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18.01.2007

21:16 Uhr

Wettlauf um die Präsidentschaftskandidatur

Charisma versus Organisation

VonMarkus Ziener

Während der amtierende US-Präsident George W. Bush und seine Republikaner mehr und mehr an Popularität einbüßen, liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Zweikampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Eine wohlbekannte Kandidatin trifft dort auf einen Hoffnungsträger.

Barack Obama. Foto: dpa

Barack Obama. Foto: dpa

WASHINGTON. Angekündigt hatte Barack Obama lediglich, dass er seine Chancen auf eine Präsidentschaftskandidatur jetzt auch formal ausloten will. Doch ausgelöst hat alleine dieser Schritt eine neue Welle der Euphorie über einen der Hoffnungsträger der demokratischen Partei. Seine endgültige Entscheidung über eine Bewerbung will Obama am 10. Februar bekannt geben.

Nicht Medien-Hype oder persönliche Ambitionen sollten bei dieser Frage letztlich den Ausschlag geben, erklärte der 45-Jährige, sondern vor allem, „was richtig für das Land“ sei. Doch worum es ganz eigentlich in den nächsten Wochen gehen dürfte, ist vielmehr, ob Obama in der Lage ist, jene finanziellen Mittel aufzubringen, die eine kostspielige Kandidatur verschlingen wird. Insbesondere, wenn der afro-amerikanische Senator aus Illinois gegen eine der besten Spendensammlerinnen der USA antreten sollte, gegen Hillary Clinton. Mit der Gründung des Explorationskomitees soll genau diese Frage beantwortet werden.

Dabei fischen die beiden demokratischen Spitzenleute in politisch ziemlich gleichem Gewässer. Denn sowohl Clinton wie Obama repräsentieren die demokratische Mitte – auch wenn sich beide ab sofort darum bemühen werden, möglichst unterschiedliche Profile herauszustellen.

Verdrängt hat dieser Umstand bereits zwei andere interessante Demokraten mit ähnlicher Ausrichtung: Mark Warner, Ex-Gouverneur von Virginia, und Evan Bayh aus Indiana. Beide Politiker haben in den letzten Monaten das Handtuch geworfen. Nicht zuletzt, weil sie sich neben dem Spitzenduo Obama und Clinton kaum noch Chancen ausgerechnet haben dürften.

„Das wird ein titanischer Kampf zwischen Energie und Charisma einerseits und Geld und Organisation andererseits“, zitierte die „Washington Post“ den Kampagnenbeobachter Jamal Simmons. Und nicht nur das: Sollten sich Obama und Clinton tatsächlich für eine Bewerbung entscheiden, dann schicken die Demokraten dieses Mal zwei Kandidaten ins Rennen, die die Öffentlichkeit schnell in Lager spalten könnten. Intensiv wird deshalb die Frage diskutiert, ob die USA bereit seien für einen schwarzen beziehungsweise einen weiblichen Präsidenten. Oder ob letztlich doch ein eher traditioneller Politiker wie der frühere Senator aus North Carolina, John Edwards, gegen seinen republikanischen Rivalen antreten soll.

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