Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.05.2017

14:29 Uhr

Whistleblowerin entlassen

Chelsea Manning ist frei

Zu 35 Jahren Haft wurde Chelsea Manning im Jahr 2010 verurteilt – wegen Geheimnisverrat. Jetzt ist die Whistleblowerin wieder auf freiem Fuß. Auch Julian Assange schöpft wieder Hoffnung.

Dank Barack Obama

US-Whistleblowerin Manning wieder auf freiem Fuß

Dank Barack Obama: US-Whistleblowerin Manning wieder auf freiem Fuß

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

WashingtonDie US-Whistleblowerin Chelsea Manning ist aus der Haft entlassen worden. Das bestätigte eine Sprecherin der US-Army am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Washington. Sie sei am Mittwoch aus dem Militärgefängnis in Fort Leavenworth im Staat Kansas entlassen worden.

Früher als IT-Spezialistin der US-Armee im Irak eingesetzt, war Manning 2013 unter anderem wegen Spionage zu 35 Jahren Militärhaft verurteilt worden und hat davon knapp sieben Jahre abgesessen. Die Untersuchungshaft seit der Festnahme 2010 war ihr angerechnet worden. Präsident Barack Obama hatte die Strafe kurz vor dem Ende seiner Amtszeit verkürzt.

Whistleblowerin Chelsea Manning: Gnade für eine verlorene Seele

Whistleblowerin Chelsea Manning

Premium Gnade für eine verlorene Seele

2010 schickte Bradley Manning geheime Militärinformationen an die Enthüllungsplattform Wikileaks. Jetzt begnadigt US-Präsident Obama die US-Soldatin. Das bringt nun Wikileaks-Gründer Julian Assange unter Zugzwang.

Chelsea Manning hatte noch unter ihrem früheren Namen Bradley Manning Hunderttausende Dokumente aus Armeebeständen über Vorkommnisse bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet. Die Enthüllungen enthielten zum Teil höchst peinliche Details für die Vereinigten Staaten. In der Haftzeit unterzog sich Manning einer Geschlechtsumwandlung. Sie unternahm zudem Berichten zufolge zwei Selbsttötungsversuche.

In der vergangenen Woche hatte sie Manning erstmals seit Obamas Intervention öffentlich geäußert und dem Ex-Präsidenten gedankt. Seine Entscheidung war von Kongressmitgliedern scharf kritisiert worden, unter anderem vom republikanischen Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Paul Ryan. Manning erklärte, sie fühle sich durch Briefe von Veteranen und anderen Transgender-Menschen inspiriert. „Zum ersten Mal sehe ich eine Zukunft für mich als Chelsea“, erklärte sie. „Freiheit war etwas, wovon ich träumte, das ich mir aber nie ganz vorzustellen erlaubte.“ Manning hat über Twitter angekündigt, nach Maryland zu ziehen. Sie stammt eigentlich aus Oklahoma, hat aber eine Tante in Maryland.

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange bezeichnete die Freilassung der Whistleblowerin als „epischen Sieg“. „Ich kann nicht abwarten, sie zu treffen“, twitterte Assange bereits am Dienstag, einen Tag bevor Manning das Militärgefängnis verließ.

2010 hatte die Enthüllungsplattform Wikileaks Tausende Seiten geheimen Materials veröffentlicht, das von der IT-Heeresspezialistin Chelsea Manning - damals noch Bradley Manning - im Irak gestohlen worden war. Darunter war auch ein Video, auf dem zu sehen ist, wie die Besatzung eines US-Hubschraubers auf wehrlose Zivilisten feuert und dabei auch zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters tötet.

Das Video war der erste große Enthüllungserfolg der Plattform Wikileaks. Deren Gründer Assange hält sich seit Juni 2012 in der Botschaft Ecuadors in London auf, um einer Auslieferung an Schweden im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs zu entgehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×