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12.01.2012

22:23 Uhr

Wikileaks-Informant

Manning soll vor Militärgericht

Bradley Manning wird vorgeworfen, der Enthüllungsplattform Wikileaks geheime Dokumente zugespielt zu haben. Jetzt droht dem US-Obergefreiten ein Prozess vor dem Militärgericht - und eine lebenslange Haftstrafe.

Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning. dapd

Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning.

WashingtonEin Militärprozess gegen den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning wird immer wahrscheinlicher. Nach einer Anhörung im Dezember zur Überprüfung der Beweislage empfahl das Militärgericht auf dem Stützpunkt Fort Meade bei Washington am Donnerstag, alle 22 Anklagepunkte gegen den 24-jährigen Obergefreiten aufrechtzuerhalten.

Untersuchungsrichter Paul Almanza sei zu der "begründeten Annahme" gekommen, dass der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Straftaten begangen haben könnte. Manning wird beschuldigt, geheime Militärdokumente an die Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks weitergegeben zu haben.

Die endgültige Entscheidung über einen Prozess muss nun eine übergeordnete Instanz treffen, ein Verfahren würde nicht vor dem Frühjahr beginnen. Bei einer Verurteilung wegen "Unterstützung des Feinds" droht dem Soldaten lebenslange Haft.

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Die einen feiern ihn als Held, die anderen verdammen ihn als Verräter: Der Wikileaks-Informant Bradley Manning muss heute zu einer militärischen Anhörung. Für die Weitergabe der Informationen droht ihm lebenslange Haft.

Manning war im Mai 2010 im Irak festgenommen worden. Unter anderem soll er ein vom US-Militär im Irak aufgenommenes Video des Angriffs einer US-Hubschrauberbesatzung auf Zivilisten in Bagdad vom Juli 2007, bei dem elf unbewaffnete Männer getötet wurden, an Wikileaks geschickt haben. Außerdem geht es um etwa 260.000 vertrauliche Depeschen des US-Außenministeriums, mit deren Veröffentlichung Wikileaks im Juli 2010 für Wirbel sorgte.

Von

afp

Kommentare (2)

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Gewissen

12.01.2012, 23:39 Uhr

Der Mann hat Zivilcourage und noch ein Gewissen, anders als sein Präsident!

gerhard

13.01.2012, 12:39 Uhr

Unter anderem soll er ein vom US-Militär im Irak aufgenommenes Video des Angriffs einer US-Hubschrauberbesatzung auf Zivilisten in Bagdad vom Juli 2007, bei dem elf unbewaffnete Männer getötet wurden.(Zitat)
Allein für diese Veröffentlichung des Video – sollte man Manning den Friedensnobelpreis zu erkennen. ( ..und Obama seinen Preis zurückgeben!)

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