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13.01.2015

17:03 Uhr

Wie Pegida im Ausland wahrgenommen wird

Lügenpresse – auch im Ausland?

Die Pegida-Demonstrationen beschäftigen auch das Ausland. In Norwegen gibt es den ersten Ableger. Die Schweiz kennt sich mit Ressentiments gegen Ausländer aus – allerdings betreffen sie dort Vorurteile gegen Deutsche.

„Lügenpresse halt die Fresse“ ist der Schlachtruf der Pegida-Demonstrationen. Das Ausland beobachtet die Entwicklungen in Deutschland aufmerksam. dpa

„Lügenpresse halt die Fresse“ ist der Schlachtruf der Pegida-Demonstrationen. Das Ausland beobachtet die Entwicklungen in Deutschland aufmerksam.

Über die jüngsten Pegida-Demonstrationen in Dresden und Leipzig ist in der nordeuropäischen Presse nur am Rande berichtet worden. Der Schwerpunkt in der internationalen Berichterstattung lag noch immer auf den Pariser Anschlägen. In Norwegen waren die Medien dagegen mit der ersten eigenen Pegida-Demonstration im Land beschäftigt. Zeitgleich mit den Märschen in Dresden und Leipzig am Montagabend hatte die erst vor Kurzem gegründete norwegische Pegida zu einer Demonstration in Oslo aufgerufen. Es kamen rund 200 Teilnehmer.

Auch in Schweden versuchen einige bekannte Rechtspopulisten eine ähnliche Bewegung ins Leben zu rufen. Allerdings ist mit den „Schwedendemokraten“ eine Partei Im Parlament vertreten, die in weiten Teilen ähnliche Forderungen wie Pegida stellt. Bei den letzten Wahlen im vergangenen September erhielt die Partei knapp 13 Prozent der Stimmen und wurde drittgrößte politische Kraft in Schweden.

In Dänemark versuchten die großen Zeitungen, die Stimmung unter den Pegida-Demonstranten einzufangen. „Viele Europäer fühlen sich nicht mehr repräsentiert. Das ist das Problem“, schrieb beispielsweise „Politiken“ aus Kopenhagen.

Die Köpfe der Pegida-Bewegung

Köpfe und Wortführer

Wer sind die Köpfe und Wortführer der islamfeindlichen Pegida-Demonstrationen in Dresden und anderswo? Einige Beispiele:

Kathrin Oertel

Sie ist die einzige Frau im zwölfköpfigen Organisationsteam von Pegida Dresden, die öffentlich in Erscheinung tritt. Laut Medienberichten ist sie 36 Jahre alt und arbeitet als Wirtschaftsberaterin. Neuerdings fungiert sie als Pegida-Sprecherin und Schatzmeisterin – und trat als Gesicht von Pegida bei Günther Jauch auf. In ihren Ansprachen schlägt Oertel vergleichsweise moderate Töne an, persönliche Angriffe überlässt sie anderen.

Sebastian Nobile

Veranstalter der Kögida-Demo in Köln und Pressesprecher der Pegida NRW, nennt sich „freiheitlich-christlicher Patriot“. Medienberichten zufolge war er Aktivist der „German Defence League“, die islamfeindlich und rechtsextrem ist. Laut Polizei hat er mehrfach Demos mit rechtsradikalen Anliegen angemeldet.

Melanie Dittmer

Sie organisierte zuletzt die Bonner „Bogida“-Demos. Medienberichten zufolge war die 36-Jährige im Landesvorstand der NPD-Nachwuchsorganisation „Junge Nationaldemokraten“. Dem „Spiegel“ sagte sie jüngst, es sei für sie unerheblich, ob es den Holocaust gegeben habe. Dittmer sitzt im Vorstand von Pro NRW. Pegida NRW teilte am Dienstag mit, wegen „inhaltlicher Differenzen“ sei die Zusammenarbeit mit Dittmer beendet.

Udo Ulfkotte

Ex-Journalist und Autor des Bestsellers „Gekaufte Journalisten“, gibt den „Lügenpresse“-Rufern Futter und sieht auch schon seit langem Europa von fanatischen Muslimen bedroht. Schon 2003 erschien dazu sein Buch „Der Krieg in unseren Städten“. In diese Richtung argumentierte auch das Buch „Heiliger Krieg in Europa“.

Karl Schmitt

Er organisiert in Berlin die Bärgida-Bewegung. Der promovierte Ingenieur (60) war 14 Jahre bei der CDU kommunal aktiv, trat 2008 aus und gründete die rechtspopulistische Partei „Die Freiheit“ mit. Die CDU habe zu wenig Distanz zur Linken gezeigt und die Gefahr der muslimischen Parallelgesellschaft in Deutschland nicht erkannt. Die „Freiheit“ verließ Schmitt auch nach einem Jahr.

