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25.02.2017

14:06 Uhr

West-Mossul

Irakische Regierungskräfte rücken weiter vor

Der Anti-IS-Offensive ist es gelungen weiter in den Westen Mossuls vorzudringen. Jedoch gestaltet sich der Kampf um die Westhälfte der Stadt im Vergleich zur Rückeroberung des Ostens als weitaus schwieriger.

MossulNach der Eroberung des Flughafens von Mossul sind regierungstreue Kräfte am Samstag weiter in den von IS-Milizen gehaltenen Westen der nordirakischen Stadt vorgedrungen. Soldaten seien in mehrere Wohngebiete im Süden eingerückt und stünden weniger als drei Kilometer vor der Moschee in der Altstadt, sagten Befehlshaber der von den USA unterstützen Regierungskräfte. In dieser Moschee hatte IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi 2014 einen islamischen Gottesstaat ausgerufen. Rund Tausend Zivilisten, überwiegend Frauen und Kinder, passierten am Samstag die Frontlinie im Südwesten der Stadt und brachten sich in Sicherheit. Der Flughafen war am Donnerstag erobert worden.

Die schwersten Niederlagen des IS seit Anfang 2015

Kobane

Nach einer Reihe von Siegen erleidet die IS-Miliz im kurdischen Kobane am 26. Januar 2015 ihre erste, große Niederlage. Kurdische Kämpfer vertreiben die Dschihadisten – unterstützt durch US-Luftangriffe – aus der Stadt in der Nähe der Grenze zur Türkei. Vier Monate erbitterter Kämpfe waren dem Sieg vorausgegangen.

Tikrit

Die Heimatstadt des einstigen irakischen Machthabers Saddam Hussein wird am 31. März 2015 von irakischen Regierungstruppen und schiitischen Milizen zurückerobert. Die Militäroperation in Tikrit, damals der größte Einsatz irakischer Soldaten gegen die IS-Miliz, wird dadurch einfacher, dass die meisten der 200.000 Einwohner aus der Stadt geflüchtet sind.

Sindschar

Kurdische Einheiten im Irak vertreiben die IS-Kämpfer am 13. November 2015 aus der Stadt Sindschar nordwestlich von Bagdad. Damit wird auch ein entscheidender Nachschubweg für die Dschihadisten zwischen ihren Stellungen in Syrien und im Irak unterbrochen. Die IS-Miliz hatte Sindschar im August 2014 erobert und war danach brutal gegen die kurdischen Jesiden in der Region vorgegangen. Massaker, Vergewaltigungen und Versklavungen von jesidischen Frauen lösten weltweit Entsetzen aus.

Ramadi

Irakische Truppen erobern am 8. Dezember 2015 wichtige Bereiche der sunnitischen Stadt Ramadi im Irak. Zwei Wochen später, unterstützt von US-Luftangriffen, erreichen die Regierungseinheiten das Zentrum der Hauptstadt der Provinz Anbar, die seit Mai von der IS-Miliz besetzt war.

Palmyra

Syrische Regierungstruppen unterstützt durch russische Luftangriffe nehmen am 27. März 2016 die antike Wüstenstadt Palmyra wieder vollständig ein. Damit bereiten sie der IS-Miliz in Syrien ihre bis dahin schwerste Niederlage. Mit Palmyra geht den Dschihadisten de facto auch die syrische Wüste bis zur Grenze zum Irak verloren. Der IS hatte Palmyra im Mai 2015 erobert und danach mehrere antike Tempel, den prachtvollen Triumphbogen und Grabmäler zerstört, die von der Uno-Kulturorganisation Unesco als Weltkulturerbe geführt wurden.

An der Anti-IS-Offensive sind rund 100.000 Kämpfer beteiligt, darunter irakische Soldaten, sowie schiitische und sunnitische Milizen. Sie werden von westlichen Beratern unterstützt, die Luftangriffe koordinieren. Im vergangenen Monat hatten sie die Osthälfte der Stadt, die vom Tigris geteilt wird, unter ihre Kontrolle gebracht. Kommandeure gehen davon aus, dass der Kampf um die Westhälfte schwieriger wird. In den engen Gassen sei der Einsatz von Panzern und gepanzerten Fahrzeugen nicht möglich.

Von

rtr

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