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07.08.2013

17:18 Uhr

Whistleblower

Höchststrafe für Manning auf 90 Jahre reduziert

Dass Bradley Mannings Strafmaß verringert wurde, feiern Unterstützer als Erfolg. Dennoch dürfte der Whistleblower ein alter Mann sein, falls er vor Ende seines Lebens aus dem Gefängnis entlassen wird.

Bradley Manning ist unter anderem wegen Spionage, Geheimnisverrats, Computerbetrugs und Diebstahls für schuldig erklärt worden. ap

Bradley Manning ist unter anderem wegen Spionage, Geheimnisverrats, Computerbetrugs und Diebstahls für schuldig erklärt worden.

WashingtonDem mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning droht ein geringeres Strafmaß als angenommen. Die Richterin Denise Lind gab einem Antrag der Verteidigung statt, einige der Anklagepunkte zusammenzulegen und damit die mögliche Höchststrafe von 136 Jahren auf 90 Jahre Haft zu reduzieren. Das teilte das Militärgericht in Fort Meade bei Washington am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Nach Ansicht von Beobachtern kam die Entscheidung Linds überraschend, da sie im Militärprozess eher der Argumentation der Staatsanwaltschaft gefolgt war.

Der 25 Jahre alte Enthüller Manning war vergangene Woche unter anderem wegen Spionage, Geheimnisverrats, Computerbetrugs und Diebstahls für schuldig erklärt worden. Er hatte gestanden, Hunderttausende geheime US-Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergereicht zu haben. Das genaue Strafmaß soll noch im August verkündet werden. Eine Entlassung Mannings aus dem Gefängnis vor Ablauf seiner Haftstrafe ist rechtlich möglich.

Wikileaks-Informant: Manning wegen Spionage verurteilt

Wikileaks-Informant

Manning wegen Spionage verurteilt

Bradley Manning drohen 144 Jahre Gefängnis, aber keine Todesstrafe. Der Wikileaks-Informant ist von einem US-Militärgericht wegen Spionage schuldig gesprochen worden. Doch die Hauptanklage wurde fallengelassen.

Der Vater des Obergefreiten, Brian Manning, zeigte sich trotz der Begrenzung der möglichen Haftdauer erschüttert. Auch der Freispruch im wichtigsten Anklagepunkt - Unterstützung des Feindes - bringe seinem Sohn keine wesentliche Erleichterung. „Ich habe kopfgerechnet“, sagte Mannings Vater dem Sender CNN. „Und damit dürfte er 90 oder 100 Jahre alt sein, ehe er das Tageslicht wieder sieht.“

Anders als der Vater des Whistleblowers Edward Snowden, der die NSA-Spähprogramme aufgedeckt hatte, zeigte Brian Manning weniger Verständnis für das Verhalten seines Sohnes. „Er hatte keine Entschuldigung für die mutmaßliche Veröffentlichung dieser Informationen“, würde Manning nach eigenen Angaben seinem Sohn sagen, wenn er offen mit ihm sprechen könnte. Sollte der 25-Jährige seinem Land und den Soldaten im US-Militär geschadet haben, wäre das „sehr ärgerlich“, sagte Brian Manning.

Dass Manning nach Darstellung seiner Verteidiger eine öffentliche Debatte anstoßen wollte, sei nichts weiter als „Effekthascherei“ und „Getue“. Trotz dieser Kritik schlug Brian Manning auch versöhnliche Töne an: „Ich liebe meinen Sohn immer noch.“


Von

dpa

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

07.08.2013, 07:30 Uhr

Wie lange er in Haft bleiben wird, läßt sich schwer vorhersagen.

Es hängt eben sehr davon ab, wie lange dieses Unrechtsregime in Washington noch Bestand hat - von nichts anderem. Die wahren Verbrecher laufen weiterhin frei herum, und der, der auf diese Regierungs-gesponserten Verbrechen hingewiesen hat, wird eingebuchtet. Wie es von korrupten Unrechtsregimen eben bekannt ist.

Entweder dieses Regime schafft es, sich in eine voll-totalitäre Diktatur zu verwandeln unter Füllung seiner KZs (Fema-Camps) mit hundertausenden von Regimegegnern oder aber es wird kollabieren und Manning wird in einer Art modernen Version des Sturms auf die Bastille befreit.

neunundneunzigprozent

07.08.2013, 08:06 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

07.08.2013, 08:46 Uhr

Was Manning veröffentlicht hat, konnte den USA keinen Schaden anhaben. Oder hat irgendjemand etwas festgestellt.
Einzig eine große Peinlichkeit für die aktuellen Machthaber in den USA war diese Offenlegung von Manning.
Für eine Peinlichkeit 100 Jahre Gefängnis zu bekommen ist schon krass. Dagegen geht China mit seinen Dissidenten ja geradezu kuschelig um.

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