Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.10.2013

14:21 Uhr

Wiederaufbau auf Haiti

Wenn zu viel Hilfe schadet

Widerstandsfähigkeit, Geld für getane Arbeit - nach Jahren der Nothilfe versuchen Entwicklungshilfsorganisationen in Haiti, die Menschen verstärkt zur Selbsthilfe zu bewegen. Ein mühsames Geschäft.

Obdachlosenlager in Port au Prince auf Haiti: „Wenn die Lebensmittelieferungen zu groß sind, zerstören sie die Produktionsanreize, und vor allem zerstören sie das Selbsthilfepotenzial der Bevölkerung.“ dpa

Obdachlosenlager in Port au Prince auf Haiti: „Wenn die Lebensmittelieferungen zu groß sind, zerstören sie die Produktionsanreize, und vor allem zerstören sie das Selbsthilfepotenzial der Bevölkerung.“

Port-au-PrinceLeonie Fleurimond lächelt zufrieden auf ihrem Bauernhof im Nordwesten Haitis. „Das fängt an, sich zu lohnen“, versichert die 36-jährige Landwirtin. Seit einiger Zeit kann sie auf ihrem kleinen Gut unweit des Städtchens Jean Rabel Bananen, Bohnen und Yamswurzeln anbauen - für den Eigenkonsum, aber auch zum Verkauf. Ihr Fall könnte als Beispiel einer erfolgreichen Entwicklungshilfe dienen: Menschen, die es dank zielgerichteter Unterstützung wieder schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen.

Normal ist dies nicht in Haiti. Die seit Jahrzehnten als ewiger Krisenstaat verrufene Karibikrepublik führt nach Angaben der deutschen Welthungerhilfe rund die Hälfte ihrer Lebensmittel ein, zirka zehn Prozent davon sind direkte Lebensmittelhilfen.

Für die meisten der fast zehn Millionen Haitianer geht es nach wie vor ums nackte Überleben. Gewalt, Korruption und Naturkatastrophen haben das Land zum Armenhaus der Region gemacht. Zudem macht es eine oft fehlgeleitete Entwicklungshilfe schwer, dem Teufelskreis der reinen Notwirtschaft zu entkommen.

Seit einiger Zeit setzen Entwicklungshilfsorganisationen daher verstärkt auf Maßnahmen zur Selbsthilfe. Die Widerstandsfähigkeit fördern, „Cash-for-Work“, sind einige der Stichwörter zu Projekten, mit denen sie dem - nach dem Erdbeben von 2010 im Welthungerindex noch als „extrem gefährdet“ eingestuften - Land helfen wollen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Gabriel-van-Helsing

14.10.2013, 18:43 Uhr

Ein pervides Spiel hat die US-Regierung dort gespielt.
Kurz nach dem Erdbeben sendete sie nach Haiti nicht nur 3 Ex-Presidenten, nein sie entsandte auch zur Sicherung ihrer Interessen gleich die US-Armee mit zur Hilfeleistung.
Bezahlt, pardon in Rechnung gestellt wurde dieses durch Abzug der zugesagten Spendenhilfe.
Clinton, Carter und Bush Sen. haben ihre Anwesenheit und Hilfe für Haiti, über die Hilfsgelder bezahlt bekommen.
Auch die Anwesenheit der US-Armee wurde durch Spendengelder finanziert.
Schon mal Hinterfragt, warum mit dem Nachbarland von Haiti nicht so umgesprungen wird?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×