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19.06.2014

10:23 Uhr

Whistleblower

Assange seit zwei Jahren in der Botschaft

Wikileaks-Gründer Julian Assange sitzt in der Botschaft Ecuadors in London fest, Schweden ermittelt wegen sexueller Straftaten gegen ihn. In dem Kriminalfall tut sich seit nunmehr zwei Jahren wenig. Doch im Hinterzimmer arbeitet Assange weiter.

Julian Assange in London: Der Whistleblower spricht vom Balkon der ekuadorianischen Botschaft zu Journalisten und Befürwortern. AFP

Julian Assange in London: Der Whistleblower spricht vom Balkon der ekuadorianischen Botschaft zu Journalisten und Befürwortern.

LondonSeit einem Jahr kommen immer mehr brisante, zuvor streng geheime Informationen über den amerikanischen Geheimdienst NSA an die Öffentlichkeit. Früher stand Wikileaks regelmäßig im Zentrum solcher Enthüllungen. Die Plattform veröffentlichte aufsehenerregende Informationen etwa über den Afghanistan-Krieg. Doch Wikileaks wirkt angeschlagen, seit Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London festsitzt. Seit zwei Jahren lebt Assange dort. Sein Helden-Image ist mehr als angekratzt.

Vergewaltigung und sexuelle Nötigung werfen Ankläger in Schweden dem 42-Jährigen vor. Die Anschuldigungen seien erfunden, um ihm und Wikileaks zu schaden, hält er dagegen. Nachdem das höchste britische Gericht seine Auslieferung nach Skandinavien erlaubt hatte, war Assange am 19. Juni 2012 in die Botschaft Ecuadors geflüchtet. Nicht, weil er schuldig sei, betont er. Stattdessen fürchte er eine Auslieferung in die USA, wenn er für eine Aussage nach Schweden reisen sollte.

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Die Enthüllungen um US-Spionage im Internet stammten nicht von Wikileaks. Dennoch sagte dessen Gründer Assange, die Organisation engagiere sich für den Informanten Snowden. In einem weiteren Fall appellierte er an Obama.

In den USA wurde WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning (vormals Bradley Manning und ein Mann) zu 35 Jahren Haft im Militärgefängnis verurteilt. Auch auf britischem Boden fürchtet Assange eine Verhaftung. Daher will er die ecuadorianische Botschaft nicht verlassen.

Seine Unterstützer teilen diese Sorge. „Ich denke, die Situation von Julian ist sehr schwierig“, sagt der Computer-Sicherheitsexperte Jacob Appelbaum, der auch an den Snowden-Enthüllungen mitarbeitet.

Der Fall ist zäh: Seit zwei Jahren geht nichts vor und nichts zurück. Und das könnte noch lange so bleiben. Der Australier „leide“ zwar, sagte Ecuadors neuer Botschafter Juan Falconi Puig britischen Medien. Er könne aber theoretisch für immer in seinem Botschaftszimmer bleiben. Falconis Vorgängerin hatte ihren Posten angeblich auch deswegen räumen müssen, weil sich in der Angelegenheit so wenig tat. Der einfachste Weg aus dieser Sackgasse sei, Assange nach Ecuador ausreisen zu lassen, zitierte die „Times“ den Botschafter.

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