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09.07.2012

13:45 Uhr

Westafrika

Welle ethnischer Gewalt in Nigeria

Muslimische Viehzüchter attackieren christliche Dörfer: Dabei starben mehr als 100 Menschen. Unter den Opfern war auch der Mehrheitsführer im nigerianischen Parlament. Grund sind ethnische Konflikte.

Während eines Gottesdienstes wurden nach der ersten Welle von Gewalt 22 weitere Menschen getötet. dpa

Während eines Gottesdienstes wurden nach der ersten Welle von Gewalt 22 weitere Menschen getötet.

LagosBei ethnischer Gewalt im zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau sind am Wochenende mehr als 100 Menschen getötet worden. Mindestens 80 Menschen seien getötet worden, als Angehörige der Bevölkerungsgruppe der Fulani am Samstag mehrere Dörfer überfallen hätten, sagte der Sprecher von Gouverneur Jonah Jang am Montag. Mindestens 22 Menschen starben demnach am Sonntag bei einem Angriff auf die Beerdigung der am Vortag Getöteten. Unter den Opfern vom Sonntag waren auch ein nigerianischer Senator und der Mehrheitsführer des Parlaments des Bundesstaates.

Die Fulani sind eine muslimische Bevölkerungsgruppe, die als Nomaden und von der Viehzucht lebt. Bei den Opfern handelt es sich laut Behörden um Angehörige der vom Ackerbau lebenden christlichen Bevölkerungsgruppe der Birom. Zwischen beiden Gruppen kommt es immer wieder zu blutiger Gewalt, die auch durch Landstreitigkeiten angestachelt wird. Die Fulani fühlen sich von der christlich dominierten politischen Klasse des Bundesstaates benachteiligt. Im März 2010 attackierten Angehörige der Fulani mehrere Birom-Dörfer und töteten laut offiziellen Angaben mehr als 500 Menschen.

Gouverneur Jang verhängte als Reaktion auf die Gewalt und aus Sorge vor Racheakten der christlichen Bevölkerung eine Ausgangssperre. Laut Augenzeugen haben christliche Jugendliche bereits Straßensperren errichtet. Der Bundesstaat Plateau liegt an der Grenze zwischen dem muslimisch geprägten Norden Nigerias und dem christlichen Süden.

Von

afp

Kommentare (1)

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paulchen

09.07.2012, 14:23 Uhr

Der Begriff "ethnische Gewalt" (der die tatsächlichen Geschehnisse treffend wiedergibt) ist im Sinne des Neusprech, auch political correctness genannt unbedingt zu meiden. Manche Eingeborene ( Deutscher ) Leser dieser Zeilen könnte ins Nachdenken kommen, was die multikulturelle Zukunft für die bunte Republik (ehemals Deutschland) bedeuten mag!

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