Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.11.2012

19:31 Uhr

Westafrika

Staatenbündnis schickt Soldaten nach Mali

Westafrikas Staatengemeinschaft reagiert mit einer Eingreiftruppe auf den Putsch von Islamisten in Mali. Das Mandat soll über ein Jahr laufen. Bundesaußenminister Westerwelle drängt auf einen internationale Mission.

Die westafrikanischen Staaten verhandeln über ihr Verhalten gegenüber Mali. AFP

Die westafrikanischen Staaten verhandeln über ihr Verhalten gegenüber Mali.

Abuja/BerlinDie Westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas will eine 3300 Mann starke internationale Eingreiftruppe in das Krisenland Mali entsenden. Das Mandat für die Truppe solle über ein Jahr laufen, teilte der Präsident der Elfenbeinküste und derzeitige Ecowas-Vorsitzende Alassane Ouattara am Sonntagabend mit. In Mali haben nach einem Militärputsch im März Islamisten praktisch den gesamten Norden des Landes übernommen und dort das islamische Recht der Scharia ausgerufen. In Nigeria debattiert die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas über die Situation in dem Krisenland.

Deutschland und Frankreich unterstützen einen internationalen Militäreinsatz im westafrikanischen Mali. Die Entstehung "eines Rückzugsgebietes für Terroristen" berge "große Risikien", schrieben Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und sein französischer Kollege Laurent Fabius am Samstag in den Zeitungen "Rheinische Post" und "Le Figaro".

Krisenherd : Afrikaner wollen Mali-Krise selbst lösen

Krisenherd

Afrikaner wollen Mali-Krise selbst lösen

Die Situation in Nordmali ist katastrophal: Hinrichtungen, Amputationen und Steinigungen sind unter den Islamisten an der Tagesordnung. Die Afrikaner wollen den Konflikt selbst lösen - über 3000 Soldaten stehen bereit.

"Angesichts der Dringlichkeit der Situation sind wir gemeinsam der Ansicht, dass die Unterstützung des Einsatzes einer internationalen Truppe in Mali seitens der Europäischen Union von Nutzen wäre", heißt es in dem gemeinsamen Beitrag weiter. Die EU solle dabei ähnlich wie in Somalia Ausbildungshilfe für die malischen Streitkräfte leisten. Die Krise im Norden Malis sei "eine Herausforderung für Afrika und für die Europäische Union". Die EU sei entschlossen, "gegen Fanatismus und Terrorismus" vorzugehen.

Die Außen- und Verteidigungsminister der Ecowas hatten am Freitag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja über die Krise in Mali beraten. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen schlugen die Generalstabschefs eine Truppe aus 5500 Soldaten für eine mögliche Intervention in dem von Islamisten besetzten Norden des Landes vor.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.11.2012, 21:26 Uhr

Mali. Wichtigstes Exportgut neben Baumwolle: Gold. Daneben gibt es noch Vorräte an Diamanten. Bis 1958 französische Kolonie.
Im Westen mal wieder nix Neues....

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×