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29.01.2010

11:30 Uhr

Wieder deutscher Soldat verletzt

Mehrheit der Bürger gegen Afghanistan-Einsatz

Ein deutscher Soldat wurde bei schweren Gefechten in Afghanistan verwundet, ist aber außer Lebensgefahr. Auch andernorts in dem Land am Hindukusch gab es bewaffnete Auseinandersetzungen mit den Aufständischen. Unterdessen wird in der deutschen Bevölkerung die kritik am Einsatz immer lauter.

Rosenverkäufer in Kabul: Land kommt nicht zu Ruhe. ap

Rosenverkäufer in Kabul: Land kommt nicht zu Ruhe.

HB BERLIN/KANDAHAR. Bei Gefechten in Afghanistan ist ein deutscher Soldat schwer verwundet worden. Wie das Einsatzführungskommando in Potsdam am Freitag auf Anfrage mitteilte, ist er in Masar-i-Scharif operiert worden und soll nach Deutschland gebracht werden. Lebensgefahr bestehe nicht. Der Mann war den Angaben zufolge zusammen mit anderen Soldaten des Regionalen Wiederaufbauteams südwestlich von Kundus unter Beschuss aus Handwaffen und Panzerfäusten geraten. Die deutschen Soldaten hätten das Feuer erwidert, teilte die Bundeswehr mit.

Afghanische Sicherheitskräfte haben sich am Freitag heftige Kämpfe mit einem Taliban-Kommando geliefert, das ein Gebäude in der Provinzhauptstadt Lashkar Gar angegriffen hat. Auf dem Dach eines im Bau befindlichen Gebäudes verschanzten sich nach Angaben der Behörden fünf oder sechs Angreifer, die Sprengstoffwesten trugen. Sie wurden nach Berichten von Augenzeugen aus Kampfhubschraubern beschossen. Nach unbestätigten Berichten wurden ein Aufständischer und ein Passant erschossen. Ein Taliban-Sprecher sagte, der Angriff richte sich gegen die UN-Vertretung in Lashkar-Gar und gegen ein Gästehaus der Regierung.

Zwischen Kommandeuren der radikal-islamischen Taliban und Vertretern der Vereinten Nationen hat es derweil UN-Kreisen zufolge ein geheimes Treffen zur Vorbereitung von Friedensverhandlungen gegeben. Die Gespräche hätten bereits am 8. Januar in Dubai stattgefunden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Donnerstag. Das Treffen mit dem UN-Sondergesandten für Afghanistan, Kai Eide, sei auf Bitten der Taliban zustande gekommen. Es habe auf einer höheren Ebene stattgefunden als bislang bekannte Gespräche 2008 in Saudi Arabien. Eide wollte sich nicht dazu äußern, ob es ein solches Treffen gegeben hat oder nicht.

Im Bemühen um eine Wende in Afghanistan hat am Donnerstag die internationale Gemeinschaft kriegsmüden Mitläufern der radikal-islamischen Taliban die Hand zur Versöhnung gereicht. Derzeit findet in London die internationale Afghanistan-Konferenz mit Ministern aus 60 Staaten statt.

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