Lutz Bachmann

Er war das Gesicht von „Pegida“ in Dresden: Bachmann rief die Facebook-Gruppe ins Leben, die das islamkritische Bündnis begründete. Er sei kein Rassist, betonte der wegen Diebstahls und Drogendelikten vorbestrafte 41-Jährige stets – doch er musste zurücktreten, da gegen ihn wegen Volksverhetzung ermittelt wird. Zuvor waren ein Foto Bachmanns mit Hitler-Bart und ausländerfeindliche Facebook-Einträge öffentlich geworden.

Im Vorfeld der jüngsten Märsche in Deutschland hatten die großen Zeitungen in Nordeuropa Reporter nach Dresden geschickt, um mit Pegida-Anhängern zu sprechen. Dabei kam in der Regel ein recht differenziertes Bild der Protestbewegung heraus. Der Deutschland-Korrespondent von „Dagens Nyheter“, der größten schwedischen Tageszeitung, ließ sowohl Anhänger, als auch Gegner von Pegida zu Wort kommen. „Warum gerade Dresden? Wir wissen es nicht“, überschrieb die Zeitung die Reportage und wies darauf hin, dass gerade in Dresden deutlich weniger Muslime leben als in anderen Teilen des Landes. Breiten Raum nahm in den vergangenen Tagen auch die Berichterstattung über die zahlreichen Anti-Pegida-Demonstrationen ein. Der Schwedische Rundfunk und das Fernsehen berichteten Live von den Aufmärschen. Die Reporter besuchten aber auch die vielen Gegendemonstrationen. Fast immer wurde betont, dass die Teilnehmerzahl der vielen Gegendemonstrationen die Pegida-Anhänger deutlich übertraf.

Helmut Steuer, Stockholm

Kommentare (54)

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Herr Ragin Allraun

13.01.2015, 17:15 Uhr

Wunderbar, - tue gutes und rede drüber.

Herr Dr. Michael Klein

13.01.2015, 17:21 Uhr

Leben wir in einer medialen Matrix?

In einer medialen Scheinwelt?

Die Systemmedien dulden keine Wahrheit wie es Morpheus im gleichnamigen Film ausführte:

"Die Matrix ist die Welt die über deine Augen gestülpt wurde, damit du blind für die Wahrheit bist."

Das alte Lügenmediensystem ist dem Untergang geweiht, aber sie merken es nicht, da sie auf der Titanic, auf der sie sich befinden, nur die Stühle rücken und denken, dass die Sonne ewig für sie scheint.

Doch Zuschauerzahlen von ARD & ZDF sowie Leserzahlen bei Spiegel & Co. sinken teils dramatisch.

Spätestens seit der Krise in der Ukraine wird selbst für naive Gemüter die plumpe prowestliche Manipulation der Medien offensichtlich.

Die Medienberichterstattung basiert zum größten Teil auf dem Prinzip: „Eine Lüge, die oft genug erzählt wird, wird irgendwann zur Wahrheit.“, nur das immer mehr Menschen dieses Prinzip durchschauen und sich abwenden.

Sie erkennen, dass die Lügenmedien zum größten Teil zu Handlangern der Bankster und Politikgangster geworden sind. (mehr dazu im aktuellen Interview von bewusst.tv) Die Umsätze der Printmedien brechen schon seit Jahren ein, nur dass darüber offiziell nicht berichtet wird.

So wurden beispielsweise in Deutschland 2011 ca. 1 Millionen weniger Zeitungen und Zeitschriften als im Jahre 2003 verkauft . Es wird nicht nur Personal in den Lügenmedien abgebaut, sondern ganze Redaktionen machen dicht. 2012 ging beispielsweise die Frankfurter Rundschau in Insolvenz, 2013 folgte die Münchner Abendzeitung. Die Financial Times Deutschland ist mittlerweile auch Geschichte.

Der Spiegel fährt aufgrund seiner einseitigen Berichterstattung mittlerweile die schlechtesten Zahlen aller Zeiten ein.

Die Menschen haben es mittlerweile einfach satt, belogen und desinformiert zu werden und ziehen es lieber vor, ihre Informationen im Internet zu suchen. Im Gegenzug steigen die Benutzerzahlen exorbitant von diversen Blogs und systemkritischen Foren.

Herr Delete User Delete User

13.01.2015, 17:22 Uhr

Stimmt - es ist sehr gut, dass über die vielen GEGENDEMOS (das GUTE) berichtet wird!

pägida ist eindeutig in der Minderzahl. Es tritt nur in anderen Ländern auf, weil die rechte Szene in Europa gut vernetzt zu sein scheint. niemand braucht es solange rechte und Nazis dort mit marschieren!"

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