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08.06.2011

07:18 Uhr

Wieder Angriffe auf Tripolis

Nato-Bomben verwüsten Bab al-Asisija

Die Nato macht weiter Druck auf den libyschen Machthaber Gaddafi. Fast ohne Unterlass wird sein Anwesen in Tripolis bombardiert. Kaum ein Stein bleibt auf dem anderen. Der Despot reagiert trotzig.

Nach einem Luftangriff der Nato steigt in Tripolis Rauch auf. Quelle: dpa

Nach einem Luftangriff der Nato steigt in Tripolis Rauch auf.

TripolisDie Nato hat ihre Angriffe auf die libysche Hauptstadt Tripolis nach Medienberichten auch in der Nacht zum Mittwoch fortgesetzt. Wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira am frühen Morgen berichtete, waren wieder schwere Explosionen zu hören. Ziel der Attacken sei offenbar erneut der Stützpunkt Bab al-Asisija gewesen, auf dem auch das Anwesen von Machthaber Muammar al-Gaddafi liegt. Die Nato hatte das Gelände bereits am Dienstag massiv bombardiert.

Augenzeugen berichteten von mindestens 25 Luftangriffen. Am Abend meldete sich Gaddafi mit einer Audiobotschaft zu Wort. „Ich bleibe in Tripolis, tot oder lebendig“, sagte er in der knapp fünfminütigen Ansprache, die das libysche Staatsfernsehen ausstrahlte. „Eine Viertelmillion Libyer kämpfen für die Freiheit des Landes“, sagte er weiter. „Wir haben keine Angst, und wir sind stärker als eure Raketen und eure Artillerie.“

Bereits nach dem Bombardement am Dienstag war auf dem Stützpunkt Bab al-Asisija Feuer ausgebrochen. Augenzeugen berichteten von einer riesigen schwarzen Rauchwolke, die über dem Gelände aufgestiegen sei. Außerdem seien in Tripolis der Sitz der Revolutionskomitees, ein palastartiges Gebäude und eine Wacheinheit angegriffen worden.

Unabhängig vom Nato-Militäreinsatz kommen nach Angaben des französischen Außenministers Alain Juppé die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung der Libyen-Krise voran. Seine Regierung arbeite auf eine „echte Waffenruhe“ mit einem Rückzug von Gaddafis Truppen und einer UN-Überwachung hin, sagte er am Dienstag bei den Vereinten Nationen in New York. Der UN-Sonderbeauftragte für Libyen, Jordaniens früherer Außenminister Abdul Ilah Khatib, werde diese Woche von seinen Vermittlungsgesprächen berichten, sagte Juppé.

Von

dpa

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