Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.10.2011

23:07 Uhr

Weniger Wachstum

Franzosen müssen Gürtel enger schnallen

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte heute früh gute Nachrichten zu verbreiten, jetzt folgen schlechte: Für Frankreich stehen Einsparungen in Milliardenhöhe an. Zudem sieht es bei den Wachstumsaussichten mau aus.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kündigt weitere Einsparungen an Reuters

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kündigt weitere Einsparungen an

ParisNach dem Euro-Gipfel hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sein Land auf weitere Einsparungen in Milliardenhöhe eingestimmt. Um das Staatsdefizit zu senken, seien Einsparungen von sechs bis acht Milliarden Euro notwendig, sagte der Staatschef am Donnerstagabend in einem TV-Interview. Frankreich müsse sich darauf konzentrieren, den Schuldenberg abzubauen und das Haushaltsloch zu stopfen. „Das Problem sind nicht die Ratingagenturen. Wir geben zuviel aus. Wir müssen mehr arbeiten“, fügte Sarkozy hinzu. Innerhalb von zehn Tagen soll bekannt gegeben werden, wo der Rotstift angesetzt wird.

Die Ergebnisse des Euro-Gipfels

Neues Griechenland-Paket

Griechenland wird ein neues Hilfspaket von 100 Milliarden Euro bekommen. Es soll bis Jahresende endgültig ausverhandelt sein. Im Juli hatten die Regierungen der Euroländer ursprünglich 109 Milliarden Euro öffentliche Hilfe beschlossen. Diese war aber nie abschließend auf den Weg gebracht worden. Nun kommen allerdings zusätzliche Garantien in Höhe von 30 Milliarden Euro als Beitrag des öffentlichen Sektors für den Schuldenschnitt hinzu.

Schuldenschnitt

Die Privatgläubiger wie Banken und Versicherungen werden stärker am neuen Griechenland-Paket beteiligt als bisher angenommen. Bereits im Juli hatte die Eurozone beschlossen, die Privatgläubiger mit einem freiwilligen Abschlag auf griechische Staatsanleihen von 21 Prozent ins Boot zu holen. Nun sind es 50 Prozent.

Rettungsfonds EFSF

Die Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF wird mit einem sogenannten Hebel auf eine Billion Euro vervielfacht. Derzeit kann der Fonds 440 Milliarden Euro Kredite vergeben. Der EFSF wird nun teilweise das Risiko eines Zahlungsausfalls für Schuldtitel gefährdeter Euro-Staaten übernehmen. Er bietet quasi eine Art Teilkaskoversicherung, wenn Schuldenstaaten neue Anleihen ausgeben. Zudem soll ein neuer Sondertopf geschaffen werden, an dem sich der Internationale Währungsfonds IWF beteiligt. Dieser Fonds investiert in Anleihen, die der EFSF ebenfalls zum Teil absichert. Dabei könnten ausländische Investoren wie Staatsfonds aus China mitmachen.

Mehr Kapital für Banken

Führenden Banken Europas müssen sich gut 106 Milliarden Euro frisches Kapital besorgen. Nur so kann die Branche nach Berechnungen der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) den Schuldenerlass zu verkraften. Deutsche Banken brauchen frisches Kernkapital in Höhe von 5,18 Milliarden Euro. Beschluss des Gipfels aller 27 EU-Staaten vom Mittwoch.

Stärkere Aufsicht

Die Wirtschafts- und Haushaltspolitik der 17 Eurostaaten wird stärker beaufsichtigt. Zweimal im Jahr wird es Gipfeltreffen der Euroländer geben, um Strategien festzulegen. Die Gipfel der Eurozone sollen auf Dauer einen eigenen Chef bekommen. Zunächst nimmt der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy das Amt wahr.

Zudem hat Frankreich erneut seine Wachstumsaussichten für das kommende Jahr revidiert und erwartet nun lediglich eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um ein Prozent. Angesichts der sich verschlechternden wirtschaftlichen Situation weltweit hatte Paris seine Voraussage bereits im Sommer abgemildert. Im Fernsehinterview sagte Sarkozy Donnerstagnacht, dass man in diesem Jahr die anvisierten 1,75 Prozent erreichen werde. Allerdings müsste das Planziel für das kommende Jahr auf ein Prozent gesenkt werden.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rainer_J

27.10.2011, 23:48 Uhr

Da haben wir es. Frankreich ist wie Griechenland ein Konsumland und Steuern können die auch nicht einnehmen.

Aber wozu etwas ändern? Der deutsche Steuerzahler zahlt die Steuern für die Franzosen und der Deutsche arbeitet bis 70, damit die faulen PIGS frühzeitig in der unverdienten Rente gehen können.

WahrheitundKlarheit

28.10.2011, 00:09 Uhr

Und wie die Griechen, sich von 2000 bis 2008 sich satte 40% Lohnerhoehungen genehmigen!
Zu lesen bei: www.observernews.co.de

winter

28.10.2011, 08:42 Uhr

Frankreich ist pleite, Sarkozy bettelt in China um Kredite und muss nun fr. Staatsbesitz verkaufen, das ist das Resultat für 50 Jahre zentral gelenkter Staat in Frankreich, Frankreich, ein völlig abgewracktes System wie die DDR in den 80igern nur mit besserer Küche.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×