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06.04.2012

13:57 Uhr

Westafrika

Tuareg-Rebellen rufen eigenen Staat aus

Die Tuareg-Rebellen haben den Norden Malis eingenommen und einen neuen demokratischen Staat ausgerufen. Sein Name: Azawad. Doch die EU und die Afrikanische Union lehnen die Anerkennung der Unabhängigkeit ab.

Tuareg-Rebellen rufen eigenen Staat aus

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BamakoNach der Einnahme mehrerer strategisch wichtiger Städte haben die Tuareg-Rebellen am Freitag die Unabhängigkeit des Nordens von Mali ausgerufen. Ihr neuer demokratischer Staat in Westafrika werde Azawad heißen, teilte die Rebellen-Gruppe MNLA mit. Sie wird unterstützt von Islamisten mit Verbindungen zu Al-Kaida, was international Befürchtungen über einen weiteren unberechenbaren Staat aufkommen ließ.

Die Europäische Union und die Afrikanische Union (AU) lehnen die ausgerufene Unabhängigkeit für den Norden Malis ab. „Die EU hat in der Krise durchgehend deutlich gemacht, dass sie die territoriale Unversehrtheit Malis respektiert“, erklärte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton am Freitag in Brüssel. „Die EU wird weiterin humanitäre Hilfe in bedürftige Gemeinden liefern, wo auch immer diese sich befinden.“ Auch die Afrikanische Union (AU) wies die Ausrufung der Unabhängigkeit durch die Rebellen zurück. Diese sei „nichtig und habe keinen Wert“, hieß es in einer Erklärung von AU-Kommissionspräsident Jean Ping.

Die Tuareg-Rebellen haben ihren eigenen Staat ausgerufen. (Quelle: MNLA) AFP

Die Tuareg-Rebellen haben ihren eigenen Staat ausgerufen. (Quelle: MNLA)

Mali ist eine ehemalige französische Kolonie, die 1960 ihre Unabhängigkeit erlangte. Die aufständischen Tuareg hatten in den vergangenen Tagen ein riesiges Gebiet im Norden unter ihre Kontrolle gebracht. Dabei waren Waffen und Kämpfer aus Libyen im Einsatz. In der Wüstenzone, die größer als Frankreich ist, liegen auch der alte Handelsposten Timbuktu und Gao, wo jetzt die Unabhängigkeit erklärt wurde.

Die Rebellen hatten von der Unruhe durch einen Putsch in der Hauptstadt Bamako im Süden des Landes profitiert: Dort wollten Offiziere mit einem Staatsstreich gegen Präsident Amadou Toumani Toure am 22. März eigentlich den Kampf gegen die Tuareg vorantreiben, die seit Jahrzehnten nach einem eigenen Staat streben. Der neue Staat solle im Einklang mit den Grundsätzen der Vereinten Nationen stehen, erklärten die Tuareg-Rebellen. Alle Grenzen mit den Nachbarländern würden anerkannt.

Mali hat die drittgrößten Goldlagerstätten in Afrika. Frankreich hat einen Militäreinsatz gegen den Aufstand der Tuareg ausgeschlossen. Es müsse eine politische Lösung mit den Rebellen geben, sagte Außenminister Alain Juppé vor der Ausrufung der Unabhängigkeit. Die Länder der Region müssten außerdem zusammenarbeiten, um das Vordringen der Al-Kaida in der Region zu bekämpfen.

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