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19.11.2012

11:14 Uhr

„Widerstandstruppen Schutz bieten“

McCain drängt Nato zu Intervention in Syrien

VonMarkus Ziener

ExklusivDer US-Außenpolitiker John McCain räumt ein, dass Amerika kriegsmüde geworden ist und den Bodenkrieg in Syrien scheut. Um so mehr müsse die Nato unter deutscher Beteiligung tun, um den Widerstand gegen Assad zu stärken.

Senator John McCain. Reuters

Senator John McCain.

HalifaxDeutschland war bei den internationalen Aktionen gegen Libyen im vergangenen Jahr Zuschauer - nun wird über Syrien diskutiert. Ist der Fall Syrien für die deutsche Regierung eine Chance zur Wiedergutmachung?
Ich habe der Kanzlerin gegenüber keinen Hehl daraus gemacht, dass ich über die fehlende deutsche Beteiligung in Libyen enttäuscht war. Das ist kein Geheimnis. Die Nato muss sich jetzt um Syrien kümmern, nur scheinen die Chancen dafür bisher gering. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat unmissverständlich gesagt, dies sei keine Sache der Allianz. Leider.

Die Bundesrepublik erwägt nun, zwei Staffeln Patriot-Abwehrraketen und 170 deutsche Soldaten an der syrischen  Grenze zu stationieren….

…das wäre ein gewaltiger Fortschritt…

aber die Raketen sollen nur den Bündnispartner Türkei schützen. Sie hingegen wollen damit eine Flugverbotszone in Syrien schaffen.

Ja, wir brauchen eine solche Zone, am besten nahe der türkischen Grenze. Hier könnten Flüchtlinge Schutz finden und Widerstandstruppen trainieren . Dorthin könnte man auch Waffen an die Opposition liefern. So ähnlich wie damals in Libyen, wo die Stadt Bengasi ein Brückenkopf für die Opposition gegen Gaddafi war.

Falls Assad jemals gestürzt wird – wer würde dann verhindern, dass Syriens Volksgruppen übereinander herfallen? Die Arabische Liga? Die Nato?

Das könnten die Vereinten Nationen übernehmen. Sobald die Kämpfe vorbei sind, müssten wir Blauhelme schicken.

Die USA wären dazu nicht bereit? Fehlt ihnen wegen ihrer vielen Krisen daheim dafür die Kraft?

Das gilt schon seit 2008, als unsere Wirtschaft einbrach. Die größte Bedrohung unserer nationalen Sicherheit lauert in unserer ökonomischen Misere. Die meisten Amerikaner sorgen sich momentan mehr um ihren Job als um die Welt…

Dennoch blickt die Welt auf Amerika, wenn es darum geht, das Asad-Regime beim Mord am eigenen Volk zu stoppen?

Dagegen müssen wir mehr tun. Es darf nicht länger so weiter gehen. Die Iraner unterstützen Präsident Assad mit eigenen Kämpfern, und außerdem strömen russische Waffen nach Syrien. Alle Horrorszenarien, vor denen die Gegner jeglicher Einmischung des Westens uns gewarnt haben, sind inzwischen eingetreten: Die Nachbarländer werden instabil, islamistische Gotteskrieger aus Arabien streben nach Syrien, und die Zivilbevölkerung wird massakriert. 37.000 Menschen sind dem Regime zum Opfer gefallen. Ich schäme mich dafür, dies ist ein schändliches Kapitel amerikanischer Geschichte. Wir hätten mehr unternehmen müssen.

Was also schlagen Sie vor?

Die USA sollten die Opposition endlich bewaffnen und militärisch unterstützen. Ich hoffe sehr, dass die Obama-Regierung alle Optionen prüft.

Kommentare (12)

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Ben-Wa

19.11.2012, 11:25 Uhr

Jawoll... Deutsche an die Front. Hatten wir das nicht schon mal?
Widerlich, daß die Merkel den Ruf noch hört. Das ist einfach unglaublich. Die deutschen Politiker sind dermaßen dumm, daß einem die Luft wegbleibt. Aber gewählt werden sie trotzdem!
Eine Tragödie allerersten Rangs!

Hagbard_Celine

19.11.2012, 11:33 Uhr

"Deutschland war bei den internationalen Aktionen gegen Libyen im vergangenen Jahr Zuschauer - nun wird über Syrien diskutiert. Ist der Fall Syrien für die deutsche Regierung eine Chance zur Wiedergutmachung?"

Hmmm, that´s a new one.

Reparations for failing to participate in a war of agression. Ok, Mc Goo, we´ll go for it but only if we get back the money we paid for participating in a war of agression last time.

Can´t have it both ways, you know.

But being the man of principle that you are, I´m sure you´ll understand.

How about a litte reparation from your side of the Atlantic ?

Where have all the little Indians gone, where, oh where, oh where ?

Beobachter

19.11.2012, 11:54 Uhr

Es ist kein Bündnisfall der NATO.Es währe gut wenn die Amerkaner nicht immer davon überzeugt wären sie haben immer Recht.Deutschland sollte nicht voranige Interessen der USA nachgeben.

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