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11.01.2011

12:53 Uhr

Wikileaks

Auslieferungsverfahren gegen Assange hat begonnen

Berühmt ist er wegen seiner Enthüllungen, gesucht wird er wegen angeblicher Vergewaltigung: In London hat am Dienstag das Auslieferungsverfahren gegen Julian Assange begonnen. Ob er nach Schweden ausgeliefert wird, entscheidet sich frühestens im Februar.

Assange musste nach seiner Freilassung auf Kaution kurz vor Weihnachten am Dienstag erneut in London vor Gericht erscheinen. Die schwedische Justiz wirft Assange Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch vor und will ihm den Prozess machen. Der 39 Jahre alte Australier bestreitet die Vorwürfe.

Bei dem Gerichtstermin am Dienstag ging es zunächst um verfahrenstechnische Fragen. Die eigentliche Entscheidung über eine mögliche Abschiebung nach Schweden soll im Februar fallen. Den nächsten Termin setzte das Gericht auf 7. Februar fest.

Assange soll im August während eines Aufenthaltes in Schweden Sex mit zwei Frauen gehabt und gegen deren Willen kein Kondom benutzt haben. Der Geschlechtsverkehr an sich sei einvernehmlich gewesen. Schweden hatte einen EU-weiten Haftbefehl erlassen, auf dessen Grundlage Assange im Dezember in Großbritannien festgenommen wurde. Er saß neun Tage in Untersuchungshaft, bevor er auf Kaution freikam.

Parallel zu dem Strafverfahren in Schweden wird nach Medienberichten in den USA eine Anklage gegen Assange vorbereitet. Seine Internetplattform Wikileaks hatte in den vergangenen Monaten Zehntausende Dokumente zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak sowie den Inhalt vertraulicher diplomatischer Depeschen veröffentlicht. Dies hatte vor allem die USA in Erklärungsnot gebracht. Seitdem suchen die USA nach einem Straftatbestand, mit dem sie gegen Assange einen Haftbefehl erwirken und ihn verhaften lassen können.

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