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01.11.2011

21:51 Uhr

Westjordanland

Israel will Siedlungsbau beschleunigen

Die israelische Regierung will den Siedlungsbau in Palästinensergebieten trotz internationaler Kritik weiter vorantreiben. Nach der Aufnahme der Palästinenser in die Unesco wachsen die Spannungen im Nahen Osten.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. dpa

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

JerusalemNach der Aufnahme Palästinas in die Unesco hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen beschleunigten Ausbau von Siedlungen in Ost-Jerusalem und im Westjordanland angeordnet. Trotz aller internationaler Kritik am israelischen Siedlungsbau sollen 2000 neue Wohneinheiten entstehen. Israel habe außerdem einen vorläufigen Stopp der Steuer- und Zollrückzahlungen an die Palästinenser beschlossen, sagte ein Mitarbeiter der Regierung am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Dabei gehe es um Beträge in Millionenhöhe.

Die Palästinenserführung reagierte mit großer Empörung. „Mit dieser Entscheidung wird das Ende des Friedensprozesses beschleunigt“, sagte Nabil Abu Rudeineh, Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, am Dienstagabend in Ramallah. Israel nehme die Entscheidung der Unesco nur als Vorwand. „Der Ausbau von Siedlungen hat nicht aufgehört, bevor die Unesco Palästina als Mitglied aufgenommen hat, und wird auch danach nicht aufhören“, sagte der Sprecher.

Einen Tag nach der Aufnahme von Palästina in die UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) ordnete Netanjahu am Dienstag an, 2000 neue Wohnungen in Ost-Jerusalem und im Westjordanland bauen zu lassen. Die Wohneinheiten sollen nach Angaben von Netanjahus Büro in Jerusalem, Gusch Ezion sowie in der Siedlerstadt Maale Adumim entstehen. Der Ausbau sei in Regionen geplant, die im Rahmen eines künftigen Friedensabkommens mit den Palästinensern in israelischer Hand bleiben sollten.

Ein israelischer Regierungsbeamter sagte, bei den 2000 Wohnungen handele es sich um ganz neue Bauprojekte: „Wir sprechen von Ausschreibungen für neue Bauten“. Israel hatte zuletzt schon mit der Genehmigung für den Bau von 1100 neuen Wohnungen in Gilo im Süden Jerusalems für Verstimmung sowohl bei den Palästinensern als auch bei westlichen Verbündeten gesorgt.

Die Palästinenser laufen seit Jahren gegen den Ausbau von Siedlungen Sturm. Die Palästinenserführung weigert sich unter anderem wegen der israelischen Siedlungspolitik, die seit 13 Monaten unterbrochenen Friedensgespräche fortzusetzen. Auch die USA und Deutschland haben in der Vergangenheit immer wieder Siedlungsprojekte kritisiert. Die Europäische Union bezeichnet die israelischen Siedlungen als Hindernisse auf dem Weg zum Frieden.

Netanjahu habe die Anweisung nach einer ersten Beratung seines engen Ministerkreises erteilt, hieß es weiter. Über weitere Schritte solle bei dem nächsten Gespräch des Forums beraten werden. Der Regierungschef hatte die Minister versammelt, um die Reaktion Israels auf die Aufnahme Palästinas durch die Unesco abzustimmen. Israel hatte die Entscheidung scharf kritisiert.

Der Ministerkreis habe auch einen vorläufigen Stopp der Steuer- und Zollrückzahlungen an die Palästinenser beschlossen, sagte der Regierungsvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Diese Entscheidung gelte bis zu einem endgültigen Beschluss bei einer weiteren Sitzung, die in den kommenden Tagen erwartet werde. „Man kann nicht von Israel erwarten, dass es ruhig dasitzt, während die Palästinenserbehörde sich weigert, den Raketenbeschuss (aus dem Gazastreifen) zu verurteilen“, sagte er.

Von

dpa

Kommentare (11)

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01.11.2011, 20:28 Uhr

Erst stiehlt man den Palästinensern das Wasser.
Dann stiehlt man das Land. Ganz legal nach altem hebräischem Brauch.
So sieht Israels Weg zum modernen Volkermord aus.
Könnte durch die Anerkennung der Unesco geringfügig schwieriger werden.
Dierser Artikel zeigt die israelitische Richtung der Endlösung deutlich auf.

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01.11.2011, 20:35 Uhr

Wer sind die Palästinenser?
Zuerst soll hier klargestellt werden,
daß, wer ein Freund Israels ist,
deswegen kein Feind der Palästinenser ist!

Die Bezeichnung Palästinenser ist die lateinische Version von Philister, hat aber mit dem philistäischen Insel- und Küstenvolk nichts zu tun, denn der römische Kaiser Hadrian setzte 135 nach Chr. für das von ihm eroberte Israel/Judäa den Namen „Provinz Syria Palästina“ ein. Daher ist der Anspruch der Palästinenser, Ureinwohner des Landes zu sein, absurd.....
http://www.israswiss.net/israswiss/archiv/nahost2004/palaestiner.html

Account gelöscht!

01.11.2011, 20:39 Uhr

Wem gehört das Land Israel?
Erstellt am 10. November 2010 von Tangsir
Haben die Juden den Arabern (Muslimen) das Land weggenommen? Seit fast vierzig Jahren wird behauptet, die Juden hätten seit den 30ern, und bei Israels Staatgründung, die Araber aus ihrem Land vertrieben. Mit solchen Thesen will vor allen Dingen die muslimische Welt den Antisemitismus bzw. den Antizionismus wieder gesellschaftsfähig und salonfähig machen.......

Wahrheitsfindung und Beweismaterial

Die folgenden Bilder die den damaligen Zustand des Landes Israel dokumentieren, zeigen klar auf, dass es sich um Ödland gehandelt hat, so wie jeder anderer Landstrich, das von Arabern und Türken erobert wurde. Eine zuverlässige Darstellung der damaligen Verhältnisse im Eretz Israel, das damals noch Palestine hieß, finden wir in dem Bericht der britischen königlichen Palestine-Kommission von 1937, die nun absolut kein Freund Israel war:

„Das Türkische Reich war nach 400-jähriger (1517 – 1917) über das Heilige Land so marode, dass arabische Grundbesitzer, aus Ländern wie Syrien, Ägypten, Libanon usw. mit Bestechungsgeldern sich riesige Gebiete aneigneten, indem sie die Beduinen und Fellachen vertrieben, um diese Böden als Spekulationsobjekte an Juden aus Europa und Amerika verkauften.“

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