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26.01.2009

15:00 Uhr

Weniger Glamour, mehr Geschäft

Weltwirtschaftsforum im Zeichen der Krise

Beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos gibt die Politik wieder den Ton an. Dabei spiegeln die Themen die neuen Machtverhältnisse auf der Welt seit dem Zusammenbruch der alten Finanzordnung wider.

Forumsgründer Klaus Schwab bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des diesjährigen Treffens in Genf. Foto: ap ap

Forumsgründer Klaus Schwab bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des diesjährigen Treffens in Genf. Foto: ap

HB DAVOS. Die in den vergangenen Jahren immer selbstbewusster aufgetretene Prominenz aus Wirtschaft und Finanzen hat 2009 im Schweizer Wintersportort nur noch kleine Brötchen zu backen. Den Ton angeben werden die 43 angekündigten Staats- und Regierungschefs sowie die Dutzenden von Ministern und Zentralbankern unter den 2 500 Gästen.

Im Zeichen der Kapitalismuskrise schrumpft auch die Zahl internationaler Stars, die an dem fünftägigen Treffen teilnehmen. Bono kommt nicht, Angelina Jolie auch nicht. Zwar muss das Forum weiterhin nicht auf Schauspieler, Autoren, Designer und Architekten verzichten, darunter Sänger Peter Gabriel und Bollywood-Star Amitabh Bachchan. Aber Forums-Sprecher Mark Adams zeigt sich sicher, dass der Ton anders sein wird. „Ich glaube, es gibt das Gefühl, wir müssten uns an die Arbeit machen. Es gibt 230 Arbeitssitzungen, deswegen kommen die Leute.“ Vielleicht ist sogar eine neue Bescheidenheit zu spüren, erwarten langjährige Beobachter des Spitzentreffens.

Viele der Teilnehmer sind unmittelbar von der Wirtschaftskrise betroffen, die aus dem Zusammenbruch des Marktes mit unsicheren US-Hypothekenpapieren entstanden ist. Die Citigroup zum Beispiel hat Mrd. Dollar durch faule Wertpapiere verloren. Sie half, für den Kongress eine Risikostudie zu erstellen.

Eine der Arbeitssitzungen in Davos trägt den Titel „Update 2009: Die Rückkehr zur Staatsmacht“, und beschäftigt sich damit, wie Regierungen jetzt eine stärkere Rolle bei den Bemühungen zur Krisenbewältigung einnehmen. Andere Themen auf dem Kongress sind Energie, Klimawechsel, freier Handel und Entwicklungshilfe.

Hunderte Polizisten und bis zu 5 000 Soldaten sollen derweil die Sicherheit der Forumsteilnehmer garantieren. Antikapitalistische Gruppen und Globalisierungsgegner haben Proteste angekündigt. Europa wird prominent mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Premierminister Gordon Brown aus Großbritannien und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso vertreten sein. Zu den weiteren Teilnehmer gehören der russische Ministerpräsident Wladimir Putin, Chinas Premier Wen Jiabao, der japanische Ministerpräsident Taro Aso sowie der mexikanische Präsident Felipe Calderon.

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