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28.03.2013

13:26 Uhr

„Wie in Zeiten Stalins“

Menschenrechtler kritisiert Russlands Razzien

Nichtregierungsorganisationen, die von außerhalb Russlands Geld erhalten, gelten als ausländische Agenten. Sie müssen sich Durchsuchungen gefallen lassen. Menschenrechtler kritisieren das Vorgehen Russlands.

Russische Polizisten mit einem deutschen Schäferhund. Menschenrechtler kritisieren Russlands Durchsuchungen bei NGOs. Reuters

Russische Polizisten mit einem deutschen Schäferhund. Menschenrechtler kritisieren Russlands Durchsuchungen bei NGOs.

MoskauRussische Menschenrechtler haben die Razzien bei Nichtregierungsorganisationen (NGO) und deutschen politischen Stiftungen mit dem Vorgehen unter Sowjetdiktator Stalin verglichen. Das Vorgehen erinnere an die brutalen Säuberungen von 1937 und 1938, als zudem alle ausländischen Organisationen verboten worden seien, sagte Sergej Kritschenko von der renommierten Menschenrechtsorganisation Memorial am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge.

Behördenvertreter kontrollierten indes das Büro der ältesten russischen Menschenrechtsorganisation Moskauer Helsinki Gruppe. Auf eine angekündigte Untersuchung des Goethe-Instituts in der Stadt Nowosibirsk hätten die Behörden vermutlich nach politischen Interventionen verzichtet, sagte Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, zu Deutschlandradio Kultur.

Russland wies Kritik auch von der Bundesregierung am Vorgehen der Justiz zurück. „Anschuldigungen, dass Russland seine internationalen Verpflichtungen bei Menschenrechten verletzt, werden wir nicht akzeptieren“, sagte der Sonderbeauftragte des Außenministeriums, Konstantin Dolgow, der Zeitung „Kommersant“. NGO, die Geld von außerhalb Russlands erhalten, müssen sich als „ausländische Agenten“ bezichtigen.

Von

dpa

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