dpa

Kapstadt beherbergt in den nächsten Tagen das World Economic Forum. Nur wenige Kilometer weiter herrscht bittere Not. Die Siedlung Khayelitsha wurde Ende April von einer Überschwemmung heimgesucht.

Auf den ersten Blick scheinen die Zahlen, Anlass zu einem gedämpften Optimismus für Afrika zu geben: Die Wirtschaft des Kontinents wuchs im letzten Jahr (von einer niedrigen Basis) um 4,5 Prozent. Dieses Jahr sollen es fünf Prozent werden, für das gesamte Jahrzehnt bis 2020 werden vom Internationalen Währungsfonds (IWF) sechs Prozent prognostiziert. Grund genug für das Weltwirtschaftsforum, seinen 23. Afrika-Gipfel in dieser Woche unter das Motto „Erfüllung des afrikanischen Versprechens“ („Delivering on Africa´s promise“) zu stellen. Bis zum Wochenende diskutieren Führer aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Kapstadt, ob Afrika sich diesmal tatsächlich auf einem nachhaltigen Wachstumspfad befindet. Oder ob sich auch der jüngste Aufschwung als Strohfeuer entpuppt.

Lange Jahre hatte Afrika in der Weltwirtschaft überhaupt keine Rolle gespielt. Der Mix aus Einparteienstaaten, Planwirtschaft, hohen Schulden und Kaltem Krieg führte dazu, dass die internationale Geschäftswelt den Kontinent bis zur Jahrtausendwende weiträumig umging - und Afrika immer weiter zurückfiel.

Erst mit dem Aufstieg Chinas und dem damit verbundenen Rohstoffboom ab 2003 keimte Hoffnung auf ein robusteres Wachstum. Einige Beobachter hoffen nun sogar darauf, dass Afrika zum Rettungsanker für die angeschlagenen Volkswirtschaften im Westen wird.

Zum Beispiel Jim O´Neill. Afrika könnte für Jahrzehnte zu einer dominanten Kraft der Weltwirtschaft werden, sagt der langjährige Chefökonom von Goldman Sachs mit Blick auf die jüngsten Wachstumsprognosen. Ähnlich sieht es das Beratungsunternehmen KPMG. In einer aktuellen Studie spricht es angesichts der inzwischen auf immerhin 82 Mrd. $ (2011) angestiegenen Direktinvestitionen bereits vom „Aufstieg des Phoenix“.

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Die Berater sind überzeugt, dass Afrika auch künftig sechs der zehn am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit stellen werde. Schneller als erwartet vertreibe der Kontinent die Geister der Vergangenheit, frohlockt KPMG-Chef Klaus Findt.

Kommentare (7)

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tpodlech

08.05.2013, 22:02 Uhr

Liebes Handelsblatt,

bitte liefern Sie doch noch Zahlen nach in wie vielen Ländnern in Afrika der Grundbesitz möglich ist und auch gewahrt wird.

Ohne gesicherten Grundbesitz gibt es kein Eigentum. Ohne Eigentum keine Kredite. Ohne Kredite keine Investitionen.

Gruß
Thorsten Podlech

Account gelöscht!

08.05.2013, 22:32 Uhr

First Mover, ist in Afrika eindeutig China. Die ökonomische Dominanz ist von Europäern oder Amerikanern nicht mehr einzuholen. Die Alte Welt ist abgehängt.
"Studien" sind und bleiben das, worauf sie geschrieben sind.

elharem

08.05.2013, 22:32 Uhr

Afrika kann ja eigentlich nur wachsen.
Wenn Dorf-1 ein Auto besitzt und zusätzlich ein weiteres Auto erwirtschaftet, dann ist es eine sehr sehr gutes Wachstum.
Wenn Dorf-2 eintausend Autos besitzt und ein weiteres Auto erwirtschaftet, dann sieht die Wachstumsrate eher dürftig aus.
So mal als Vergleich.

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