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20.01.2015

14:19 Uhr

Widerstand gegen USA

Russland und Iran verstärken militärische Kooperation

Der Kampf gegen den Terrorismus und die gegenseitige Ausbildung von Soldaten sind Teil der Vereinbarung. Diese wertet der Iran auch als Zeichen des Widerstands gegen die Machtbestrebungen der USA.

Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) und Verteidigungsminister Sergej Schoigu unterhalten sich. dpa - picture-alliance

Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) und Verteidigungsminister Sergej Schoigu unterhalten sich.

MoskauRussland und der Iran wollen in Zukunft militärisch enger zusammenarbeiten. Ziel sei es, den Machtbestrebungen der USA in der Region Einhalt zu gebieten, sagte der iranische Verteidigungsminister Hossein Dehghan am Dienstag in Teheran. „Der Iran und Russland sind in der Lage, dem expansionistischen Eingreifen der Vereinigten Staaten durch Zusammenarbeit, Synergie und die Aktivierung möglichen strategischen Potenzials entgegenzutreten.“

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärte, sein Land wolle eine „langfristige und vielschichtige“ militärische Kooperation mit dem Iran aufbauen. Unter anderem hätten sich die beiden Staaten bei seinem Besuch in Teheran geeinigt, bei der Terrorbekämpfung stärker zu kooperieren und Soldaten für die militärische Ausbildung auszutauschen, sagte er bei einem Besuch in Teheran russischen Nachrichtenagenturen. Abgeschlossen wurde demnach auch eine Vereinbarung, wonach Marineschiffe die Häfen des jeweils anderen Landes vermehrt anlaufen.

„Als zwei Nachbarn haben der Iran und Russland gemeinsame Ansichten bei politischen, regionalen und globalen Themen“, sagte Dehghan. Beide Staaten sind wichtige Unterstützer des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Die USA hingegen wollen seinen Sturz erreichen und führen mit ihrem Militärbündnis Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien durch. Die syrische Regierung, die im Bürgerkrieg auch selbst gegen den IS kämpft, sieht das als Verletzung seiner staatlichen Souveränität.

Deutschlands Handel mit Russland

Deutschland und Russland...

...sind wirtschaftlich eng verwoben. Daimler ist am russischen Lkw-Hersteller Kamaz beteiligt, die BASF-Tochter Wintershall arbeitet eng mit Gazprom zusammen, Siemens unterhält eine Partnerschaft mit der Russischen Staatsbahn RZD.

76,5 Milliarden Euro

2013 tauschten beide Länder Güter im Wert von rund 76,5 Milliarden Euro aus. Dabei überstiegen die Importe aus Russland die Exporte.

Erdöl und Erdgas...

...machten drei Viertel der Importe aus Russland aus, die sich insgesamt auf 40,4 Milliarden Euro beliefen.

Im Gegenzug...

...lieferte Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge Waren im Wert von 36,1 Milliarden Euro nach Russland.

Autos, Maschinen und Chemie

An der Spitze standen die Maschinenbauer (8,1 Milliarden Euro), die Autoindustrie (7,6 Milliarden Euro) und die Chemiebranche (3,2 Milliarden Euro).

Deutschland...

...liegt hinter China auf Rang zwei der Lieferländer Russlands.

Russland hingegen...

...ist der elftwichtigste Absatzmarkt für die deutsche Exportwirtschaft.

Mögliche Waffenlieferungen an den Iran erwähnte der russische Verteidigungsminister Schoigu nicht. In den vergangenen Jahren hatte es Spannungen wegen der geplanten Lieferung eines S-300-Luftabwehrraketensystems von Moskau nach Teheran gegeben. Russland legte die 2007 vereinbarte und von den USA und Israel scharf kritisierte Lieferung schließlich auf Eis und begründete das mit den Sanktionen des UN-Sicherheitsrates gegen den Iran. Die Regierung in Teheran klagte wegen Vertragsbruch vor dem Internationalen Schiedsgericht in Genf.

Das iranische Staatsfernsehen berichtete am Dienstag, die beiden Seiten hätten ihre Differenzen im Bezug auf das S-300 beigelegt. Details wurden nicht genannt. Im vergangenen Jahr hatte Russland dem Iran ein weniger modernes Abwehrsystem angeboten, Teheran lehnte aber ab.

Von

ap

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

20.01.2015, 14:51 Uhr

Jetzt haben wir den Salat in Europa mit dieser ständigen EU-Sanktionen gegen Russland und das Abwerten der Russen.

Rußland hat somit keinen Grund mehr, sich an bestimmte Grenzlinien in seiner Außen-Wirtschaftspolitik zu halten und arbeitet in Zukunft eben mit den Ländern zusammen, die kein Bashing gegen Rußland betreiben. China, Iran...
Die EU und vor allen Deutschland gerät immer mehr unter die Räder von USA und Rußland.

Herr karl stenzel

20.01.2015, 15:32 Uhr

man kann nur hoffen,daß Rußland schnellstens wieder auf die Beine kommt und durch kluge Politik dem von den USA und in vorauseilendem Gehorsam vom deutschen Merkel-Kalifat vom Zaun gebrochenen Sanktions- und Natowahnsinn einen wirkungsvollen Riegel vorschiebt.

Account gelöscht!

20.01.2015, 16:49 Uhr

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