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21.06.2011

21:48 Uhr

Wiederwahl

Ban bleibt UN-Generalsekretär

Mit der Nachfolge des charismatischen UN-Chefs und Friedensnobelpreisträgers Kofi Annan hatte es Ban Ki Moon nicht leicht. Doch der Südkoreaner ist in das Amt hineingewachsen. Jetzt wurde er wiedergewählt.

Ban Ki Moon bleibt UN-Generalsekretär bis Ende 2016. Quelle: dpa

Ban Ki Moon bleibt UN-Generalsekretär bis Ende 2016.

New YorkEr hatte die Stimmen des Weltsicherheitsrates in der Tasche. Danach war es eine reine Formsache: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ist am späten Dienstag wiedergewählt worden. Nach dem UN-Prozedere reichte der höfliche Applaus der Vollversammlung, um den Chef der Vereinten Nationen für weitere fünf Jahre zu bestätigen. Kein Gegenkandidat hatte ihm den Posten streitig gemacht. Das heißt, dass der 67-jährige Südkoreaner bis Ende 2016 die Zügel der mächtigen Organisation in der Hand behalten wird. 

Der blasse Ban hatte es nicht leicht, in die Fußstapfen von Kofi Annan zu treten. Sein charismatischer Vorgänger hatte die Millenniumsziele gesteckt, den Friedensnobelpreis gewonnen und etliche andere Siege für den mächtigen Apparat errungen. Ban versuchte es zunächst mit Humor: „Ban Ki Moon is coming to town“, sang er UN-Korrespondenten in Abwandlung des Weihnachtsliedes „Santa Claus is coming to town“ kurz vor seinem Amtsantritt am 1. Januar 2007 vor. 

Seitdem ist ihm das Lachen öfter vergangen, unter anderem als 2009 die Kritik einer hohen norwegischen Diplomatin durchsickerte. Ban fehle es an jeglicher Ausstrahlung. Er mache seinen Mitarbeitern das Leben durch „ständige Wutausbrüche“ schwer, schrieb Oslos stellvertretende UN-Botschafterin in New York, Mona Juul, in einer vertraulichen Depesche an ihre Regierung.

Doch solche Schelte ist selten. Im allgemeinen gilt, was dem früheren Außenminister von Südkorea als Ruf vorauseilte, bevor er die oberste Etage des blauen Glaspalastes am East River bezog: Ban hat keine Feinde. So richtig begeistert ist aber auch niemand von ihm. Wegen seiner höflichen und bemüht verbindlichen Art hatte er sich daheim den Spitznamen „Glatter Aal“ erworben. In New York bemühte er sich mit mehr oder weniger Erfolg, dem Eindruck des konturlosen „Softies“ zu begegnen. 

Ohne Zweifel ist Ban in den vergangenen viereinhalb Jahren in sein Amt gewachsen. Er warb erfolgreich um mehr Aufmerksamkeit für den Klimawandel und machte klar, dass dessen Folgen die Ärmsten der Welt am schlimmsten treffen werden. Er setzte sich unermüdlich für die Opfer humanitärer Krisen ein, allen voran in Haiti und Pakistan. Sein besonderes Augenmerk gilt dem Los von Frauen und Kindern in den am wenigsten entwickelten Ländern. 

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