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18.08.2014

13:05 Uhr

Wikileaks-Gründer

Assange will Ecuadors Botschaft bald verlassen

Seit zwei Jahren lebt Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London. Nun hat der Wikileaks-Gründer genug davon. Er will sein Exil verlassen. Doch die Ankündigung wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet.

Ecuadorianische Botschaft

Assange will London verlassen

Ecuadorianische Botschaft: Assange will London verlassen

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LondonDer Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, will nicht mehr lange in der ecuadorianischen Botschaft in London bleiben. „Ich werde die Botschaft bald verlassen“, sagte der 43-Jährige am Montag bei einer Pressekonferenz in der Botschaft. Einen konkreten Zeitpunkt oder genaue Pläne nannte der Australier nicht. Assange sei aber nicht bereit, sich zu stellen, sagte ein Wikileaks-Sprecher der dpa. Ein Durchbruch in der politisch festgefahrenen Lage zeichnete sich ebenfalls nicht ab: Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño erklärte, sein Land bemühe sich weiter um eine diplomatische Lösung.

Die Entscheidung habe nichts mit den Gerüchten zu tun, über die in den Medien spekuliert worden sei, erklärte Assange. Der Sender „Sky News“ hatte zuvor berichtet, Assange leide unter Herzproblemen und benötige medizinische Hilfe.

Assange räumte ein, dass ihn der ständige Aufenthalt im Botschaftsgebäude belastet. „Es gibt keinen Außenbereich, kein Sonnenlicht. Es ist eine Umgebung, in der es jeder gesunde Mensch sehr schnell mit bestimmten Problemen zu tun bekommt.“

Der Fall des Wikileaks-Gründers Assange

2010

Juli: Wikileaks veröffentlicht etwa 90.000 zumeist geheime US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg. Diese stammen von der Informantin und US-Soldatin Chelsea Manning, die damals noch Bradley Manning heißt. Sie nimmt später eine weibliche Identität an.

August: Wegen des Verdachts der Vergewaltigung erlässt die Stockholmer Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den Australier Assange, hebt ihn aber wenige Stunden später wieder auf.

Oktober: Fast 400.000 Geheimdokumente zum Irak-Krieg landen bei Wikileaks. Im November bringen mehr als 250.000 vertrauliche Diplomatenberichte die US-Regierung in Schwierigkeiten.

Dezember: Assange wird von der britischen Polizei in London wegen eines neuen Haftbefehls aus Schweden festgenommen. Nach einer Woche Untersuchungshaft kommt er gegen Kaution und unter Auflagen frei. Das Tauziehen um eine Auslieferung nach Schweden beginnt.

Februar 2011

Ein Londoner Gericht entscheidet für die Auslieferung. In Schweden soll Assange zu den Vorwürfen befragt werden, eine Anklage gibt es nicht. Assange, der eine Auslieferung an die USA befürchtet, geht in Berufung.

November 2011

Der britische High Court entscheidet, dass Assange an Schweden ausgeliefert werden darf. Der legt Einspruch ein.

Mai 2012

Das höchste britische Gericht, der Supreme Court, bestätigt das Urteil der Vorinstanz.

Juni 2012

Assanges Einspruch scheitert. Am 19. Juni flieht er in die Botschaft von Ecuador in London und beantragt politisches Asyl. Sollte er die Botschaft verlassen, droht ihm die Festnahme.

August 2012

Ecuador gewährt Assange Asyl. Eine Drohung der Briten, sie könnten auch in die Botschaft eindringen und ihn festnehmen, führt zu diplomatischen Spannungen.

Juli 2013

Ein US-Militärgericht erklärt Wikileaks-Informantin Manning in 19 von 21 Anklagepunkten für schuldig: 35 Jahre Haft.

Oktober 2013

Ecuador will freies Geleit für Assange erreichen. Die Regierung schließt eine Klage vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag nach einem Medienbericht nicht aus.

November 2013

Die „Washington Post“ berichtet unter Berufung auf Regierungsbeamte, die USA würden Assange wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente nicht anklagen. Das Justizministerium sei zu dem Schluss gekommen, es müsse dann auch US-Medien ins Visier nehmen. Wikileaks bezweifelt die Darstellung.

August 2014

Assange kündigt am 18. August an, die ecuadorianische Botschaft verlassen zu wollen.

Der Australier war im Juni 2012 in das kleine Botschaftsgebäude im schicken Westen Londons geflohen, nachdem er alle Rechtsmittel gegen ein Auslieferungsgesuch der schwedischen Justiz ausgeschöpft hatten. Schweden will ihn zu zwei Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung verhören. Assange bezeichnet die Vorwürfe als politisch motiviert und fürchtet nach eigenen Angaben, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats drohen könnte. Bisher gibt es aber weder eine Anklage gegen Assange noch ein US-Auslieferungsgesuch.

Mittlerweile hätten sich die Gesetze in Großbritannien geändert, so dass eine Auslieferung ohne eine Anklage nicht mehr möglich wäre, erklärte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño. Das sagte auch Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson: „Wenn der Fall jetzt neu wäre, würde er nicht ausgeliefert.“

Kommentare (1)

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Sergio Puntila

18.08.2014, 11:09 Uhr

Psychogenese:
Verfolgungswahn.

Ein Blick in die psychotisch verfasste Gegenwart.

Was Asssange von seinen Gegnern unterscheidet?

Nichts.

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