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04.05.2017

11:12 Uhr

Wiederkehr von Gulbuddin Hekmatjar

Der Kriegsherr zieht in Kabul ein

Nach rund 20 Jahren im Exil kehrt Kriegsherr Gulbuddin Hekmatjar in die afghanische Hauptstadt Kabul zurück. In hunderten Fahrzeugen ziehen seine Anhänger in die Stadt. Noch ist unklar, wie er dort wirken wird.

Der afghanische Kriegsherr lebte rund 20 Jahre im Exil. Im Herbst unterzeichnete die Regierung einen Friedensvertrag und ermöglichte ihm die Rückkehr. Reuters

Gulbuddin Hekmatjar

Der afghanische Kriegsherr lebte rund 20 Jahre im Exil. Im Herbst unterzeichnete die Regierung einen Friedensvertrag und ermöglichte ihm die Rückkehr.

KabulMit einem schwerbewaffneten Konvoi ist einer der berüchtigsten Kriegsherren in der Geschichte Afghanistans in die Hauptstadt Kabul zurückgekehrt. Gulbuddin Hekmatjars mehrere hundert Fahrzeuge umfassende Kolonne habe die Stadt um kurz nach 10 Uhr (Ortszeit) erreicht, sagte sein Sprecher.

Hekmatjar kehrt nach rund 20 Jahren des Exils und einem im Herbst unterzeichneten Friedensvertrag mit der afghanischen Regierung nach Kabul zurück. Am Nachmittag stehe ein Treffen mit Präsident Aschraf Ghani an. Für Freitag sei eine Ansprache im großen Ghasi-Stadion geplant.

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Ein Anschlag in Kabul hat einen Konvoi von US-Militärfahrzeugen getroffen. Zu dem Anschlag bekannte sich ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat. Dieser behauptet, acht US-Soldaten getötet zu haben.

Der Hauptstadt stehen emotionale Tage bevor. Hekmatjar, ein islamistischer Hardliner, gilt vielen als Kriegsverbrecher. In den 1980er Jahren war er zunächst der von Saudi-Arabien und den USA bestfinanzierte Anführer der Mudschaheddin im Widerstand gegen die sowjetische Besatzung in Afghanistan. Aber im folgenden Bürgerkrieg zwischen Mudschaheddin-Fraktionen um die Herrschaft in Kabul beschoss er die Stadt wochenlang mit Raketen. Tausende starben.

Später waren Hekmatjar und seine Partei Hisb-e Islami zeitweise eine der brutalsten Widerstandsgruppen gegen die neue afghanische Regierung und die internationalen Truppen im Land. Die Hoffnung ist, dass ein Frieden mit Hekmatjar auch den radikalislamischen Taliban zeigt, dass Frieden möglich ist.

In seinem ersten öffentlichen Auftritt seit knapp zwei Jahrzehnten in der ostafghanischen Provinz Laghman hatte Hekmatjar am Samstag den Kampf der Taliban sinnlos und unrechtmäßig genannt.

Von

dpa

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