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28.01.2009

09:24 Uhr

Werner Faymann

„Deutschland muss Exporte absichern“

VonStefan Menzel

Gemeinsam mit Deutschland will Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann die Krise meistern. Im Interview mit dem Handelsblatt verrät Faymann, was er sich von der Kooperation mit der deutschen Bundesregierung verspricht und warum er auch in seinem Land eine Abwrackprämie für Altautos zahlen möchte.

Ärmel hochkrempeln: Österreichs Bundeskanzler Faymann möchte die Krise meistern. Foto: Reuters Reuters

Ärmel hochkrempeln: Österreichs Bundeskanzler Faymann möchte die Krise meistern. Foto: Reuters

Handelsblatt: Was wollen Sie bei Ihren Gesprächen mit der deutschen Regierung erreichen?

Faymann: Deutschland und Österreich können zusammen mit anderen Ländern eine Stabilitätsoffensive für Osteuropa starten; das will ich in Berlin besprechen. Es reicht nicht aus, dass wir nur die Exporterfolge der vergangenen Jahre feiern. Jetzt wird es wichtig, dass wir die Situation unserer östlichen Nachbarländer behandeln. Österreich ist stark durch seine Banken involviert, unsere Kreditinstitute haben in der Region fast 20 Prozent aller Kredite vergeben.

Wie wollen Sie Deutschland dafür gewinnen, wenn es letztlich nur um die Stabilisierung der österreichischen Banken geht?

So groß sind die Unterschiede gar nicht zu Österreich, auch die deutschen Banken sind in hohem Maße in Osteuropa engagiert. Für Deutschland geht es auch darum, den wichtigen Exportmarkt Osteuropa abzusichern. Die Banken sind Finanziers der Exporte, also extrem wichtig.

Was würde denn ein solches Hilfspaket für Osteuropa kosten?

Seriös lässt sich das überhaupt nicht sagen. Wenn ich jetzt eine Zahl nennen würde, müsste sie nach genaueren Berechnungen vielleicht bald wieder verändert werden. Außerdem ist die Lage in den einzelnen osteuropäischen Staaten sehr unterschiedlich. Das macht die Nennung einer Zahl schwierig.

Gestern hat auch Ihre Regierung eine Verschrottungsprämie für Autos verabschiedet. Müssen Sie noch mehr Programme auflegen?

Österreich hat eine starke Zulieferindustrie, deshalb haben wir uns dafür entschieden. Und was die weitere Entwicklung betrifft: Bis wir das Tal durchschritten haben, werden wir wahrscheinlich noch weitere Konjunkturprogramme brauchen. Ein wichtiges Thema ist jetzt beispielsweise die Finanzierung der Unternehmen.

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