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08.01.2015

16:42 Uhr

Westliche Sanktionen

Starker Rückgang von Exporten nach Russland

Der Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft erwartet einen Rückgang der deutschen Exporte nach Russland um 20 Prozent. Die westlichen Sanktionen gefährden demnach Tausende Arbeitsplätze in Deutschland.

Eckhard Cordes ist Vorsitzender des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft (OA). dapd

Eckhard Cordes ist Vorsitzender des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft (OA).

BerlinDie westlichen Sanktionen, der Rubel-Verfall und der Niedergang der russischen Wirtschaft dürften die deutschen Ausfuhren nach Russland nach Angaben des zuständigen Wirtschaftsverbandes um ein Fünftel gedrückt haben. „Für das Gesamtjahr 2014 erwarten wir einen Rückgang der deutschen Exporte nach Russland um rund 20 Prozent“, sagte am Donnerstag der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft (OA) Eckhard Cordes der Nachrichtenagentur Reuters. Das entspreche einem Handelsvolumen von rund sieben Milliarden Euro und gefährde in Deutschland rund 50.000 bis 60.000 Arbeitsplätze. Hinzu komme ein Vertrauensverlust, der deutsch-russische Kooperationsprojekte immer stärker belaste.

Cordes hatte am Mittwochabend mit der Spitze seines Verbandes Ukraines Ministerpräsident Arseni Jazenjuk in Berlin getroffen. Er warnte am Donnerstag alle Beteiligten am Konflikt in der Ukraine, die „Rhetorik der Konfrontation“ zu beenden. Eine Lösung müsse auf dem Verhandlungsweg gefunden werden. Sonst drohe im neuen Jahr eine weitere massive Verunsicherung der Wirtschaft. Investoren wie Exporteure bräuchten Sicherheit und Stabilität.

Die Sanktionen gegen Russland würden zwar von der deutschen Wirtschaft umgesetzt. „Letztendlich sollte aber gerade auch im Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung der Ukraine der Ausstieg aus den Sanktionen angegangen werden“, sagte Cordes. Er verwies auf die enge wirtschaftliche Verflechtung der beiden ehemaligen Sowjetstaaten.

Deutschlands Handel mit Russland

Deutschland und Russland...

...sind wirtschaftlich eng verwoben. Daimler ist am russischen Lkw-Hersteller Kamaz beteiligt, die BASF-Tochter Wintershall arbeitet eng mit Gazprom zusammen, Siemens unterhält eine Partnerschaft mit der Russischen Staatsbahn RZD.

76,5 Milliarden Euro

2013 tauschten beide Länder Güter im Wert von rund 76,5 Milliarden Euro aus. Dabei überstiegen die Importe aus Russland die Exporte.

Erdöl und Erdgas...

...machten drei Viertel der Importe aus Russland aus, die sich insgesamt auf 40,4 Milliarden Euro beliefen.

Im Gegenzug...

...lieferte Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge Waren im Wert von 36,1 Milliarden Euro nach Russland.

Autos, Maschinen und Chemie

An der Spitze standen die Maschinenbauer (8,1 Milliarden Euro), die Autoindustrie (7,6 Milliarden Euro) und die Chemiebranche (3,2 Milliarden Euro).

Deutschland...

...liegt hinter China auf Rang zwei der Lieferländer Russlands.

Russland hingegen...

...ist der elftwichtigste Absatzmarkt für die deutsche Exportwirtschaft.

Der Ost-Ausschuss-Chef sprach sich in diesem Zusammenhang für die Schaffung einer gemeinsamen Freihandelszone von EU, Russland und wichtige Nachbarländer aus. „Wir werben (...) für direkte Gespräche zwischen der Europäischen Kommission und der Eurasischen Wirtschaftskommission über eine gemeinsame Wirtschaftsarchitektur, also über eine gemeinsame Freihandelszone, an der auch die Ukraine partizipieren kann“, sagte er. Dann kämen die geografischen Standortvorteile der Ukraine als Brücke zwischen West und Ost auch zum Tragen.

Der Ost-Ausschuss gilt als Stimme und Interessenvertreter der in Osteuropa engagierten deutschen Unternehmen. Er betreut neben Russland und der Ukraine 19 weitere Länder der Region.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Herr Vittorio Queri

08.01.2015, 17:18 Uhr

>> Die westlichen Sanktionen, der Rubel-Verfall und der Niedergang der russischen Wirtschaft dürften die deutschen Ausfuhren nach Russland nach Angaben des zuständigen Wirtschaftsverbandes um ein Fünftel gedrückt haben. >>

Was für eine verlogene Zusammenfassung !

Es gibt westliche Sanktionen, die Russland schaden, aber noch härter die EU - Wirtschaft treffen !

Der Rubel-Verfall ist eigens durch die Russen verursacht worden, um die westlichen Investoren bei ihrem Rückzug aus Russland empfindlich zu treffen. Man spricht mittlerweile von Verlusten um die 30 Mrd. €, die Westinvestoren durch die Rubelabwertung verloren haben.

Ein Niedergang der russischen Wirtschaft ist eine Propagandistische Erfindung ! Die Russische Wirtschaft ist im Jahr 2014 um 1 % gewachsen . Ausserdem hat Russland mehr auf der hohen Kante als Schulden !

Die EU hat 17 Mrd. € Schulden angehäuft.....hier sollte man den Niedergang suchen !

>> Der Ost-Ausschuss gilt als Stimme und Interessenvertreter der in Osteuropa engagierten deutschen Unternehmen >>

Und ist besetzt mit Dampfplauderern und Ahnungslosen a la Cordes !

Herr Manfred Zimmer

08.01.2015, 17:28 Uhr

"Westliche Sanktionen - Starker Rückgang von Exporten nach Russland"

Ist es nicht pervers, wenn Diätenbezieher über solche Massnahmen entscheiden und Familien in die Armut schicken?

Es gibt noch viel zu tun, zu optimieren, aufzuräumen.

Wenn ich das lese, empfinde ich stillen Zorn um diese Dreistigkeit.

Herr Vittorio Queri

08.01.2015, 17:35 Uhr

>> Die EU hat 17 Mrd. € >>

Es sind 17 Billionen natürlich >>

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